Die wochenend-Meinung Manche Straßen werden unnötig gesperrt

Die Arbeiten an den Leitplanken.
Die Arbeiten an den Leitplanken.

Reifenberg Mitte September: Die Straße Richtung Battweiler bekommt neue Leitplanken. Eine Woche Behinderungen hieß es zuerst, dann kam die Meldung: zwei Wochen Vollsperrung. Zwei Wochen (die dann aber nicht ganz gebraucht wurden)! Vollsperrung! Für anderthalb Kilometer Leitplanken auf einer Seite und noch ein paar Meter auf der anderen.

Ich habe noch keine Leitplanken gesetzt. Ich kann mir auch vorstellen, dass es viel angenehmer ist, am Straßenrand zu arbeiten, wenn auf der anderen Spur keine Autos vorbeifahren. Was ich mir nicht vorstellen kann, ist, dass man dafür die gesamte Breite der Straße braucht. Schließlich spielt sich die Hauptarbeit ja am Straßenrand ab: Löcher bohren, Stützen setzen, Leitplanken befestigen. Und das auch nicht auf der gesamten Länge von anderthalb Kilometern, sondern in Abschnitten.

Die Gegenfahrbahn war frei

Tatsächlich sah es dann vor Ort auch so aus, dass ein Laster zwar eine Spur blockierte, die Gegenfahrbahn aber frei war. Um da vorbei zu kommen, hätte man nicht mal eine Baustellenampel gebraucht. Langsam machen und auf den Gegenverkehr achten – so wär’s auch gegangen, anstatt die Autos über Rieschweiler oder Winterbach zu schicken.

Und selbst wenn es zu viel Aufwand oder zu teuer wäre, eine Baustellenampel immer wieder zu verschieben oder zwei Leute mit Fahnen hinzustellen: wenigstens abends oder am Wochenende hätte man die Straße freigeben können.

Die Baufirma wäre einverstanden gewesen

Wie man hört, wäre selbst die Baufirma mit einer halbseitigen Sperrung einverstanden gewesen. Aber das Arbeitsschutzrecht schreibt gewisse Mindestabstände vor. Im Fall von Reifenberg haben 30 Zentimeter gefehlt – weil man die Abwassserrinne nicht dazuzählen darf.

Wenn wir schon dazu angehalten sind, auch Benzin und Diesel zu sparen, und die Preise so stark gestiegen sind, dann muss man überlegen, ob es nicht doch Möglichkeiten gibt, die Vroschriften einzuhalten und dennoch auf Umleitungen zu verzichten. Vielleicht klappt das ja bei den anstehenden Vollsperrungen in Rimschweiler und Winterbach. Ich bin gespannt.

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