Zweibrücken Mammutprogramm auf der Ruhr

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Arnsberg. Mit den zurzeit einzigen Schüler-Kanuten der Wassersportfreunde (Wsf) Zweibrücken, Holger Jung und Simon Schiel, fuhr Trainer Sebastian Zehfuss am Wochenende ins nordrhein-westfälische Arnsberg zum Schüler-Länderpokal im Kanuslalom. Bei dem Wettkampf treten die Landesverbände mit ihren besten Paddlern gegeneinander an. Zudem ist die Veranstaltung jeweils eine Generalprobe für den Ausrichter, der im Folgejahr traditionell Gastgeber der deutschen Schülermeisterschaften ist. Schiel wurde in seinem Rennen Dritter, Jungs beste Platzierung war Rang acht im Einzel.

Am Samstag fand im Arnsberger Stadtteil Neheim-Hüsten bei idealen äußeren Bedingungen ein Qualifikationswettkampf statt, der darüber entschied, welche Kanuten tags darauf für den Landesverband Rheinland-Pfalz zum Ländervergleich starten. Für Zweibrückens C-Schüler Simon Schiel war das nicht von Bedeutung, denn die Kleinsten der Slalomkanuten werden beim Schüler-Länderpokal nicht berücksichtigt. „Simon haben wir hauptsächlich deshalb für das Rahmenrennen am Samstag gemeldet. Im kommenden Jahr, seiner ersten B-Schüler-Saison, finden hier dann die deutschen Meisterschaften statt, für die er sich unbedingt qualifizieren will – und das meiner Einschätzung nach auch definitiv wird“, so Trainer Zehfuss nach den beiden Läufen seines jüngsten Schützlings. Vor dem Rennen schätzte Wsf-Paddler Schiel beim Blick auf die Startliste, dass er vielleicht unter die besten Fünf paddeln könne. Zwei Stunden später stand er strahlend als Dritter auf dem Treppchen, nachdem er, auf der für Schülerverhältnisse anspruchsvollen Strecke, zwei sehr starke Läufe auf das Wasser der Ruhr gelegt hatte. „Im ersten Moment war ich etwas enttäuscht, denn nach dem ersten Durchgang lag ich sogar noch auf dem zweiten Rang. Aber jetzt freue ich mich riesig über meinen Pokal“, resümierte der Zehnjährige. Beim folgenden Mannschaftsrennen begeben sich drei Paddler gemeinsam auf die mit Slalomtoren gespickte Strecke und versuchen, schnell und fehlerfrei die verschiedenen Abwärts- und Aufwärtstore zu durchfahren. Hier belegte Schiel in einer Renngemeinschaft mit dem KSV Bad Kreuznach einen guten 19. Platz. „Im Mannschaftsrennen gibt es für die C-Schüler keine Streckenerleichterung mehr. Das heißt, sie müssen die Strecke genauso befahren wie alle anderen älteren Schüler. Simon hat aber mit seinem stärksten Rennen des Wochenendes eindrucksvoll gezeigt, dass er endgültig reif für die B-Schüler ist“, meinte Trainer Zehfuss beim Fazit. Schiels Wsf-Vereinskamerad Holger Jung absolvierte in Arnsberg ein Mammutprogramm. Das 13-jährige Nachwuchstalent ging 14-mal an den Start: Sowohl im Einer-Kajak (K1), im Einer-Kanadier (C1), im Zweier-Kanadier (C2) und in den jeweiligen Mannschaftsläufen stellte der Höheischweilerer sein Können unter Beweis. Coach Zehfuss wies allerdings darauf hin, dass der Kanadier nicht Jungs Paradedisziplin ist. „Bei Holger liegt der klare Fokus und auch seine Stärke beim Einer-Kajak. Hier hat er technisch sehr stark gepaddelt, nur konditionell hat er noch Defizite“, beurteilte Zehfuss Jungs Leistung. Am Samstag empfahl sich Jung, trotz zweier umstrittener und fraglicher Torrichterentscheidungen, mit dem elften Platz unter 41 Startern als zweitbester Rheinland-Pfälzer Auswahltrainer Christian Bahmann für den sonntäglichen Ländervergleich. „Eigentlich wollte ich unter die Top Ten paddeln, über die Torrichterentscheidung bin ich schon ein wenig enttäuscht.“ Trotz sehr frühen Rennbeginns tags darauf war Jung mehr als ausgeschlafen und fuhr mit einem fulminant schnellen und zudem fehlerfreien zweiten K1-Lauf auf Rang acht der Länderbesten. Angespornt davon gelang ihm mit den Bad Kreuznachern Paddelfreunden Dilli und Pahl im Mannschaftslauf, genau wie in der Qualifikation auch, noch die Fahrt auf den guten vierten Platz. Selbstkritisch beurteilte Jung dennoch seine konditionellen Schwächen: „Wenn ich in der kommenden Saison noch weiter vorne landen möchte, dann muss ich über Winter im Ausdauertraining mehr Gas geben.“ Der rheinland-pfälzische Kanuverband schloss den Ländervergleich schließlich auf dem fünften Rang ab, womit laut Sebastian Zehfuss Landeskader-Trainer Christian Bahmann trotz des im Vorfeld eigentlich anvisierten vierten Platzes zufrieden war. In zwei Wochen steigt im Bad Kreuznacher Salinen-Tal die traditionsreiche Herbstregatta, bei der auch die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften ausgetragen werden. (rhp)

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