Homburg / Ludwigshafen Maler Hermann Theophil Juncker gestorben
ln der Pfalz hat er zuletzt vor zehn Jahren ausgestellt, zum 70-jährigen Bestehen der Pfälzischen Session in Speyer, denn obwohl er seit den 50er Jahren in Homburg lebte, war Hermann Theophil Juncker ein Pfälzer, geboren am 9. Juni 1929 in Ludwigshafen – den Pfalzpreis für Malerei bekam er schon 1966.
Sein Vater Franz Juncker (1899-1980) malte auch, autodidaktisch, Figurenbilder. Hermann Theophil Juncker dagegen studierte Kunst in Karlsruhe bei Otto Laible und dem „Brücke“-Maler Erich Heckel (1950-1954). Er legte aber auch das Staatsexamen ab und war Kunsterzieher am späteren Homburger Mannlich-Gymnasium (1955-1987).
Große Zweibrücker Ausstellung
Seine Malerei spiegelt die Kunst im 20. Jahrhundert wieder: Erst malte er gegenständlich, dann kamen surrealistische Elemente dazu, später Kubistisches, der amerikanische abstrakte Expressionismus, das Informel. Juncker war Maler und Grafiker, er fertigte Ex Libri und Medaillen, präsentierte sein Schaffen in zahllosen Gruppen- und Einzelausstellungen, zuletzt 2023 in Saarbrücken. Die Zweibrücker erinnern sich an seine große Ausstellung 2003 in der Karlskirche.
Er war Mitglied der Pfälzischen Sezession, der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler, dem Bundesverband Bildender Künstler und dem Saarländischen Künstlerbund. 1981 erhielt er den Kahnweilerpreis der Stadt Rockenhausen, seltsamerweise bekam er nie einen Kunstpreis im Saarland, obwohl er auch dort jahrzehntelang die Kunstszene bereicherte und ihr neue Impulse gab. Zwar bevorzugte er große Formate in der Malerei, aber er fertige auch Buchillustrationen („Der Wein in der Bibel“, Neustadt 1962, „Das Krokodil“, Kaiserslautern 1988, „Der Karlsberg“, Homburg 1988).
Vielseitiger Künstler
Neben seinen abstrakten, unglaublich dynamischen und farbstarken Ölbildern entstanden Aquarelle und gegenständliche Porträts, so vom Kirchenpräsidenten Werner Schramm (2000) und dem Freiheitskämpfer Johann August Wirth (2000). Seine Werke wurden von der Pfalzgalerie Kaiserslautern und dem Mainzer Landesmuseum angekauft. Doch präsent ist er vor allem im Homburger Raum, wo es kaum ein öffentliches Gebäude ohne Wandgestaltung von ihm gibt. Er malte bis ins hohe Alter, führte gerne durch seine Ausstellungen und erklärte seine Werke so anschaulich, dass man vergaß, dass sie abstrakt sind, so natürlich erschienen sie plötzlich.
Juncker starb am 7. Dezember in Homburg. Die Trauerfeier am 15. Dezember, 14 Uhr, findet da statt, wo sich die von ihm gestalteten bunten Glasfenster befinden: in der protestantischen Stadtkirche Homburg.