Kleinsteinhausen
Lotti und Jake singen und erzählen von Johnny Cash
Das Gitarrenduo aus Mittelbach hat nahezu 100 Fans in die Halle gelockt, auch aus ihrem Heimatort Mittelbach-Hengstbach. Neben Musik von Johnny Cash gab es unterhaltsame Erwachsenenbildung mit Gitarre. Denn Sänger Jake alias Karl Otto Benoit ist nicht nur ein wandelndes Lexikon, was Johnny Cash betrifft, er weiß die Informationen auch episodenhaft und mit einer Prise Humor rüberzubringen.
Das macht er zwischen den Songs, denn zu jedem einzelnen hat er eine Geschichte parat. Ob es um den ersten Plattenvertrag des Countrymusikers oder um die Story, als dessen nicht gerade professionelle Dreimannband zu Anfang im Auftrag eines Ford-Autohauses auf einem offenen Lastwagen Musik spielend durch die Metropole Detroit fuhr, Jake scheint das Leben Cashs wie ein Schwamm aufgesaugt zu haben und gibt dies wohldosiert mit Pointen ans Publikum ab.
Sachlich fundierte Storys
Begleitet von seiner Frau Renate Felten auf der Gitarre glänzt Jake auch musikalisch an der Bassgitarre und als Sänger, der seine Stimme dem Original stark angleichen kann. Rund zwei Stunden unterhalten Felten und Benoit das Publikum nicht nur kurzweilig, sondern auch sachlich fundiert. Dabei erwähnt Benoit auch die eher dunklen Seiten des von Alkohol- und Drogenkonsum öfter weggetretenen Johnny Cash. Eine Melange, die sowohl die junge Frau in Jeansjacke und Cowboyhut in der ersten Reihe als auch den jungen Mann mit stilechter Trucker-Cap weiter hinten und die vielen Menschen mittleren Alters an den Tischen mitreißt.
„In einem seiner letzten Interviews erzählte der schwer kranke Johnny Cash, wie sehr er gerne alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne gesessen, Geschichten aus seinem Leben erzählt und dazu seine Lieder gespielt hätte. Es war ihm nicht vergönnt. Wir haben die Idee des Man in Black aufgegriffen und ein Programm mit ausgewählten Liedern von den Anfängen bei Sun Records, wo auch Elvis Presley damals unter Vertrag war, bis zu seinen letzten Werken, den American Records, erstellt. Zwischen den Liedern erfahren die Zuhörer Geschichten aus dem Leben der wahren Stimme Amerikas mit allen Höhen und Tiefen“, kündigte das Musikerpaar sein Konzert an. Und versprach keinesfalls zu viel. Natürlich waren auch Johnny Cashs größte Hits dabei, von „Hey Porter“ über sein adaptiertes Lied „Ring of Fire“, das er zum Welthit machte, bis zu „A Boy Named Sue“.