Zweibrücken Lohn für tägliche Quälerei
«BUDWEIS.» Es war der vorläufige Höhepunkt seiner bisherigen Paddelkarriere: Kanute Ulf Jung von den Wassersportfreunden (Wsf) Zweibrücken fuhr in den beiden Läufen des Deutschland-Cups der Altersklasse U18 am Wochenende im tschechischen Budweis auf die Plätze zwei und drei und landete damit im Gesamtklassement auf dem dritten Rang.
Vor den Wettkampfläufen vier und fünf, den beiden abschließenden Rennen des Deutschland-Cups, hatte der 17-Jährige aus Höheischweiler noch auf Rang fünf im Gesamtklassement gelegen. Sein Ziel war vor dem Wochenende klar formuliert: noch unter die Top Fünf fahren. Und Ulf Jung zeigte bereits am ersten Wettkampftag der Konkurrenz, was er sich vorgenommen hatte, und fuhr mit einem nahezu fehlerfreien ersten Lauf auf den dritten Rang. „Am ersten Abend war mir dann beim Blick auf die Rangliste erstmals klar, dass es unter Umständen sogar etwas mit dem Podest werden könnte“, meinte der Schüler des Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasiums hinterher. „Also riskierte ich am Sonntag, dem zweiten Wettkampftag, alles und fuhr mit einem perfekten und schnellen zweiten Lauf auf Rang zwei.“ Belohnt wurde er mit dem bisherigen Höhepunkt seiner Karriere, dem dritten Rang der Gesamtwertung – und einer damit verbundenen Einladung zu einem Lehrgang des Deutschen Bundeskaders ins italienische Ivrea. „Dafür mache ich diesen Sport, dafür liebe ich ihn, und dafür quäle ich mich jeden Tag bis an die Grenze der Belastungsfähigkeit – und manchmal noch ein klein wenig darüber hinaus“, meinte Ulf Jung am Ende stolz. Das durfte er auch sein: In seinem Jahrgang gab es keinen besseren Kanuten als ihn, die beiden Paddler auf Rang eins und zwei waren ein Jahr älter als er. Zufrieden konnte auch sein zwei Jahre jüngerer Bruder Holger Jung sein, der in diesem Jahr erstmals am Deutschland-Cup der U18 teilnahm. Er musste sich in seiner ersten Jugend-Saison mit zum Teil drei Jahre älteren Athleten messen und ging deshalb mit anderer Zielsetzung als sein Bruder Ulf in die Rennen. „Ich wollte unbedingt unter die besten 40 Kanuten paddeln, weil ich dann im kommenden Jahr an den WM-/EM-Qualifikationsrennen der Jugend- und Junioren-Fahrer teilnehmen darf“, meinte der 15-Jährige. Er fuhr am ersten Wettkampftag auf Rang 26, tags darauf verbesserte er sich noch mal um einen Rang auf den 25. Platz. Das bedeutete im Gesamtklassement Rang 35 (vor den beiden letzten Rennen lag er noch auf Platz 47) – er hatte sein Saisonziel erreicht. Die beiden Wsf-Paddler können nun kurz ihre Trainingsintensität etwas zurückschrauben, bevor es dann in drei Wochen mit allen Wsf-Paddlern zur Herbstregatta und den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften nach Bad Kreuznach geht.