Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Linienbusverkehr ruht, aber Notfahrplan für Schüler

Gabriele Paul aus Einöd wartet auf die R7. Diese grenzüberschreitende Linie zwischen Zweibrücken und Homburg wird von der saarlä
Gabriele Paul aus Einöd wartet auf die R7. Diese grenzüberschreitende Linie zwischen Zweibrücken und Homburg wird von der saarländischen Busfirma Saar-Mobil bedient. Vom Streik ist sie also nicht betroffen.

Seit Mittwochabend streiken in der Pfalz Busfahrer der DB Regio Bus Mitte, der Stadtbus Zweibrücken GmbH und der Verkehrsgesellschaft Zweibrücken. Die Fahrzeuge sollen bis 6. Februar stillstehen. Eine Notlösung für Schulbusse gilt nicht für alle.

„Unser Fahrpersonal bittet um Ihr Verständnis“, appelliert die Stadtbus Zweibrücken GmbH an die Enttäuschten, die an den Haltestellen vergeblich auf ihren Bus warten. Die Stadtbus-Fahrer und ihre Kollegen von der Verkehrsgesellschaft Zweibrücken haben sich dem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi angeschlossen. Seit Donnerstagmorgen sollten alle Fahrzeuge in den Depots auf dem Betriebshof bleiben und der gesamte Linienverkehr stillstehen.

„Das bedeutet, dass keine Busse im Linien- und Schülerverkehr des Stadtgebiets fahren“, fasste die Zweibrücker Beigeordnete Christina Rauch am Vormittag zusammen. Doch in Abstimmung mit DB Regio sei am Donnerstag ein Notfahrplan für Überland-Schülertransporte schon ab den mittäglichen Heimfahrten in Kraft getreten. Freilich sollten die Busse im Notfahrplan „nur bei dringendem Bedarf“ genutzt werden, sagt Christina Rauch. Dies sei „zwingend notwendig, um vor dem Hintergrund der Corona-Situation eine Überbelegung der Busse zu vermeiden und den Gesundheitsschutz zu gewährleisten“.

Rektor Markus Meier: Streik trifft die Falschen

Markus Meier, Rektor der Zweibrücker Mannlich-Realschule plus, berichtete gegenüber der RHEINPFALZ von elf Schülern, die am Donnerstagmorgen mit Verspätung eingetroffen sind. Und einer sei komplett weggeblieben. „Bei einer Gesamtzahl von 600 Schülern ein geringer Anteil“, findet der Direktor die Sache „trotzdem ärgerlich. Für die Busfahrer habe ich ja vollstes Verständnis, wenn’s dort bei den Tarifen nicht stimmt. Der Streik trifft aber die Falschen, die nichts dafür können.“ In Corona-Zeiten sei der Schülertransport ohnehin ein heißes Eisen. „Und wenn die Eltern gezwungen werden, mit ihren Kindern und deren Klassenkameraden auch noch Fahrgemeinschaften im privaten Auto zu bilden, wird die Situation noch zusätzlich erschwert.“

Meier wurde von einem Elternsprecher gefragt, ob man einige Kinder nicht für ein oder zwei Stunden länger in der Schule lassen könne: Dann könnten sie zusammen mit ihren älteren Geschwistern, die länger Unterricht haben, von den Eltern abgeholt werden. „Leider haben wir für so eine Betreuung nicht das Personal“, will Meier aber prüfen, ob man eine solche Möglichkeit ausnahmsweise organisieren kann. „Wenn das nur ein, zweimal nötig ist, bleibe ich gerne selbst mal ein bisschen länger im Haus. Eine Dauerlösung kann das aber nicht sein.“

Wie es in den Zweibrücker Gymnasien läuft

Auch am Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium hielten sich die Probleme am ersten vollständigen Streiktag noch in Grenzen. Laut Schulleiter Jörg Neurohr ist das Gros der Eltern mit dem eigenen Wagen eingesprungen. Daher seien auch nur wenige Schüler zu spät gekommen. Das sei vorwiegend bei denjenigen der Fall gewesen, die auf dem Land wohnen und einen weiteren Anfahrtsweg haben.

Im Helmholtz-Gymnasium berichtete Sekretärin Elke Clemens-Stephan nur von vereinzelten Anrufen am Morgen: „Eltern haben gesagt, dass sie ihre Kinder in die Schule fahren. Sie kämen deshalb ein bisschen später.“ Ganz ausgeblieben sei jedoch niemand: „Wir haben im Moment zwar ein paar Krankmeldungen. Aber mit dem Busstreik hat das nichts zu tun.“

Für manche IGS-Schüler wird’s schwierig

Thomas Höchst leitet die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Contwig. Dort, so sagt er, kamen am Donnerstag etwa 15 der 750 IGS-Schüler wegen des Streiks nicht von daheim weg. „Sicherlich hätten noch deutlich mehr gefehlt, hätten die Eltern nicht selbst die Initiative ergriffen.“ Einige Jugendliche hätten die Möglichkeit genutzt, mit dem Zug anzureisen. „Aber für manche Schüler aus entfernteren Orten wird’s schwierig.“ Die IGS werde von jungen Leuten bis in die Pirmasenser und Homburger Gegend besucht. „Manche haben sogar ihren Wohnsitz in Frankreich.“

Froh ist Thomas Höchst darüber, dass keine einzelne Klasse von den streikbedingten Ausfällen ganz besonders stark betroffen war: „Sollte so etwas vorkommen, müssten wir schon mal flexibel sein und an solchen Tagen möglichst nicht mit einem neuen Stoff anfangen.“

Ausfälle auch im Homburger Johanneum

Im nahen Saarland wird zwar nicht gestreikt. Trotzdem ist aktuell der Schulbetrieb auch im Homburger Gymnasium Johanneum betroffen: Der Einzugsbereich der Privatschule erstreckt sich bis weit in die Westpfalz; neben Zweibrücken bis in die Kreise Südwestpfalz, Kusel und sogar Kaiserslautern hinein. Dementsprechend weiß Sekretärin Melanie Seegmüller von einer „Handvoll Schüler“ zu berichten, die aus Mangel an alternativen Fahrmöglichkeiten am Donnerstag nicht aus der Pfalz ins Johanneum gelangten.

Schulbus-Notfahrplan

  • Die Schulbusse 231 (Herschberg/Wallhalben), 232 (Bechhofen), 233 (Walshausen), 234 (Maßweiler), 235 (Dietrichingen), 240 (Contwig) fahren morgens vor der ersten Schulstunde und nachmittags nach der sechsten nach Zweibrücken beziehungsweise zurück. Die 234 fährt ab Sechsmorgenschule auch nach der fünften Stunde. Die beiden Linien 236 und 237 (Brenschelbach, Riesweiler) fahren nicht.
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