Die Wochenend-Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Lebensgefahr am Schwarzbach

Die Warnung ist arg übertrieben.
Die Warnung ist arg übertrieben.

Am Schwarzbach zwischen Hallplatz und Herzogplatz warnt ein Schild vor Lebensgefahr. Das ist arg übertrieben. Der Hallplatz war auch Thema eines Punktes im Stadtrat, der selten genutzt wird.

Ich frag’ mich ja, wie lange man an der Schwarzbachtreppe noch um sein Leben bangen muss. Seit Wochen schon, seitdem es am Jahresanfang länger stark geregnet hatte, ist die Treppe mit einer rotweißen Kette abgesperrt. In der Mitte steht ein Schild mit einem erschrocken dreinblickenden Mann mit offenem Mund, der den Passanten eine riesige warnende Hand entgegenstreckt. Der durchgestrichene rote Kreis ist eingerahmt von den Worten „Hochwasser“ und „Lebensgefahr“. Hm!? Ja, die unterste Stufe ist leicht mit Wasser bedeckt. Manchmal auch nur von Sandresten. Aber Lebensgefahr? Darf ich leise Zweifel äußern?

Aber ich will nicht nur meckern. Keine Ahnung, ob die Pressestelle der Stadt und die UBZ meine Wochenend-Kolumne lesen, aber ich schicke schon mal voraus: Ich würde nächste Woche mal nachfragen, wie hoch die Lebensgefahr noch ist.

Die Einwohnerfragestunde, der unterschätzte Tagesordnungspunkt

Denn nachfragen ist oft besser als einfach nur rummeckern. Dazu ein Beispiel aus dieser Woche: Es gibt ja diese typischen Vorurteile, die die Zweibrücker von ihrer Stadt haben. Nur noch Optiker und Apotheken in der Fußgängerzone, ist so eins. Nur noch leere Plätze. Nix mehr los. Nur noch dies, nur noch das, mecker, mecker, mecker. Dreck hier, Dreck da, und früher war sowieso alles besser und schöner. Schnell mal ein Foto gemacht und im Internet gepostet, wie schlimm alles ist.

Dass es auch anders geht, haben am Mittwoch zwei Zweibrücker gezeigt. Sie haben eine Möglichkeit genutzt, von der die Leute sehr selten Gebrauch machen, auch in den Dörfern: die Einwohnerfragestunde. Sie ist fast immer Punkt 1 der Tagesordnungen unserer Ratssitzungen. Und fast immer geht es gleich weiter mit Punkt 2, weil kein Einwohner eine Frage gestellt hat.

Der löchrige Stadtplan.
Der löchrige Stadtplan.

Am Mittwoch war es anders. Es waren keine weltbewegenden Sachen: Ein Zweibrücker störte sich daran, dass der Brunnen am Hallplatz dreckig und von Stromkästen, Mülleimern und Tütenspendern umringt sei. Eine Zweibrückerin wies auf zwei Stellwände im Eingangsbereich zum Hallplatz-Parkhaus hin: Der dortige Stadtplan ist schon so abgeblättert, dass man durchschauen kann, und daneben steht Werbung für die Zweibrücker Parkmünze. Die gibt es noch, aber nur wenige Geschäfte sind noch mit dabei.

Die Parkmünze wird kaum noch genutzt.
Die Parkmünze wird kaum noch genutzt.

Und wie haben Stadt, UBZ und Stadtwerke reagiert? Haben sich bedankt für die Anregungen und versprochen, sich drum zu kümmern. Sehr schön! Manchmal lohnt es sich eben, einfach mal kurz nachzufragen.

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