Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel LAZ Zweibrücken: Speerwerferin Christin Hussong will ins Finale von Rom

Christin Hussong aus Herschberg tritt am Montag bei der EM in Rom in der Qualifikation an.
Christin Hussong aus Herschberg tritt am Montag bei der EM in Rom in der Qualifikation an.

Eigentlich sind Europameisterschaften für die Herschbergerin ein gutes Pflaster. 2018 stand sie sogar ganz oben auf dem Treppchen. Doch in Italien muss die LAZ-Sportlerin zwei schwierige Jahre ausblenden.

Am Montagmorgen gilt es für Speerwerferin Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken: Die Herschbergerin muss bei den Europameisterschaften der Leichtathleten in Rom, die seit Freitag und noch bis Mittwoch laufen, in der Qualifikation Farbe bekennen. Denn die 30-Jährige will bei ihrer vierten EM-Teilnahme unbedingt ins Finale am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr im Olympiastadion von 1960.

Besagte Europameisterschaften steigen früh in diesem Jahr, das mit den Olympischen Spielen in Paris (2. bis 11. August) noch einen weiteren sportlichen Höhepunkt bereithält. Hussong gehört zum 113-köpfigen Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), das in Rom um Medaillen kämpfen will. Sie hält als einzige LAZ-Athletin die Fahne hoch, Sprinterin Sina Mayer und Stabhochspringer Raphael Holzdeppe sind nicht nominiert.

Gute Erfahrungen mit Europameisterschaften

Mit dem Kapitel Europameisterschaft hat Christin Hussong eigentlich gute Erfahrungen gemacht. Sie stand ja sogar schon mal ganz oben auf dem Treppchen, bei der Heim-Europameisterschaft 2018 in Berlin, als sie im Finale starke 67,90 Meter warf. Und von 2021, bei der Team-EM im polnischen Chorzów, datiert immer noch ihre aktuelle Bestweite von 69,19 Meter, mit der die zweimalige Diamond-League-Gewinnerin international mehr als konkurrenzfähig ist. Zudem gab sie 2014 ihr EM-Debüt bei den Frauen in Zürich.

Und eigentlich hat die LAZ-Sportlerin, die schon dreimal an Olympischen Spielen sowie an drei Welt- und drei Europameisterschaften teilnahm, in diesem Jahr auch Großes vor. „Klar ist, dass ich nicht einfach so nach Rom zur EM fahren will“, hatte sie während der Vorbereitung schon im März gesagt. Ziel sei dort ebenso das Finale wie bei den Olympischen Spielen in Paris. „Ich bin überzeugt, dass ich beides auf jeden Fall draufhabe“, sagte sie weiter selbstbewusst.

Ziel: die alte Wurftechnik wieder abrufen

Wenn Christin Hussong am Montag entweder in der ersten Gruppe um 10.25 Uhr oder dann in der zweiten Qualifikationsgruppe um 11.45 Uhr antritt, muss sie allerdings die vergangenen beiden Jahre, in denen es wegen Verletzungen und Krankheit nicht gut lief, vollständig ausblenden. Im Jahr 2022 war sie beim vereinseigenen Meeting im Westpfalzstadion gestürzt, schleppte im Anschluss lange eine Verletzung mit sich herum. Sie verpasste die WM in den USA und als Titelverteidigerin die Heim-EM in München. Erst im Herbst konnte ein DLV-Chiropraktiker die Probleme in ihrem linken Stemmbein beheben. Aber an alte Weiten kam sie seitdem kaum noch heran, im Vorjahr nominierte der Verband Hussong nicht für die WM in Ungarn – erstmals seit Langem nicht, ein echter Dämpfer.

Vor der Saison war sie mit Papa und Trainer Udo daher intensiv auf der Suche nach ihrer alten Wurftechnik. Die beiden zerlegten Christins Wurf in der Analyse in alle Einzelteile. Sie fanden auch einzelne Stellschrauben. Nun muss zusammengesetzt wieder alles klappen. Mal sehen, ob das in Rom hinhaut. Ihre Saisonbestweite liegt bis jetzt bei 59,63 Metern.

ZUR PERSON Christin Hussong

geboren am 17. März 1994

Wohnort: Herschberg

Berufsausbildung: Master im Fach Gesundheitsmanagement in Saarbrücken

Disziplin: Speerwurf

Trainer: Udo Hussong

Verein: LAZ Zweibrücken (seit 2012, zuvor TV Thaleischweiler)

Erfolge: U18-Weltmeisterin in Lille 2011, Silber U20-EM in Rieti, Frauen-EM-Siebte 2014 in Zürich, deutsche U23-Meisterin 2015, U23-Europameisterin 2015 mit 65,60 Metern, WM-Sechste 2015 in Peking, EM-17. in Amsterdam, Zwölfte bei Olympia 2016 in Rio, Neunte bei Olympia in Tokio 2021, WM-16. 2017 in London, Europameisterin 2018, WM-Vierte 2019 in Doha, deutsche Meisterin 2016, 2018, 2019, 2020, 2021 und 2023.

Bestweite: 69,19 Meter (Mai 2021, Team-EM in Chorzów/Polen).

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