Handball
Kurzfristige Änderung des Modus: Frauen des SV 64 Zweibrücken spielen keinen Aufstiegsrunde
Die Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken werden also auch kommende Saison in der RPS-Oberliga spielen. Und das, obwohl nun doch Aufstiegsspiele zur Dritten Liga ausgetragen werden. „Damit war nun überhaupt nicht mehr zu rechnen. Ich habe kürzlich noch mit dem Spielleiter telefoniert, da war das nicht abzusehen“, erklärt Lydorf. Es galt bis vergangenen Freitag die Anfang April festgelegte Aufstiegsordnung. Die besagte, dass am Wochenende des 11. Juni Aufstiegsspiele ausgetragen werden, wenn die teilnehmenden Mannschaften bis zum 17. Mai wieder ins normale Hallentraining einsteigen können. Wäre das nicht möglich, so die klare Aussage in der Verordnung, werde über den Aufstieg nach sportlichen Kriterien entschieden, im Zweifelsfall gelost.
Plötzlich doch Profi-Sportler?!
„Für uns war ganz klar, das haben wir auch immer so kommuniziert, dass wir nur aufsteigen wollen, wenn die Entscheidung sportlich auf dem Spielfeld getroffen wird“, erinnert Lydorf. Auf einen Aufstieg per Losentscheid hätten die Zweibrückerinnen daher verzichtet. Dass seine Mannschaft am 17. Mai angesichts der Inzidenzen und der in Zweibrücken geltenden Corona-Bestimmungen nicht ins Mannschaftstraining einsteigen könnte, „war frühzeitig klar und auch am 16. Mai noch Tatsache“, erzählt Lydorf. Damit sei für alle Beteiligten klar gewesen, dass entsprechend der Regelung über den Aufstieg am grünen Tisch entschieden wird. Wie in einigen Nachbarverbänden, zum Beispiel in der Oberliga Baden-Württemberg.
Der SV 64 hinterlegte deshalb auch keine Kaution für die Dritte Liga. Diese wäre eine Voraussetzung gewesen, um an den Aufstiegsspielen teilnehmen zu können. „Das Geld hätte es ja nicht zurückgegeben. Und am 16. Mai stand fest, nach der geltenden Regelung kann nicht gespielt werden“, resümiert Lydorf.
Mit der Kehrtwende, die nun am 21. Mai vollzogen wurde, „haben wir nie und nimmer gerechnet“, ärgert sich der SV-Trainer. Das, was er schon Anfang des Jahres gefordert hatte, als klar war, dass es Aufsteiger in die Dritte Liga geben wird, wurde jetzt Realität: Die Aufstiegsspiele zur Dritten Liga wurden vom Deutschen Handball-Bund als Profisport eingestuft. „Das hätte man von Anfang an machen müssen“, erinnert Lydorf an seine früheren Aussagen. Dann hätte er seit Wochen mit seiner Mannschaft trainieren können.
SV-Spielmacherin Krein geht
Für die erforderlichen Corona-Tests „hätten sich Lösungen gefunden“, ist er überzeugt. Der SV 64 habe ja bei den Herren gute Erfahrungen mit der Einstufung als Profi-Sport gemacht, „das hätte auch in irgendeiner Form für uns funktioniert. Auch so, dass der Verein finanziell nicht noch mehr belastet wird“, sagt Lydorf. Dass die Entscheidung Profi-Sport nun von DHB-Seite so kurzfristig, ohne vorherige Ansage, getroffen wurde, „ist das, was mich ärgert“, sagt er. Weil seiner Mannschaft bislang kein Profi-Status zugeteilt war, „hatten wir mal eine Trainingseinheit in der Halle mit einer Fünfer-Gruppe ohne Kontakt“, resümiert er. An Spiele „war so absolut nicht zu denken, zumal die Corona-Verordnung für Nicht-Profi-Sportler ja mindestens bis Ende Mai gilt“, sagt er.
Der erste große Ärger ist zwischenzeitlich etwas verraucht. Trainieren wäre jetzt auch schwierig geworden, da in den Pfingstferien die Zweibrücker Sporthallen geschlossen sind. Der Fokus liegt nun auf der kommenden Runde, in der Lydorf nicht mehr mit Spielmacherin Lucie Krein planen kann, die mit ihrem Freund Marc-Robin Eisel (geht zum TV Hochdorf) in die Südpfalz zieht und deshalb künftig für Pfalzligist TSG Haßloch spielen wird. Elisa Wagner zieht es studienbedingt nach Hessen. Während beim SV 64 also die Planungen Richtung Oberliga-Re-Start gehen, ermitteln die HSG Hunsrück, die FSG Arzheim/Moselweiß und die TSG Friesenheim am 25., 26. und 27. Juni in drei Spielen – jedes Team hat einmal Heimrecht – den Drittliga-Aufsteiger.
Herren: TV Homburg spielt mit
Auch bei den Herren wird der Aufsteiger sportlich ermittelt. Der TV Homburg, der als Saarlandliga-Meister in die Oberliga aufstieg, coronabedingt dort aber noch kein einziges Spiel bestritt, trifft auf die Sportfreunde Budenheim. Am 25. und 27. Juni wird in Hin- und Rückspiel der Klub für die Dritte Liga ermittelt. Für die vom früheren VTZ-Trainer Mirko Schwarz trainierten Homburger laufen dabei unter anderem die Ex-VTZ-Spieler Richard Wilga und Patrick Bach sowie die Ex-SV-Spieler Lukas Majbik und Torwart Benny Berz auf. Und die Homburger haben sich für die beiden Aufstiegsspiele gegen die Rheinhessen eigens noch mal verstärkt: mit Torwart Roko Peribono, der schon Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen spielte, jetzt das Tor des Drittligisten TV Hochdorf hütet, und Max Hartz, der bei Drittligist TV Großsachsen unter Vertrag steht.