Zweibrücken
Kunstverkauf für den guten Zweck: Ute Rincks Gemälde im Atelier F
Kleine und große Aquarelle, Zeichnungen und Fotografien hat Ute Rinck zusammengestellt und auch neu gemalt und jedes einzelne Werk mit Punkten versehen. Zwischen zehn und 40 Euro nimmt sie pro Kunstwerk. Die meisten sind farbenfroh, etliche abstrakt, andere aber auch gegenständlich. Fritz Häfner, den in Zweibrücken jeder nur als „de Fritz“ kennt, ein, wenn nicht gar das Zweibrücker Original schlechthin, hat Ute Rinck beispielsweise gemalt, in verschiedenen Posen, mit und ohne Hund. Aber auch florale Farbmischungen kann man ab 7. Oktober an jedem Samstag dieses Monats zwischen 10 und 12 Uhr in der Fruchtmarktstraße 13 besichtigen, sofort kaufen und gleich mitnehmen.
Das angestammte Atelier verlassen
Seit mehr als eineinhalb Jahren teilt sich Ute Rinck das neue Atelier namens Atelier F in der Innenstadt mit den beiden Zweibrücker Künstlerinnen Susanne Gries und Sülbiye Kekec. Letztere ist Eigentümerin der rund 100 Quadratmeter großen schlauchartigen Räumlichkeiten, neben deren Glastür ein auffälliger grüner Geldautomat die Besucher empfängt. Der hat jedoch mit dem Atelier nichts zu tun, noch kann man die Kunst der drei Damen auch nicht mit Karte bezahlen.
Mitten in der Corona-Zeit hat Ute Rinck ihr angestammtes Atelier in der Wachtelstraße, eine ehemalige Schreinerei mit tollem Holzdielenboden und einem im Winter wärmenden Bollerofen, verlassen. „Das war mir einfach zu groß und zu viel Aufwand mit dem Putzen und dem Heizen“, sagt die 85-jährige Künstlerin und Kunstlehrerin im Ruhestand. Die neuen Räume sind pflegeleichter, zudem hat sie dort künstlerische Gesellschaft. Denn auch ihre ehemalige Atelierpartnerin Babette Woltemath, mit der sie noch in der Wachtelstraße arbeitete und ausstellte, ist nicht mehr da. Sie ist nach Norddeutschland gezogen, hat aber noch beim Auszug aus der Wachtelstraße mit angepackt.
Warum die Preise 40 Euro nicht übersteigen
So arbeitet und werkelt Ute Rinck nun in völlig neuem Ambiente. Gefliester Boden und Glastüren, weiße Wände statt Sandsteinmauern, dafür aber viel Platz, um Bilder aufzuhängen. Den sie sich natürlich teilen muss mit den beiden anderen Künstlerinnen. Die sind bei den Benefiz-Samstagen erst einmal außen vor, steuern keine eigenen Werke bei. Verkauft werden an diesen Tagen rund 65 Werke von Rinck, das kleinste misst rund Din A5, das größte Bild hat die Maße 40 mal 80 Zentimeter. Alle Bilder sind gerahmt, fast alle hinter Glas. „Der Preis hängt auch ab vom Rahmen“, sagt Ute Rinck zur Preisgestaltung, die jedoch volkstümlich ist. „Die Zweibrücker kaufen nichts für mehr als 40 Euro“, sagt Rinck trocken. Sie spricht aus Erfahrung.
Trotzdem hofft sie auf große Resonanz. Wie auch ihre Freundin Annette Peetz, die sie schon Jahrzehnte aus gemeinsamen Projekten des Zweibrücker Kunstvereins kennt und welche die Zweibrücker Tafel gegründet hat, die jede Woche Lebensmittel an Bedürftige verteilt.
Angenehm und manchmal spannungsreich
„Das weite und interessante Gebiet der Wahrnehmung, vor allem beim Fotografieren und Zeichnen, ist zentraler Gegenstand meiner künstlerischen Arbeit“, sagt Ute Rinck. „Die Farbe nutze ich als Ausdrucksmittel, um Vorgänge wie Kraftaufbau oder Schwächung, Kraftentwicklung oder explosive Kraftausbreitung, um Ruhe und stille Atmung zu verdeutlichen.“ Dabei setze sie die Farben so ein, dass durch das Nebeneinander der Flächen ein angenehmer und manchmal spannungsreicher Eindruck entstehe.
Zur Person: Ute Rinck
Ute Rinck wurde 1938 im saarländischen Püttlingen geboren. Sie studierte in Saarbrücken und Mainz Kunsterziehung. Mit dem Kunsterzieher Helmut Schulze gründete sie 1982 den heute noch bestehenden Zweibrücker Kunstverein. Lange Jahre gab sie Zeichenkurse. Rinck malt und zeichnet, am liebsten Großformate, erstellt aber auch Keramikskulpturen. Mit ihrer 6x6-Mittelformatkamera fotografiert sie die Werke ihres Sohnes Stefan, der als Bildhauer in Berlin lebt und international ausstellt und arbeitet.