Zweibrücken Kunden sind zwischen neun und 100 Jahre alt

Der Pflegedienst gibt heute 31 Menschen Arbeit, einigen davon in Teilzeit. Humanitas bietet 20 Vollzeitstellen und bildet zwei M
Der Pflegedienst gibt heute 31 Menschen Arbeit, einigen davon in Teilzeit. Humanitas bietet 20 Vollzeitstellen und bildet zwei Mitarbeiter zu Altenpflegehelfern aus.

Der private Pflegedienst Humanitas wächst. Zur Monatsmitte ist er von Riedelberg nach Contwig umgezogen. Wo bis vor wenigen Monaten die Mittelbacher Bäckerei Mittrach eine Filiale betrieben hatte, werden seit 15. November die Fahrtrouten und Pflege-Einsätze von 30 Mitarbeitern geplant. Humanitas-Inhaberin Christine Kube hat sich mit Unterstützung ihres Lebenspartners Andreas Höh ihren Lebenstraum erfüllt.

Gegründet wurde Humanitas 1995 in Riedelberg, und zwar von Rudolf Zimmer. Der Gründer wandelte die ehemalige Personengesellschaft 2015 in eine GmbH um und ging zum 31. März 2018 in den Ruhestand. Dann verkaufte er seine Firma allerdings nicht an eine große Pflegedienst-Kette: Stattdessen übernahm Pflegedienstleiterin Christine Kube zum 1. April ihren bisherigen Arbeitgeber. Die aus Kaiserslautern stammende Alterspflegekraft hat in der Region schon Erfahrungen in diesem Beruf gesammelt, auch in leitender Position. Ihr Freund Andreas Höh arbeitete zu dieser Zeit als kaufmännischer Leiter bei einem Diamanthändler in Idar-Oberstein und wollte eigentlich gar nicht einsteigen in die Firma seiner Freundin. „Aber das hat eine Eigendynamik entwickelt. Der Dienst ist stark gewachsen von rund 50 Kunden auf über 120 in weniger als einem halben Jahr. Und da macht man die Verwaltung und Abrechnung nicht mehr so nebenbei“, erzählt Andreas Höh. Also fiel die Entscheidung, seine Freundin bei ihrer Herzensangelegenheit zu unterstützen. Seit Oktober kümmert sich Andreas Höh aus Biedershausen um die finanziellen und betriebswirtschaftlichen Aspekte des Pflegediensts. Dieser gibt heute 31 Menschen Arbeit, einigen davon in Teilzeit. „Wir kommen zusammengerechnet auf 20 Vollzeitstellen und bilden zwei Mitarbeiter zu Altenpflegehelfern aus“, sagt Höh. Das Einzugsgebiet von Humanitas liegt zwischen Zweibrücken und Pirmasens sowie im Umland in einem Radius von 30 Kilometern. Nur das Saarland und Frankreich sind tabu, weil Pflegedienste für jedes Bundesland eine eigene Kassenzulassung brauchen und Landesgrenzen überschreitende Pflege recht schwierig ist. Dennoch sieht Gründerin Christine Kube auch in dieser Region Potenzial. „Wir wollen wachsen und uns weiter vergrößern“, erklärt sie. Dabei stehe der ganzheitliche Pflegeansatz im Vordergrund bei Humanitas. Das bedeute, dass von der Antragstellung der Kunden über die Hauswirtschaft bis zur kompletten medizinischen und pflegerischen Versorgung alles aus einer Hand kommt. „Unser jüngster Kunde ist neun Jahre alt, der älteste über 100“, räumt Kube mit dem Vorurteil auf, dass nur ältere Menschen pflegebedürftig seien. Mit Blick auf den Umzug von Riedelberg nach Contwig hatten einige Kunden schon befürchtet, dass ihre Versorgung schlechter werden könnte. Doch Andreas Höh beruhigt: „Wir fahren die Touren unverändert und betreuen unsere Bestandskunden wie bisher. Die merken keinen Unterschied.“ Zugleich bringt der Ortswechsel etliche Vorteile für Christine Kube, Andreas Höh und ihr Team. Die langen Anfahrten im Einzugsgebiet aus Riedelberg sind weggefallen, das hat laut Höh für Mitarbeiter wie Kunden Vorteile. Und für die Firma hat die zentralere Lage jetzt den Nebeneffekt, dass künftige Mitarbeiter viel besser zu erreichen sind als zuvor in Riedelberg. „Wir konnten durch unsere Vergrößerung schon etlichen Kunden helfen, die bei anderen Pflegediensten auf Wartelisten standen“, sagt Christine Kube und macht deutlich, dass auch die Kunden etwas vom Umzug haben. Für sie und ihren Lebenspartner persönlich ändert der Umzug nicht viel. Beide wohnen nach wie vor in Biedershausen und pendeln täglich zur Arbeit. Ein Achtstunden-Tag sei als Selbstständiger sowieso nicht drin, verrät die Pflegedienst-Leiterin. Genauso wenig wie die Aussicht, mit einem eigenen Pflegedienst reich zu werden. Das ist laut Andreas Höh kaum möglich. Seine Freundin sei jedoch mit Leib und Seele Pflegerin und lebe ihren Beruf mit Leidenschaft. Humanitas überzeuge aber nicht nur durch Pflege mit Herz, sondern auch mit Fachkenntnissen. Denn durch die Vorbildung der Mitarbeiter etwa als Intensivpflegerin oder Altenpfleger werde ein sehr breites Spektrum in der Pflege abgedeckt. Und Rudolf Zimmer, der Humanitas-Gründer der ersten Stunde, steht dem jungen Team laut Höh noch immer beratend zur Seite.

Die beiden Geschäftsführer bei Humanitas sind Christine Kube und Andreas Höh.
Die beiden Geschäftsführer bei Humanitas sind Christine Kube und Andreas Höh.
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