Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Kubota: 2023 soll nächstes Rekordjahr werden

Nur eine ganz kleine Auswahl der mehr als 15.000 Bagger und Radlader, die im Rekordjahr 2022 in bei Kubota in Zweibrücken gebaut
Nur eine ganz kleine Auswahl der mehr als 15.000 Bagger und Radlader, die im Rekordjahr 2022 in bei Kubota in Zweibrücken gebaut und montiert werden.

Trotz vereinzelt knappem Material und auch Personal wird die Kubota-Baumaschinenfabrik Zweibrücken das Krisenjahr 2022 zu einem Rekordjahr machen. 15.200 Kompaktbagger und Radlader werden gebaut. Nächstes Jahr noch 20 Prozent mehr.

Den Ausblick gab das japanische Unternehmen, das seit Januar in Toshitaka Matsuo einen neuen Werkleiter hat, am Dienstagabend beim ersten Wirtschaftstreff des Vereins Zukunftsregion Westpfalz und der Industrie- und Handelskammer Pfalz. Das Treffen soll es nun zweimal im Jahr geben, an wechselnden Orten. Mehr als 60 Vertreter aus Unternehmen, Handelsverbänden, Organisationen und der westpfälzischen Kommunalpolitik ließen sich durchs Werk an der Steinhauser Straße führen, diskutierten danach mit Matuo und anderen Kubota-Vertretern, waren sichtlich beeindruckt von der Fertigung und den Produkten „made in Zweibrücken“.

Die Spätschicht der Bagger-Produktion – angefangen von den Schweißern im Stahlbau über die Lackiererei bis zur Montage und Endkontrolle – ließ sich auf die Finger schauen. Der für die Produktion und die Beschaffung im Werk zuständige Michael Gorges, selbst Vorstandsmitglied des Vereins Zukunftsregion, rollte den Kubota-Plan ein Stück weit aus. Schon jetzt Weltmarktführer im Segment der Kompaktbagger bis sechs Tonnen-Gesamtgewicht, will Kubota weiter wachsen. Die Nachfrage sei enorm. Aus Zweibrücken wird über das Vertriebszentrum in den Niederlanden – ein größeres ist gerade in Bau – der europäische Markt beliefert. Nach Nordamerika und Australien wird direkt ab Zweibrücken versandt. Infrastrukturprojekte, der Glasfasernetzausbau, Stadtumbau, brauchen die kleinen, wendigen Bagger. Die Nachfrage der Bauunternehmer, Maschinenpools, der Händler sei so groß, dass die Werkskapazität von 17.000 Baggern in Jahr nahezu ausgeschöpft werde. Hinzu kommt ein geplantes Wachstum von 20 Prozent bei den Radladern, ausgehend von etwa 2400 Maschinen in diesem Jahr. Die Radler werden seit 2014 in Zweibrücken montiert, der Stahlbau erfolgt aber im Wesentlichen in China. „2023 wird definitiv das nächste Rekordjahr für uns“, sagt Gorges.

Wosnitza: „Haben gemeinsam ein bissel was vor“

Werksleiter Matsuo hatte vor vier Wochen, als die 200.000. in Zweibrücken gebaute Maschine das 1989 eröffnete, mehrfach ausgebaute Werk verließ, von mehr als 100 Neueinstellungen im laufenden Jahr berichtet, den Personalstand mit 720 angegeben. „Wenn wir alle Mitarbeiter schon hätten, die wir wollen, hätten wir schon 800“, ergänzte Michael Gorges seinen Chef beim Wirtschaftstreff am Dienstag.

Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza, der den Abend miteröffnet hat, deutete an, dass auch die Stadt gefordert sei, den bedeutenden, aber räumlich an Grenzen stoßenden Arbeitgeber zu unterstützen. „Wir haben gemeinsam ein bissel was vor“, sagte Wosnitza. Die Hoffnung, sich weitere Gewerbeflächen für die Standortentwicklung sichern zu können, hatte Toshitaka Matsuo schon im Gespräch mit der RHEINPFALZ geäußert. OB Wosnitza bezog sich erneut auf die gerade zusammen mit der Stadt Pirmasens und dem Landkreis Südwestpfalz erstellte Potenzialstudie Gewerbeflächen, die für Zweibrücken allein einen Bedarf von zusätzlichen 40 Hektar Ansiedlungsflächen aufzeigt. „Dabei geht es – das geht mir in der Diskussion immer etwas unter – nicht nur um Neuansiedlungen, sondern auch Entwicklungsmöglichkeiten unserer schon angesiedelten Unternehmen.“ Die jüngste Werkserweiterung von Kubota Richtung Flugplatzgelände sei bestes Beispiel. Aber auch der Neubau, praktisch ein Anbau der Logistik von John Deere an sein Werk an der Homburger Straße, die Neunutzung des Oltsch-Geländes.

Lokale Entwicklungen bringen Region voran

Das neue Format der Wirtschaftstreffen des Vereins Zukunftsregion Westpfalz und der Industrie- und Handelskammer der Pfalz sei, so Wosnitza, besonders wichtig, weil sich mit lokalen Entwicklungen auch immer die Region entwickele. Wie wichtig dabei Netzwerkarbeit, das gute persönliche Kennen und Einvernehmen sei, habe die letztlich nur ganz knapp vor drei Jahren gescheiterte Ansiedlung von Tesla auf dem Zweibrücker Flughafengelände gezeigt. Still, vertrauensvoll, effektiv, habe man in der ganzen Westpfalz für die Tesla-Chance zusammengearbeitet. Nun gelte es andere Chancen zu nutzen.

Zum ersten Wirtschaftstreff von Zukunftsregion und IHK kamen mehr als 60 Unternehmensvertreter und Kommunalpolitiker im Werk an
Zum ersten Wirtschaftstreff von Zukunftsregion und IHK kamen mehr als 60 Unternehmensvertreter und Kommunalpolitiker im Werk an der Steinhauser Straße zusammen.
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