Zweibrücken
Kreuzung Hofenfelsstraße: Warum Fußgänger anders laufen müssen
Zweieinhalb Monate lang gab es eine Baustelle an der Kreuzung Hofenfels-/Saarlandstraße, ehe sie am 30. Oktober aufgehoben wurde. Der Verkehrsknoten war seit Mitte August nur eingeschränkt befahrbar; der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) ließ die Ampel dort durch eine weniger störungsanfällige Anlage mit moderner Technik austauschen. Bei einigen Zweibrückern kam in den Tagen nach Abschluss der Baumaßnahmen Verwirrung auf: Wo ist die Fußgängerampel in der Landstuhler Straße geblieben? Und war die Landstuhler Straße zumindest in einer Richtung noch übers Wochenende weiterhin gesperrt?
Wolfgang Lauer wohnt in der Landstuhler Straße. Deren Baustellenabsperrungen, so ist ihm aufgefallen, seien am letzten Oktoberwochenende von der Hofenfelsstraße her planmäßig abgeräumt worden: Wie im gesamten Kreuzungsbereich habe man die Umleitungsschilder und rotweißen Barrieren auch an der Anbindung zur Landstuhler Straße entfernt. Ein anderes Bild habe sich in Gegenrichtung geboten:
Mindestens noch am Freitag, 31. Oktober, hätten auf dem Kreuzberg an der Kreuzung Kirrberger-/Amerikastraße zur Hochschule sowie am Kreisel auf dem Hochschulgelände immer noch die Umleitungsschilder in Fahrtrichtung Stadtmitte gestanden. „Damit wurden auch Lieferanten mit LKW weiterhin spätestens am zweiten Kreisel zur Umkehr aufgefordert“, erinnert sich Lauer. Er selbst habe an jenem Freitag um die Mittagszeit versucht, das Ordnungsamt telefonisch auf das Problem hinzuweisen. Doch zu diesem Zeitpunkt habe er im Rathaus niemanden mehr erreicht. Wolfgang Lauer bemängelt, dass auf dem Kreuzberg die Umleitungsschilder und Absperrungen tagelang unnötig stehengeblieben seien und den Durchgangsverkehr – und womöglich auch Rettungsfahrzeuge – behindert hätten.
Stadt: Barrieren zur Seite geschoben
Von der RHEINPFALZ darauf angesprochen, sieht man die Sache in der Stadtverwaltung etwas anders: Die Straße sei sehr wohl geöffnet worden. Rathaussprecher Jens John: „Es wurde der gesamte Bereich am 30. Oktober freigegeben. Lediglich die Beschilderung und Absperrungen wurden nicht abtransportiert, allerdings zur Seite geschoben. Das liegt an personellen Kapazitäten des Verkehrssicherers.“
Auch der Zweibrücker Christian Romé hat sich nach Abschluss der Bauarbeiten an die RHEINPFALZ gewandt. Er fragte, warum es im Kreuzungsbereich zur Hofenfelsstraße jetzt keine eigene Fußgängerampel zum Überqueren der Landstuhler Straße mehr gibt. Im Namen der Stadtverwaltung bestätigt Jens John, dass man dort tatsächlich keine Fußgängerampel mehr aufgestellt hat. Dazu habe man sich entschlossen, weil „die Ausbildung des Überganges nicht barrierefrei hergestellt werden“ könne. John: „Diese Abstimmung erfolgte auch in Absprache mit dem Landesbetrieb Mobilität.“
Für Rollstuhlfahrer besser zugänglich
Man habe den gesamten Kreuzungsbereich barrierefrei erneuert. John erklärt, dass ein Rollstuhlfahrer, der von der Saarlandstraße her kommend sowohl die Hofenfels- als auch die Landstuhler Straße überqueren möchte, früher ein Problem hatte: Hatte er in der Hofenfelsstraße die Fußgängerampel an ihrem bisherigen Standort genutzt, fand er sich auf der anderen Straßenseite auf einer schmalen, spitz zulaufenden Verkehrsinsel mit Mäuerchen und Geländer wieder. Dort erreicht der Gehweg nicht die Mindestbreite von einem Meter, die der Rollstuhlfahrer zum Rangieren benötigt. Dieser hat dort also gar nicht die Möglichkeit, bis zur Landstuhler Straße vorzudringen – beziehungsweise dorthin, wo jetzt die Fußgängerampel abgebaut wurde.
Daher verweist der Rathaussprecher auf die Fußgängerampel am Hilgardhaus in der Hofenfelsstraße: Von dort aus sei auch jene Seite der Landstuhler Straße gut zugänglich, die für Rollstuhlfahrer früher nicht zu erreichen war. Jens John bestätigt, dass die neue Wegeführung mit einem kleinen Umweg verbunden ist, und Menschen ohne körperliche Einschränkungen müssten in der Landstuhler Straße nun auf eine separate Fußgängerampel verzichten. Doch mithilfe der jetzt gefundenen Lösung würden der „Fußverkehr sowie Personen mit Geh- oder Sehbehinderungen sicher über die Fahrbahn“ der Hofenfelsstraße geführt, und auch die andere Seite der Landstuhler Straße sei ab sofort für alle erreichbar.
Eine Änderung gab es auch bei der zweiten Fußgängerampel in der Hofenfelsstraße: Diese wurde gut 20 Meter in Richtung Badeparadies versetzt. Was ebenfalls den Rollstuhlfahrern zugute kommen soll: Diese erreichen nun besser die schräge Auffahrtsrampe zur Landstuhler Straße. Drückt man an dieser Ampel den Knopf, um als Fußgänger Grün zu bekommen, löst man zugleich ein zusätzlich installiertes Halte-Lichtsignal für die Autos auf der Hofenfelsstraße aus.