Zweibrücken Knapp gescheitert
«MARKKLEEBERG.» Der 18-jährige Höheischweilerer Ulf Jung, der für die Wassersportfreunde (Wsf) Zweibrücken paddelt, startete in dieser Saison mit großen Hoffnungen bei den WM- und EM-Qualifikationsläufen. Enttäuscht, da als Viertplatzierter denkbar knapp an seinem großen Ziel gescheitert, trat er am Sonntagabend von Markkleeberg bei Leipzig den Heimweg an.
Jedes Jahr wird in vier Wettkämpfen an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden ausgefahren, wer bei der Weltmeisterschaft und der Europameisterschaft Deutschlands Farben vertreten darf und zum Nationalkader gehört. Nicht nur die aktiven Damen und Herren müssen sich jedes Mal aufs Neue beweisen. Auch bei den Jugend- und Junioren-Kanuten (15 bis 18 Jahre) wird ermittelt, welches Top-Trio bei WM und EM starten darf. Dazu wollte diesmal unbedingt auch Wsf-Paddler Ulf Jung gehören. Ende April beim ersten Rennen in Augsburg fuhr Jung an Tag eins auf dem legendären Eiskanal souverän ins Finale der besten Zehn und wurde Sechster. „Nicht optimal, aber fürs Gesamtklassement noch nichts verloren“, meinte Wsf-Trainer Angel Perez. Doch am zweiten Tag hielt Jung im Finallauf dem Druck scheinbar nicht stand, machte am vorletzten Slalomtor einen groben Fahrfehler und wurde nur Zehnter. Alle Pläne, für die der Pirmasenser Gymnasiast sogar zwei Wochen vom Immanuel-Kant-Gymnasium freigestellt wurde, schienen sich in Luft aufzulösen. Der rheinland-pfälzische Landeskadertrainer Florian Schlegel hatte eine Woche lang zu tun, um ihn für die Wettkämpfe drei und vier in Markkleeberg bei Leipzig wieder aufzubauen. Einen Ausrutscher können sich die Nachwuchspaddler durchaus erlauben, da nur die drei besten Platzierungen gewertet werden. Offensichtlich gelang Schlegel das, denn am ersten Wettkampftag in Markkleeberg fand Jung in die Spur zurück. In einem überragenden Finallauf gewann er dieses Rennen und hielt sich die Chance weiter offen, sich am letzten Tag noch fürs Nationalteam zu qualifizieren. Auch diese letzte Regatta fuhr Ulf Jung richtig stark, er belegte Rang zwei. Durch die Konstellation und die Ergebnisse der Konkurrenz reichte es in der Endabrechnung aber nur für den vierten Platz – mit einem Punkt Abstand auf den dritten Rang, der zur Teilnahme an WM und EM berechtigt hätte. Wsf-Trainer Perez brachte es hinterher auf den Punkt: „Uns ist zum Weinen. Wenn man sieht, was Ulf an Disziplin, Trainingsfleiß und Motivation über Jahre hinweg an den Tag gelegt hat, kann man sich vorstellen, wie groß die Enttäuschung im ersten Moment ist.“ Freuen konnten sich die Wsf Zweibrücken über das gute Ergebnis seines Bruders Holger Jung (16). Er fuhr unter 33 Startern in den vier Rennen auf die Plätze 30 und 16 in Augsburg, sowie 16 und 13 in Markkleeberg. „Wenn man sieht, dass Holger als Sechzehnter im Gesamtklassement Zweitbester seines Jahrgangs ist und noch zwei Jahre die Chance hat, ganz nach vorne zu fahren, lässt das für die Zukunft hoffen“, meinte Kadertrainer Florian Schlegel.