Zweibrücken Klar und kraftvoll

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Glasklare Stimmen mit ergreifendem Ausdruck, die sich wie eine einzige anhörten – der Klang des Chors Gospel & Praise aus Mittelbach war unverwechselbar, die mitreißende Stimmung ihres Konzertes am Sonntagabend in der Martin-Luther-Kirche in Contwig ebenfalls.

„Lord Reign in Me“ war das Motto der zwölf Sängerinnen und ihres Chorleiters Rüdiger Schreiweis, am Klavier begleitete Kreiskantor Maurice Antoine Croissant aus Pirmasens, für den Rhythmus sorgte Simon Rupp an der Percussion. Und neben den großen Hits präsentierten die stimmgewaltigen Damen viele weniger bekannte Gospels. Aber für jeden Song fanden sie einen eigenen Ausdruck, eine besondere Note, die ihre Interpretationen auszeichnete und zu einem Erlebnis werden ließ. Nach dem „Kyrie“ zum Einzug begeisterten die Chordamen in „Now“ mit vollem Chorklang, schöner Klangfarbe und swingenden Rhythmen ohne instrumentale Begleitung. Am packendsten aber war der Ausdruck. Der Funke sprang sofort auf die knapp 70 Besucher in der Martin-Luther-Kirche über, die spontan mitklatschten. Sonore, dunkle Klänge voller Ruhe und Zuversicht und eine malerische, dabei aber sehr dezente Percussion zeichneten „My Promise“ aus. Kraftvoll und siegessicher klang „Jesus Is the Answer“ mit einem klangschönen, tiefen Solo von Connie Haller. Rupp untermalte diesen Gospel mit kraftvoll akzentuierender Percussion. Das Publikum fiel immer wieder in den Refrain ein und klatschte mit. Auch „My Life Is in Your Hands“ von Kirk Franklin, ein Klassiker der schwarzen Gospelmusik, fesselte durch die prägnanten Rhythmen und die dunkel getönte, sonore Melodie. Ein bezauberndes Solo von Altistin Nicole Flesner zeichnete die Interpretation des Gospels „Because of Who You Are“ aus. Rockig, mit pulsierend durchlaufendem Offbeat und pochenden Rhythmen, gestaltete Gospel & Praise „Jesus Is the Lover of My Soul“. Die apokalyptisch-endzeitlichen Bilder interpretierten die Sängerinnen mit hochdramatischem Ausdruck und fesselnden Klangfarben und rissen ihre Zuhörer zu spontanen Rufen und Mitklatschen mit. Vibrierende Spannung charakterisierte auch den mystisch-eschatologischen Song „The Sign of the Son“, der die Wiederkehr Jesu zum Ende der Welt thematisiert. Wie eine visionäre Beschwörung klangen die zu einer einzigen Stimme verschmelzenden Chorstimmen in diesem faszinierenden Vortrag. Von ruhiger Zuversicht getragen waren „We Shall Overcome“ und „Born Again“ mit einem hell leuchtenden Solo von Sopranistin Anja Bless. Der ruhige Gospel „This Little Light of Mine“ mit seiner imaginären Kraft war der letzte Titel. Auf die zahlreichen Zugabe-Rufe reagierte der Chor mit einem Welthit: „Oh Happy Day“ mit einem Solo von Connie Haller.

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