Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Kita bei Hochwasser „regelrecht abgesoffen“

„Die Kita wird wieder absaufen“, sagt FWG-Sprecher Kurt Dettweiler voraus.
»Die Kita wird wieder absaufen«, sagt FWG-Sprecher Kurt Dettweiler voraus.

Die Kita in der Ixheimer Meisenstraße wurde beim Hochwasser an Pfingsten so schwer beschädigt, dass sie für mehr als 500.000 Euro saniert werden muss.

Die protestantische Kita mit 50 Plätzen sei regelrecht abgesoffen, schreibt das Architekturbüro Grub in seinem Sachbericht. Das Wasser habe 80 Zentimeter hoch im Gebäude gestanden. Estrich, Bodenbelag, Fliesen und der Gipsputz seien zu erneuern. Ebenso Einbauten aus Holz Holzverkleidungen im Flur und die Fensterbank-Sitzelemente in den Gruppenräumen. Viele Hoffenster und Türen seien aufgequollen und samt den Rollläden zu erneuern. Die Akustikdecken aus Schaumstoff seien „durch die Feuchte versifft“. Die Toiletten und manche Waschbecken müssten ausgetauscht werden, der Warmwasserspeicher sei defekt, die Heizung müsse geleert und wieder befüllt werden. Die Elektrik sei zu überprüfen. Die Küche und die komplette Inneneinrichtung müssen ebenfalls ersetzt werden.

„Die Außenanlagen haben das Hochwasser recht gut verkraftet. Dort ist es wohl mit Aufräum- und Reinigungsarbeiten getan“, heißt es in dem Bericht. Er schließt mit einer Liste von Maßnahmen, die man gleich mit angehen sollte. Dazu zählen ein Rettungsweg aus dem Mehrzweckraum, ein eigener Wickelbereich, ein zusätzliches Erwachsenen-WC und ein neues Eingangstor, das die Kinder nicht überklettern können. Die Gesamtkosten schätzt das Architekturbüro auf 585.000 Euro, die Bauzeit auf ein halbes Jahr. Wann es losgehen kann, steht aber noch nicht fest.

FWG: Die Kita wird wieder absaufen

Alleine die Sanierung kostet laut Stadt 517.000 Euro. Sie würde davon 500.000 Euro übernehmen, hofft aber, dass das Land die Hälfte davon trägt, so dass nur 250.000 Euro übrig bleiben. Der Stadtrat stimmte dem Anfang Oktober grundsätzlich zu. FWG und AfD enthielten sich. „Die Kita wird wieder absaufen“, sagte FWG-Sprecher Kurt Dettweiler voraus. Bürgermeister Christian Gauf erwiderte: „Wir sind nicht in der Lage, für alles, was im Hochwassergebiet liegt, neue Kitas zu bauen.“ Dettweiler daraufhin: „Also machen wir gar nix und warten aufs nächste Hochwasser?“ Woraufhin Oberbürgermeister Marold Wosnitza darauf hinwies, dass die Kita der Kirche gehöre, und SPD-Sprecher Stéphane Moulin forderte, dass der Hochwasserschutz einen höheren Stellenwert bekommt.

Da die Kita derzeit nicht benutzbar ist, weichen die Kinder ins zwei Kilometer entfernte Lützelhaus in Bubenhausen aus. Das muss aber für 85.000 Euro umgebaut werden. Davon zahlt die Kirche ein Zehntel, den Rest – gut 75.000 Euro – übernimmt die Stadt. Dem stimmte der Stadtrat geschlossen zu.

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