Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Kirchenmusiker Benedikt Schwarz blickt zurück auf seine Zeit in Hornbach

Organist Benedikt Schwarz wirkte nicht nur in Hornbach, er ist auch Leiter verschiedener Chöre, darunter der Pirmasenser Gospelc
Organist Benedikt Schwarz wirkte nicht nur in Hornbach, er ist auch Leiter verschiedener Chöre, darunter der Pirmasenser Gospelchors Churchies.

Kirchenmusiker Benedikt Schwarz, 1995 in Zweibrücken geboren und in die letzten Jahren in Hornbach und Althornbach tätig, verlässt die Klosterkirche in Hornbach. Im Interview spricht er über seine weiteren Pläne und blickt auf die Hornbacher Zeit zurück.

Sie verlassen Hornbach nach immerhin acht Jahren – warum?
Nach acht Jahren ist es mal an der Zeit, wegzugehen. Und mein Studium neigt sich dem Ende zu. Im Sommer hab' ich schon die kantoralen Fächer mit der großen Chorleiterprüfung abgelegt. Im Februar und März sind jetzt die letzten Masterprüfungen – in Gesang, Klavier, Orgel-Improvisation und Orgel-Literatur, da heißt es viel spielen, da brauche ich einfach Zeit zum Üben. Außerdem bin ich im Oktober 2020 mit meiner Frau Doro nach Freisen umgezogen. Sie hat dort in der Nähe, in Baumholder, ihren Vikariatsplatz bekommen. Und die Stelle in Hornbach ist eine C-Kirchenmusikerstelle, da sind die Perspektiven einfach begrenzt. Dass sie zu einer B-Stelle aufgewertet werden kann, ist eher unwahrscheinlich, das würde die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde sprengen.

Welche Pläne haben Sie, wenn Sie Ihr Studium in Heidelberg mit dem Master abgeschlossen haben?
Ganz einfach, ich bewerbe mich auf Stellen. Es sind zwei Stellen direkt in der Region frei, auf die ich mich beworben habe. Und jetzt warte ich darauf, dass da die nächsten Schritte eingeleitet werden, also dass ich zum Vorspielen eingeladen werde. Mit etwas Glück wird das ein ganz fließender Übergang. Die eine Stelle beginnt schon im April, die andere im Juni. Es geht also hoffentlich entweder von der Prüfung direkt zur Kantorenstelle oder ich kann mich vier bis acht Wochen entspannen und vorbereiten.

Haben Sie zur Zeit noch andere Projekte?
Ja, ich bin seit Dezember auch in der Marienkirche in Kaiserslautern tätig. Dort bin ich zusammen mit Dekanatskantor Maximilian Rajczyk für die Kinder- und Jugendchöre zuständig. Wir teilen uns da die Aufgaben bei der Kinderchorleitung, das sind für mich fünf Stunden in der Woche. Und außerdem leite ich ja noch meine drei Chöre, zum Beispiel den Gospelchor in Saarbrücken.

Werden Sie hin und wieder als Gast für Konzerte nach Hornbach zurückkommen?
Das ist nicht ausgeschlossen. Ich bin ja immer noch für die Orgeln da, für die Orgelpflege und die unter Denkmalschutz stehende Walcker-Orgel in Althornbach. Und ich werde die Orgelrenovierung in Hornbach auf jeden Fall noch bis zum Ende betreuen.

Was waren denn Höhepunkte in Ihrer Zeit hier in Hornbach?
In acht Jahren ist da viel passiert! Ich hatte ja vierzehntägig Dienste in Hornbach. Wir hatten hier ganz tolle Kantatengottesdienste. Wir hatten das Kinderchorkonzert zusammen mit der Hornbacher Grundschule. Da haben im August 2019 70 Kinder mit einem kleinen Kammerorchester und zwei Solisten eine Bachkantate gesungen. 2019 haben wir auch den Flügel angeschafft, da sind Pfarrer Daniel Seel und ich einen Tag lang auf Flügeltour gegangen. Das war der erste Flügel, den wir uns damals angeschaut hatten, und der blieb uns im Kopf. Dann hab’ ich vergangenes Jahr auch noch das Cembalo gefunden. In Ebay-Kleinanzeigen bei einem Klavierbauer in Wuppertal.

Sprechen wir noch über Ihr Abschiedskonzert. Obwohl Weihnachten schon ein bisschen zurückliegt, sind Benjamin Brittens „Ceremony of Carols“ und das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens ein wundervolles Programm. Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Wenn man den ganzen Tag mit seinen Kommilitonen an der Hochschule zusammensitzt, geht man anders mit Stücken und Jahreszeiten um. Das Britten-Stück kam letztes Jahr ins Gespräch. Und das Weihnachtsoratorium hatte auch Helge Schulz schon aufgeführt, mein Lehrer in meiner C-Kurs-Zeit für die Orgelprüfung. Als die Heidelberger gesagt haben, wir würden gerne diesen Saint-Saens machen, hab' ich gefragt: Und wie wär's mit „Ceremony of Carols“? Alle haben spontan ja gesagt. Also das Konzert stand zuerst, und dann kam die Überlegung, das zu meinem Abschied in Hornbach aufzuführen. Und natürlich braucht man für beide Stücke eine Harfenistin – das machte Clara Dicke aus Käshofen. Das ist etwas fürs Herz, noch ein bisschen weihnachtlicher Frieden in dieser doch so verrückten Zeit und ein schöner Abschluss für eine schöne Zeit in Hornbach.

Herr Schwarz, vielen Dank für das Gespräch.


Interview: Konstanze Führlbeck

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