Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Kein Umzug, keine Sitzungen: Die Karnevalsvereine zollen der Pandemie Tribut

Ausverkaufte Festhalle bei der Prunksitzung des KVZ im Februar: Daraus wird 2020/21 nichts.
Ausverkaufte Festhalle bei der Prunksitzung des KVZ im Februar: Daraus wird 2020/21 nichts.

Die Großveranstaltungen der Fasnachter sind abgesagt. Ganz soll Karneval aber nicht ausfallen – vielleicht kann ganz klein und vereinsintern gefeiert werden. Die Garden sind froh, dass wenigstens die Zeit des rein digitalen Trainings vorbei ist.

„Nach langem Hin und Her und nach eingehender Beratung“ hat sich der Karnevalsverein Zweibrücken (KVZ) in der jüngsten Vorstandssitzung entschieden, seine Großveranstaltungen wie Prunksitzung, „Ladies Night“ und „Kinderfasenacht“ abzusagen. Also „gerade das, was Spaß macht“, bedauert der KVZ-Vorsitzende Walter Rimbrecht. Aber aufgrund der Coronakrise sei es nicht möglich, die Veranstaltungen in gewohnter Form abzuhalten. „Und mit einer halb leeren Festhalle ist es einfach nicht dasselbe“, betont Rimbrecht.

Showtanz zu acht

Auch wenn die Entscheidung nicht leichtgefallen sei: „Die Gesundheit unserer Mitglieder und Gäste steht an erster Stelle“, fährt der KVZ-Vorsitzende fort. Immerhin: Dass die Tanzproben der Garde- und Showtanzgruppen wieder möglich sind, sei erfreulich, schließlich „hält das den Verein zusammen“, sagt Rimbrecht. Außerdem könne man sich ja jetzt schon auf die Session 2021/2022 vorbereiten.

Der Humoristische Fasenachtsverein Zweibrücken/Contwig (HFZ) hat ebenfalls alle großen Veranstaltungen abgesagt. „Das Hygiene-Konzept wäre nur schwer einzuhalten“, erklärt Marc Heib, Vorsitzender des Vereins. Prognosen könne man derzeit keine abgeben, „und unter diesen Umständen ist es für uns nicht vertretbar, eine Veranstaltung zu planen und umzusetzen“, so Heib.

Der Trainingsbetrieb in den Hallen kann laut Heib ab Oktober wieder beginnen. Bis dahin hatte das Training nur digital stattgefunden, jetzt kann wieder zu acht, inklusive Trainerin, in den Hallen gemeinsam trainiert werden. „Aufgrund der geringen Zahl an zulässigen Personen müssen sich die Tänzerinnen zwar mit dem Training abwechseln, besser als ein Onlinetraining ist es aber allemal“, sagt Heib.

Für die Zweibrücker Fasenachts Freunde (ZFF) ist klar, „dass die kommende Karnevalssession eine ganz besondere sein wird“, formuliert der Vorsitzende Simon Nikolaus. Es sei aber auch falsch zu sagen, Karneval 2020/2021 falle komplett aus. „Man kann sagen: Sitzungen fallen aus oder Umzüge fallen aus, aber nicht: Karneval fällt aus“, findet Nikolaus.

Nach seinen Worten soll der Start in die närrische Zeit ganz traditionell unter Beachtung der dann geltenden Regeln und in kleineren Kreisen trotzdem am 11. November über die Bühne gehen. Auch andere Veranstaltungen wie der elfte Geburtstag des Vereins, das Rosenmontagstreffen oder der Närrische Abend werden laut Nikolaus stattfinden – allerdings allesamt vereinsintern und nicht für ein großes, öffentliches Publikum.

Für 2022 schon Termine

Auch die Club-Gemeinschaft Hasensteig (CGH) verzichtet auf große Veranstaltungen, sagt der Vorsitzende Steffen Müller. Es werde also keine Sessionseröffnung, keine Prunksitzung und keine Kinderfasnacht geben, noch sei die Lage zu ungewiss und das Risiko zu groß. Das Tanztraining konnte aber wieder gestartet werden, wenn auch nur mit einer begrenzten Teilnehmerzahl und unter Beachtung der geltenden Hygienemaßnahmen. Mit „der Hoffnung, dass es wieder normal wird“, wurde der Termin für die nächste Prunksitzung auf den 29. Januar 2022 gelegt, erzählt Müller.

Vereinsinterne Veranstaltungen könne die CGH wegen fehlender Räumlichkeiten noch nicht entwickeln: „Dafür wäre der Aufwand zu groß und die Sicherheit zu gering.“

Die Freizeitgemeinschaft Wolfsloch (FZG) hat sich ebenfalls entschieden, aufgrund der aktuellen Situation keine Blau-Schwarze Nacht des FZG in der kommenden Session 2020/2021 durchzuführen, wie Steven Schneider, Vorsitzender der FZG, mitteilt.

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