Zweibrücken Kein Gottesdienst ohne den Küster

Auch das Abschließen des Eingangs der Alexanderskirche gehört zu Michael Wolfs Aufgaben.
Auch das Abschließen des Eingangs der Alexanderskirche gehört zu Michael Wolfs Aufgaben.

Der Küster – auch Kirchendiener genannt – kommt meist als Erster und geht als Letzter. „Ich bereite vor, bin dabei und bereite nach. Ich betreue die ganz normalen Gottesdienste, Trauerfeiern, Hochzeiten, Taufgottesdienste, und bei allen Veranstaltungen der Kirche bin ich auch dabei“, fasst Michael Wolf seine Tätigkeit zusammen.

Doch nicht nur das: Wolf ist ebenfalls für die Instandhaltung der Gebäude zuständig. Kleinere Arbeiten übernehme er selbst. Zum Beispiel die Reinigung innen und außen, und im Winter macht er den Schnee weg. Außerdem kümmert er sich um den Blumenschmuck in der Kirche, aktualisiert die Schaukästen und erledigt Botengänge. Seit zwölf Jahren steht Wolf im Dienst der Kirchengemeinde Zweibrücken-Mitte. Der 57-Jährige ist zuständig für die Alexanderskirche, die Karlskirche, teils für die Versöhnungskirche und das Bonhoefferhaus. Wolf ist gelernter Einzelhandelskaufmann und hat bei Dorndorf gearbeitet, bis dieser dicht machte und er nach verschiedenen Jobs „glücklicherweise diese Arbeit fand“. Als er sich für die Stelle beworben habe, sei er nicht besonders kirchengebunden gewesen, sagt der 57-Jährige. Er habe die Konfirmandenstunden besucht und den ein oder anderen Gottesdienst an Weihnachten, mehr nicht. Das habe sich geändert. „Durch den Job habe ich ein anderes, ein engeres Verhältnis zur Kirche bekommen.“ Keineswegs säßen da nur Ältere in den Reihen, auch Jüngere kämen, weil bei den Gottesdiensten neue Wege gegangen werden. Kontakt habe er zu allen Generationen und grundsätzlich zu vielen Menschen. Das bringe der Job mit sich. Man erzähle ihm viel. „Ich bin oft schneller informiert als die Zeitung“, sagt der gebürtige Zweibrücker und lacht. Doch auch Unliebsames habe er schon erleben müssen, beispielsweise einen Junkie in der Toilette, eine Angetrunkene, die sich im Gottesdienst übergab, eingeschlagene Kirchenfenster und einen Schwelbrand. „Ich könnte eine Kleiderkammer aufmachen oder ein Schirmgeschäft, so viel bleibt in der Kirche liegen“, ergänzt Wolf. Dass er flexibel sein und am Wochenende arbeiten müsse, störe ihn keineswegs. Dafür habe er dann mal unter der Woche frei. Da seine Frau auch im Schichtdienst arbeite, sei das kein Problem. Mit seinem Chef, Dekan Peter Butz, komme er bestens klar: „So einen Chef zu haben, mit dem man sprechen kann, macht viel aus.“ In seiner Freizeit, aber auch dienstlich, ist Wolf viel mit dem Rad unterwegs, er geht gerne schwimmen, hört Oldies, schaut Fußball und versorgt einen kleinen Garten.

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