Zweibrücken Katholisches Krankenhaus: Chefärzte über die Versorung an zwei Standorten
„Wir kümmern uns gerne um Sie.“ Diese Botschaft verbreiteten die Chefärzte der Inneren Medizin des Zweibrücker St.-Elisabeth-Krankenhauses am Mittwochabend in Contwig. Es war der dritte und letzte Infoabend, mit dem die Chefärzte Horst Winter und Peter Schiedermaier um Vertrauen für das neue Konstrukt der Versorgung an zwei Standorten warben. Die Botschaft: „Wir müssen über den Trennungsschmerz hinwegkommen.“
Es sei doch klar, sagt Horst Winter: „Die Schließung des Evangelischen Krankenhauses war mit vielen Emotionen begleitet. Und jetzt fragen sich die Leute, wie es weitergeht.“ Winter ist Chefarzt der Inneren Medizin 1 am Nardini-Klinikum. Gemeinsam mit Peter Schiedermaier, Chefarzt der Inneren Medizin 2, ist er am Mittwochabend ins Contwiger Rathaus gekommen, um den Menschen Ängste zu nehmen. Beispielsweise denen, die immer im Evangelischen waren, nie ins katholische Krankenhaus wollten und jetzt aber doch müssen, wenn es ein Zweibrücker Krankenhaus sein soll. Und vielleicht auch denen, die das katholische Krankenhaus schon kennen, aber nicht seine neue Außenstelle im früheren Evangelischen. „Gehen Sie nach Hause und sagen Sie: ,Okay, so kann es funktionieren’“, sagt Schiedermaier in seinem Vortrag. „Und sagen Sie das auch so weiter.“ Elf Besucher sitzen an den Tischen. Zur Infoveranstaltung der beiden Chefärzte in Käshofen vor zwei Wochen kamen 25 Besucher, in Hornbach zum Auftakt nur eine Handvoll. Er habe gedacht, dass mehr Interesse besteht, nach all den Emotionen und der Verunsicherung, die das Konstrukt mit zwei Standorten hervorgerufen habe, räumt Winter ein. Aber die Menschen, die gekommen sind, seien auch wirklich interessiert gewesen. Eine Viertelstunde spricht jeder der beiden Ärzte – darüber, wie gearbeitet wird, welche Schwerpunkte das Nardini-Klinikum abdeckt, über interdisziplinäre Ansätze, die „professionelle Zusammenarbeit mit Homburg“, über den eigens eingerichteten Fahrdienst zwischen der Kaiserstraße und dem Oberen Himmelsberg, also vom katholischen Krankenhaus ins frühere Evangelische. Bis das Haupthaus in der Kaiserstraße vergrößert ist, ist die Innere Medizin 2 mit 50 Betten in der Oberen Himmelsbergstraße untergebracht. „Nicht schlecht, ein Arzt für 50 Patienten“, sagt eine Besucherin leise. Wobei dort seit 1. Oktober ja nicht nur Schiedermaier arbeitet. Anerkennendes Nicken erntet der Hinweis, dass es beim Nardini-Klinikum 92 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege gibt. Nicht zuletzt geht es dem Krankenhaus darum, den beiden Standorten und den neuen Ärzten ein Gesicht zu geben. Auf einer Leinwand erscheinen Fotos von Medizinern, von Zimmern und Geräten und von der Notaufnahme in der Kaiserstraße. Alle Patienten, nicht nur die Notfälle, werden zunächst in der Kaiserstraße aufgenommen. „Sie kennen die Räumlichkeiten noch nicht so gut, aber die Gesichter“, betont Horst Winter. „Sie werden sehen: In den neuen Mauern ist man nicht ganz fremd.“ Wie berichtet, sind mehrere Ärzte, die früher am Evangelischen Krankenhaus beschäftigt waren, ans Nardini-Klinikum gewechselt. Peter Schiedermaier ist einer von ihnen. Es sind überwiegend ältere Semester, die am Mittwochabend in Contwig wissen wollen, wie es mit ihrer Versorgung weitergeht. Sie haben Fragen. Wie gestaltet sich die Intensivversorgung, gibt es noch ausreichend Betten? Und werden jetzt im Nardini-Krankenhaus in Landstuhl, wo die Gynäkologie ansässig ist, mehr Kinder aus dem Zweibrücker Land geboren? Immerhin hat das katholische Krankenhaus in der Kaiserstraße extra eine Wandfläche für Babyfotos eingerichtet. Letzteres können die beiden Spezialisten für Innere Medizin nicht beantworten, ersteres schon. Dadurch, dass im früheren Evangelischen weiterhin Überwachungsbetten zur Verfügung stünden, sei die intensivmedizinische Betreuung sogar etwas ausgeweitet worden, sagt Peter Schiedermaier. Wo er denn nun den Herzschrittmacher kontrollieren lassen kann und wer seine Unterlagen hat, will ein älterer Herr wissen. Die Kontrolluntersuchung laufe wie gewohnt, antwortet Winter. Die Patientenunterlagen allerdings seien nicht ans katholische Krankenhaus gewandert. Sie dürften es nicht, weil sie nicht einem Arzt, sondern dem Patienten gehören. Jeder Patient müsse also, wie berichtet, seine Akten im Archiv abholen, das zurzeit noch am Oberen Himmelsberg untergebracht ist. Es ist die letzte Frage zur medizinischen Versorgung in Zweibrücken nach der Schließung des Evangelischen Krankenhauses. Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann schreitet zur Verabschiedung. Und er sagt dabei zwei Wörter, die die Chefärzte sehr gern hören. Er dankt „unseren Ärzten“, dass sie sich an diesem Abend Zeit genommen haben. ARTIKEL „Weitere Ärzte“ |kgi