Zweibrücken
Künftig weniger Sonderprojekte
Die Gesellschaft für Wohnen und Bauen (Gewobau) hat im vergangenen Jahr rund 1,8 Millionen Euro Überschuss erzielt – rund 200 000 Euro mehr als im Jahr davor. Das geht aus dem Abschlussbericht 2018 hervor, der am Mittwoch im Stadtrat diskutiert wurde.
Da viele Menschen die Niedrigzinsphase nutzen und bauen wollen, sind Baufirmen sehr gefragt und verlangen höhere Preise. Angebot und Nachfrage. Das spürte auch die Gewobau – vor allem beim Bau ihres neuen Verwaltungsgebäudes am Busbahnhof. Der Umzug wurde mehrfach verschoben, da zeitweise keine Firmen für die Arbeiten gefunden wurden. In der ersten Dezember-Woche sollen die 35 Mitarbeiter jetzt das neue Domizil beziehen. Die Kosten liegen laut Neu-Geschäftsführer Jörg Eschmann rund 20 Prozent höher als ursprünglich geplant (wir berichteten). Im vergangenen Jahr investierte die Gewobau etwa 3,7 Millionen Euro in das Gebäude, in dem seit Dezember auch ein Netto-Markt untergebracht ist. Im laufenden Geschäftsjahr sollen weitere 4,2 Millionen Euro ins H8, so der Projektname, fließen.
Doch zunächst noch einmal der Blick zurück: Die Gewobau war zum Stichtag am 31. Dezember 2018 Eigentümerin von 527 Häusern (neun weniger als zu Jahresbeginn 2018) mit 3013 Wohnungen (3066), 711 Garagen (717) sowie 78 sonstiger Einheiten (51). Darunter fallen beispielsweise Discounter, Arztpraxen, Büros und die Minigolfanlage. Dass sich der Wohnungsbestand verringert hat, liegt daran, dass die Gewobau 2018 in Homburg acht Häuser mit 19 Wohnungen verkauft hat. Weitere 24 Wohnungen wurden in der Canada-Siedlung abgerissen. Dort entsteht das Projekt „Wohnen Plus“ neben dem geplanten Pflegeheim. Dieses Jahr sollen dort rund 2,3 Millionen Euro in den Bau von Seniorenwohnungen und für Geländearbeiten am Gelände investiert werden.
Generell berichtet die Gewobau, der größte Wohnungsanbieter in Zweibrücken, von einer Wohnungsnachfrage auf hohem Niveau. Die Leerstandsquote lag bei 6,9 Prozent (2017: 7,1). Rund 372 000 Euro steckte die städtische Tochter in die Modernisierung von Wohnungen. Schwerpunkte: die Erneuerung von Bädern und energetische Maßnahmen.
Die Gewobau möchte künftig nicht mehr so viel Geld in den Kauf sogenannter Sonderprojekte stecken. Stichworte hierzu: Villa Ipser, Hauptpost, Finanzamt, Fasanerie – fast eine halbe Million Euro wurde im vergangenen Jahr in die Modernisierung gesteckt – und nun auch der Bahnhof, der sich dem Bericht zufolge in einem sehr schlechten Zustand befindet. Der Bahnhof wurde 2018 für rund 367 000 Euro gekauft. In die genannten Objekte soll und wird auch im laufenden Geschäftsjahr investiert. In die Fasanerie fließen 400 000 Euro, in den Bahnhof rund 100 000 Euro, der OP-Anbau an der Villa Ipser kostet etwa 150 000 Euro. Neu-Geschäftsführer Eschmann kündigte im Gespräch mit der RHEINPFALZ an, die Gewobau wolle sich künftig mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: der Vermietung von Wohnungen.