Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Judo: Martyna Trajdos startet nach WM-Bronze-Gewinn für 1. JC Zweibrücken

Starke Vorstellung: Bei der Weltmeisterschaft in Tokio hat Martina Trajdos (im blauen Anzug) Bronze geholt. Die Szene zeigt die
Starke Vorstellung: Bei der Weltmeisterschaft in Tokio hat Martina Trajdos (im blauen Anzug) Bronze geholt. Die Szene zeigt die 30-Jährige im WM-Kampf gegen die Niederländerin Juul Franssen.

„Martyna Trajdos startet für den Elmsbütteler TV“: Diese Information in Wikipedia über die 63-Kilo-Klasse-Kämpferin kann man aus dem Beitrag getrost streichen und stattdessen vermelden, dass sich die 30-Jährige im August dem 1. Judo-Club Zweibrücken angeschlossen hat.

Trajdos wurde von ihrer Freundin Jasmin Külbs zum JCZ gelotst, sie freut sich vor allem auf eine gute Zusammenarbeit mit Trainer Stefan Hahn. „Der ist sehr lieb“, sagt sie. Dass ihre Stimme dabei etwas bricht, liegt nicht daran, dass sie es nicht ernst meint. Martyna Trajdos ist derzeit vor allem eines: schwer erkältet.

Die in Polen geborene und schon als Baby nach Deutschland gekommene Sportsoldatin studiert in Köln Rehabilitationssport und Gesundheitsmanagement. In ihrer Gewichtsklasse steht sie seit 2012 unter den Top Ten der Weltrangliste. Jüngst bei der WM in Tokio vom 25. August bis 1. September gewann sie eine Bronzemedaille, die eine bis dahin schon beeindruckende Bilanz weiter aufgewertet hat.

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Martyna Trajdos wurde unter anderem 2015 Europameisterin, aus den Jahren 2010 und 2011 stammen zwei Bronzemedaillen bei U23-Europameisterschaften. Ihr erster internationaler Treppchenplatz war eine Bronze-Medaille mit der Mannschaft bei den Europameisterschaften 2013, es folgte Team-Silber bei den Weltmeisterschaften im Jahr darauf.

Trajdos kennt aber auch Rückschläge. 2016 hatte sie nach einer Operation Schwierigkeiten, zu alter Form zurück zu finden, die Olympischen Spiele verliefen für sie entsprechend enttäuschend. Vor der Operation sei sie Dritte der Weltrangliste gewesen, habe eine Medaille in Rio schon sicher geglaubt. „Aber es ging nicht, mein Körper lieferte nicht ab“, erzählt sie.

Im Folgejahr musste sie sich mit fünften Plätzen bei EM und WM zufrieden geben, sich danach neu motivieren. Wie der dritte Platz jetzt in Tokio gezeigt hat, ist ihr das auch gelungen. Im Visier hat die ehrgeizige Kämpferin nun natürlich die Olympischen Spiele 2020.

Martyna Trajdos erzählt, dass sie 2001 mit dem Judo begonnen hat, ihr erster Verein sei der Harburger Turnerbund (Hamburg-Harburg) gewesen. Ihr Vater habe gesagt: „Geh doch da mal hin.“ Zunächst sei sie sehr skeptisch gewesen, habe inneren Widerstand verspürt. Martyna Trajdos spricht aber von „Liebe auf den ersten Blick“, die Eins-gegen-eins-Auseinandersetzung habe sie gleich gereizt. „Und, dass man sich mit Jungs rangeln konnte“, sagt sie. Noch immer habe sie im „Fach Judo“ nicht ausgelernt, vor allem psychisch müsse man sich immer weiter entwickeln.

Kurztrip führt nach „Malle“

Was ihren Start bei Olmpia 2020 in Tokio angeht, ist die Weltklasse-Athletin ziemlich entspannt: „Ich bin Dritte der Olympiarangliste.“ Die Frau, die in ihrer kargen Freizeit gerne bäckt und kocht, will demnächst Zweibrücken einen Besuch abstatten – der steht nämlich noch aus. Auf Kurz-Trips steht sie, schaut sich auch außerhalb von internationalen Wettkämpfen gerne in der Welt um. „Zuletzt war ich mit einer Teamkollegin auf Malle“, erzählt sie und fügt hinzu: „Aber nicht am Ballermann.“

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