Zweibrücken Jens Schließmeyer verkauft Kunststofffabrik
Die Geschichte der 1962 von Jakob Schließmeyer als Zulieferer-Betrieb der Schuhindustrie gegründeten Kunststofffabrik ist eine Erfolgsstory. Aus 25 Mitarbeitern Mitte der 90er Jahre wurden die aktuell 70 beim Autozulieferer am Zweibrücker Funkturm. Um ihre Zukunft langfristig zu sichern, hat Inhaber Jens Schließmeyer nun die Firma verkauft. Der pfälzische Käufer, die Trippstadter Ernst & Cie AG, will langfristig betreiben und weiter investieren.
„Wir haben einen langfristigen Mietvertrag über die Immobilie mit Jens Schließmeyer geschlossen. Das mag man als klares Bekenntnis zum Standort werten. Wir haben keine Verkaufspläne, sondern haben einen hidden champion gekauft, um ihn langfristig zu entwickeln“, sagt Ernst & Cie-Vorstand Jürgen Brand (46). Der Verkauf wurde am Dienstag besiegelt, den Kaufpreis nennen weder Brand noch Schließmeyer. Ernst & Cie hat 100 Prozent der Anteile der Jens Schließmeyer Kunststoffartikel GmbH erworben. Und mit Armin Henning auch gleich einen aus der Kunststoff-Branche stammenden, im internationalen Geschäft erfahrenen Geschäftsführer bestellt. Jens Schließmeyer werde Henning noch übergangsweise beratend zur Verfügung stehen, sagt Brand. „Wie lange der Übergang dauert, weiß ich selbst noch nicht. Bis wir alle Kunden besucht haben, wird geraume Zeit vergehen“, sagt Jens Schließmeyer. Er habe, sagt der 51-Jährige, ein hohes Interesse daran, dass die Firma und die 70 Mitarbeiter eine gute Zukunft haben. Mit Ernst & Cie habe er, ein Jahr nach dem Erstkontakt und nach vier Monaten Kaufverhandlungen, das Gefühl, den optimalen Partner gefundne zu haben. Der Verkauf der im vergangenen Jahr erstmals die Zehn-Millionen-Euro-Umsatzmarke genommenen Firma hat ausschließlich familiäre Gründe. Von Schließmeyers drei Kindern wollte keines ins Unternehmen eintreten. Deshalb habe er sich frühzeitig nach einem externen Nachfolger umgesehen. Die erst im März vergangenen Jahres gegründete, finanzstarke Ernst & Cie AG war auf der Suche nach innovativen Mittelständlern. Im Januar kauften die Trippstadter den Verpackungsspezialisten Mölle aus Kastellaun (150 Mitarbeiter). Man sei bereit, sagt Vorstand Jürgen Brand, wie im Fall Mölle auch bei Schließmeyer weiter in Anlagen und Personal zu investieren. Es sei aber noch zu früh, um jetzt schon Ansagen zu machen. Jens Schließmeyer sagt: „An den Strand legen werde ich mich nun nicht.“ Der 51-Jährige schließt nicht aus, mit einem neuen Projekt unternehmerisch tätig zu werden.