Zweibrücken „Jeder Tag ist gleich am Flughafen“

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Sportvereine und Stadt überlegen, wie sie zielgruppenorientierte Hilfsangebote für Flüchtlinge auf den Weg bringen können. Deshalb fand am Dienstag ein Informationsabend im Rathaus statt. Die Angebote sollen sowohl auf die übergangsweise am Flughafen untergebrachten Flüchtlinge als auch die dauerhaft in Zweibrücken wohnenden Asylsuchenden zugeschnitten sein.

„Jeder Tag ist gleich für die Menschen oben am Flughafen. Es herrschen sehr beengte und bescheidene Verhältnisse“, beschrieb Oberbürgermeister Kurt Pirmann im Ratssaal die Situation für die 600 bis 700 Asylbegehrenden in den Zweibrücker Erstaufnahmeeinrichtungen im früheren Hotel Europa und der Flughafenhalle. Seine Bitte an die Sportvereine lautete deshalb: „Etwas Kurzweil ins triste Leben bringen. Das würde unheimlich viel helfen.“ Als Beispiele nannte Pirmann den kostenlosen Besuch von Heimspielen, Sportfesten oder Vorführungen in der Stadt und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Auch einmalige Mitmachangebote wie Spiel- und Sporttage sind möglich. Vereine, die Asylbegehrende zu solchen Veranstaltungen einladen wollen, müssen sich spätestens zwei Wochen vor dem Termin in der Stadtverwaltung bei Birgit Heintz oder Thomas Deller melden. Der Transport wird dann von den Aufnahmeeinrichtungen organisiert. „Es muss nicht heute oder morgen sein“, erklärte Pirmann, dass nicht nur kurzfristiges Engagement gebraucht wird. „Sie können davon ausgehen, dass Ihre Unterstützung mindestens über die kommenden zwei Jahre gebraucht wird.“ Bei den Angeboten für die vorübergehend in Zweibrücken untergebrachten Flüchtlinge geht es ausdrücklich nicht um den Aufbau persönlicher Bindungen. Für die mit Stand Dienstag 340 fest und dauerhaft in der Stadt lebenden Schutzbedürftigen (darunter sind rund 100 Kinder) gilt das Gegenteil: Sport soll über alle Sprachgrenzen hinweg als Weg der sozialen Integration dienen. Vereine, die sich in diesem Bereich engagieren, erhalten nach Angaben von Sportdezernent Rolf Franzen maximal zweimal 500 Euro Förderung vom Landessportbund. „Die Versicherung ist gegeben und die Gemeinnützigkeit ist nicht gefährdet“, führte Franzen weiter aus. Damit möglichst viele Menschen über die Vielfalt der Vereinslandschaft informiert werden können, soll auf Anregung aus dem Plenum beim Stadtverband für Sport ein Infopool gebildet werden. Als Verteiler der Informationen können nach ersten Ideen städtische Ämter, der Beirat für Migration und das Patennetzwerk fungieren. Noch geklärt werden muss die Frage, ob sich auch diejenigen Zweibrücker Vereine, die nicht dem rheinland-pfälzischen, sondern dem saarländischen Sportbund angehören, engagieren können. Alle Zweibrücker Sportvereine sollen noch einmal schriftlich über das Anliegen der Stadt informiert werden. Auf Vereine aus dem kulturellen Bereich soll in einem gesonderten Termin zugegangen werden, hieß es in der Sitzung am Dienstagabend. Info: Während des Infoabends bat Klaus Eckerlein um Unterstützung für den Aufbau eines Lauftreffs am Flughafen. Der Zweibrücker sucht einen oder mehrere Vereine, die ihn unterstützen, und Sponsoren für Laufschuhe oder Bekleidung. Wer mitmachen will, kann sich unter der E-Mail mc.eckerlein@gmx.de melden (kgi)

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