Zweibrücken
Jacks Bier Ensemble gibt nicht auf
Auf eine 30-jährige Bühnenerfahrung blickt in diesem Jahr die Theatergruppe Jacks Bier Ensemble (JBE) zurück. Nach einer dreijährigen Corona-Zwangspause steht der Gruppe nun eine Zeitenwende bevor. Nicht nur die Kosten für den Probenraum im ehemaligen Gasthaus Zur Linde sind gestiegen, sondern auch die Preise für Licht- und Tontechnik, wie Ralf Gober und Martina Stegner-Legner – gewissermaßen die führenden „Köpfe“ des Ensembles – im Gespräch vor Ort erklären.
Die beiden letzten von insgesamt zwölf Auftritten mit ihrem Stück „Die Leich in de Schließ“ hätten am Freitag, 13. März 2020, und abends darauf in Contwig stattfinden sollen, erinnert sich Gober. „Mittwochs haben wir noch aufgebaut, aber dann hat mich die Kreisverwaltung freitags angerufen und mitgeteilt, dass wir nicht auftreten sollen.“
Stadtfest rettete Ensemble
Da die laufenden Kosten für den Probenraum ihrem Namen alle Ehre machten und weiterliefen, hat sich das Ensemble in der schauspiellosen Zeit Gedanken macht, wie die immer leerer werdende Kasse wieder gefüllt werden könnte. Ein Getränkestand beim jüngsten Zweibrücker Stadtfest auf dem Alexanderplatz erwies sich letztlich als gute Idee. „Das hat uns gerettet, aber natürlich nicht auf Dauer“, so Stegner-Legner. Auch dieses Jahr – so plant das Führungsduo – werde die Gruppe wieder mit einem Getränkestand vertreten sein.
Gegenwärtig begibt sich JBE auf die Suche nach einem neuen Stück. „Wir wollen jetzt wieder verstärkt Theaterstücke von anderen Schauspielgruppen besuchen und schauen, was die so machen, und uns dabei die eine oder andere Inspiration holen. Wenn uns ein Stück gefällt und es von der Personenzahl und bühnentechnisch passt, dann überlegen wir, ob es sich auf unseren Lokalkolorit umschreiben lässt! Es muss uns aber allen gefallen“, fügt Gober hinzu.
Im Herbst neues Stück
Jetzt steht JBE wieder in den Startlöchern. Geplant ist ein Stück im kommenden Herbst. Doch es gibt künftig eine Herausforderung: Die Kosten für Beschallung und Lichttechnik seien bis auf das Dreifache gestiegen. Ein langjähriger und ein auf die Gruppe gut eingespielter Kooperationspartner stehe leider nicht mehr zur Verfügung. Man sei daher auf der Suche nach preisgünstigen Alternativen. Gober: „Würden wir den gestiegenen Preis an die Besucher weitergeben, dann müssten wir den Kartenpreis von zwölf Euro auf 28 Euro anheben, und das geht nicht. Die Leute würden denken, wir wären wohl verrückt geworden! In der Vergangenheit war es immer so, dass wir mit 200 Besuchern pro Abend finanziell über die Runden gekommen sind.“
Die Überlegung, künftig etwa in kleineren Hallen vor kleinerem Publikum ohne teure Licht- und Tontechnik aufzutreten, ist laut Stegner-Legner keine gute Idee. Um auf dieselbe Zuschauerzahl zu kommen wie vor Corona würde das eine Verdopplung der Auftritte bedeuten. Und dies sei eben nur sehr schwierig, bei einer siebenköpfigen Schauspielergruppe alles unter einen Hut zu bringen.
Hofenfels-Aula im Blick
Eine gute Alternative für künftige Auftritte sei deshalb die Aula im Hofenfels-Gymnasium. Bei früheren Auftritten hatte das Ensemble zwar dort sein hierzu beauftragtes Team für Licht und Ton, allerdings müsste auch die in der Aula verbaute Licht- und Tontechnik ausreichen. Berücksichtigen müsse man hingegen, dass die Hofenfels-Aula auch des Öfteren für Schulveranstaltungen gebucht ist, und man beim Bühnenaufbau nicht den Schulbetrieb stört. Wichtig für das Ensemble wäre zudem auch die Bewirtung der Gäste, weil das noch zusätzlich ein paar Euro in die Kasse spült.
Dass das JBE auch noch nach 30 Jahren gefragt ist, kann Martina Stegner-Legner nur bestätigen: „Bei Edeka an der Kasse wurde ich gefragt, wann wir wieder auftreten oder beim Arzt und im Trimini. Manche haben mich tatsächlich nur an meiner Stimme erkannt und mich angesprochen.“