Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Interne Zerwürfnisse: THW-Vorsitzender tritt zurück

Beim Zweibrücker THW gibt es Streit.
Beim Zweibrücker THW gibt es Streit.

Der Vorsitzende des Zweibrücker THW, Christian Segelke, tritt zurück, nachdem es im Ortsverein zu Zerwürfnissen kam. Auch Stellvertreter Johannes Weber wird sein Amt abgeben.

[aktualisiert 10. Dezember] Michael Walsdorf, Pressesprecher des THW-Landesverbandes, bestätigte auf Anfrage der RHEINPFALZ, dass Christian Segelke aus persönlichen Gründen um Abberufung vom Amt des Ortsbeauftragten gebeten habe. Der Landesbeauftragte werde dem Antrag stattgeben und das Abberufungsverfahren einleiten. Der Rücktritt soll zum 31. Dezember erfolgen. Bereits Mitte November hatte Walsdorf bestätigt, „dass es im THW Zweibrücken intern zu Zerwürfnissen gekommen ist. Derzeit sind wir noch mit der Ermittlung der sehr komplexen Sachverhalte beschäftigt, um uns ein Bild über die Gesamtsituation zu verschaffen.“ Die Einsatzfähigkeit des Ortsverbandes sei nicht gefährdet.

Nach Informationen der RHEINPFALZ hat sich der Streit an der Nutzung des THW-Geländes auf dem Zweibrücker Kreuzberg entzündet. Das Gelände gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), das Technische Hilfswerk (THW) hat es gemietet. Mit der Zeit kamen das Rote Kreuz Zweibrücken (DRK), Amateurfunker und eine Privatfirma quasi als Untermieter dazu. Der Landesverband ist am Klären, ob hierfür Mietverträge bestehen und Nebenkostenabrechnungen erstellt werden. Das DRK nutzt eigene Container auf dem Gelände. Laut Stadtsprecher Jens John hat die Stadt hierfür eine Baugenehmigung erteilt. Auf Kritik stießen Überwachungskameras des DRK. Laut THW-Sprecher Walsdorf verstieß das zwar nicht gegen den Datenschutz – das bestätigt auch die Stadt –, aber gegen Vorschriften des THW. Im Laufe der Zeit ist der Streit im THW weiter hochgekocht. Auch die Bima schreibt auf Anfrage: „Der Vorgang befindet sich in Klärung.“

Auch der Stellvertreter wird zurücktreten

Christian Segelke wollte sich gegenüber der RHEINPFALZ nicht äußern. Sein Stellvertreter Johannes Weber sagte auf Anfrage, dass er zum 31. Dezember ebenfalls seinen Rücktritt erklärt habe. Der neue Ortsbeauftragte solle unbelastet starten können. Er werde aber beratend zur Seite stehen, wenn das gewünscht ist. „Weiter geht’s auf jeden Fall“, versicherte Weber. Auch er sagt, die Einsatzsicherheit sei sichergestellt. Der Rücktritt des Stellvertreters geschieht auch automatisch. Laut Michael Walsdorf, Pressesprecher des THW-Landesverbandes, sucht sich ein Ortsbeauftragter seinen Stellvertreter aus. Tritt er zurück, verliert auch der Stellvertreter sein Amt.

Hans Prager, stellvertretender Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes Zweibrücken, sagte, er bedauere Segelkes Rücktritt sehr: „Ich bin seit 40 Jahren im Katastrophenschutz, und es gab noch nie eine so gute Zusammenarbeit mit dem THW wie bis vor Kurzem!“ Das DRK nutze das Gelände seit vergangenem Jahr im Auftrag der Stadt für Aufgaben des Katastrophenschutzes. Das Rote Kreuz sei von dem Streit überrascht worden: „Wir sind uns auch keiner Schuld bewusst und haben unseres Erachtens auch nichts angestellt, was dies verursacht haben könnte.“ Ein Mietvertrag sollte mit der Stadt als Katastrophenschutzbehörde und der Bima geschlossen werden, sagte Prager. Seiner Information nach „wurde zwar vor Ort – ohne uns – alles mündlich festgelegt, aber von der Bima bislang kein Vertrag zugesandt“. Nebenkosten würden „selbstverständlich“ erfasst:. Die Stadtwerke hätten auf DRK-Kosten Zähler für Strom und Wasser eingebaut, aber bislang keine Abrechnung vorgelegt. Ein offizielles Gespräch zwischen DRK und THW stehe noch aus.

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