Fechten
Institution in der Westpfalz: Südwestdeutsche Meisterschaften in Zweibrücken
„Wir hatten uns damals als Verein um die erste Ausrichtung bemüht, weil die Westpfalz davor immer ein bisschen vernachlässigt war gegenüber der Vorderpfalz, was Fechtturniere anging“, erinnert sich Volker Petri von der VT Zweibrücken ans erste Mal 1991. Aus den Anfängen der Südwestmeisterschaften der Aktiven und des Nachwuchses in der Westpfalz wurde dann eine Tradition. Heutzutage könnten böse Zungen vielleicht auch behaupten, dass es dabei geblieben ist, weil sich immer weniger Vereine finden, die überhaupt noch so eine Großveranstaltung ausrichten wollen.
Drei beeindruckende Zahlen: Es sind nicht nur die 31. Südwest-Titelkämpfe in Zweibrücken, und Petri, der als Erbe seines Vaters Heinrich als Familie schon seit zusammen 91 Jahren die Geschicke der Festhallenfechter leitet, ist selbst schon 81 Jahre alt. Sein Wunsch zum 80. Geburtstag im vergangenen Jahr – nämlich einen Nachfolger als Abteilungsleiter zu finden und so Aufgaben abzugeben – hat sich noch nicht erfüllt. „Es ist ein großes Problem, jemand zu finden, es ist halt kein einfacher Posten“, sagt er und gibt an, durchaus loslassen zu können, wenn jemand bereit stünde.
Säbelfechter machen Bogen um Zweibrücken
So aber steht erst mal er am Freitagabend ab 19.30 Uhr wieder bereit, wenn es für ihn gilt, zusammen mit einem etwa 15-köpfigen Helferteam, alle Materialien für das Turnier – unter anderem die Bahnen, die Trefferanzeigen, die Waffen – aus der Trainingshalle unter der Festhalle in die Ignaz-Roth-Halle zu transportieren. „Wir gehen sogar erst ein bisschen später in die Ignaz-Roth-Halle rein, damit unsere Basketballer noch in Ruhe fertig trainieren können. Mit denen stehen wir aber in einem guten Einvernehmen“, sagt Petri. Denn natürlich weiß der Trainer der VTZ-Fechter, dass die Korbjäger des Vereins am Samstag als Spitzenreiter das wichtige Landesliga-Top-Spiel beim ebenso verlustpunktfreien Verfolger BBC Fastbreakers Rockenhausen vor der Brust haben.
Am Samstag und Sonntag geht es für die Aktiven und den Nachwuchs in den Waffengattungen Florett und Degen dann auf die Planche. Die Südwestmeisterschaften sind zwar auch für Säbel ausgeschrieben, „aber die Säbelfechter sind ein eigenes Völkchen, und die machen eher auch ihr eigenes Ding“, sagt Petri. Lediglich bei den Frauen sind bisher vier Säbel-Fechterinnen gemeldet. Aber ob die tatsächlich kommen? Petri ist skeptisch.
20 VTZ-Kämpfer beim Heimspiel
Dafür können sich die Startermeldung bei Florett und Degen sehen lassen. Fast 140 Starts gibt es in den verschiedenen Altersklassen. Die VTZ schickt 20 Kämpfer ins Heimrennen, darunter viele, die schon an deutschen Meisterschaften teilgenommen haben. Svenja Voigt, die unlängst überraschend Saarlandmeisterin mit dem Degen geworden war, tritt auch mit dem Florett an. Auf der Jagd nach Medaillen treten zudem allein sieben VTZ-Musketiere bei den Florett-Herren an, sieben bei den Degen-Herren und fünf Mädchen in der Altersklasse U15 (Jahrgang 2010/11). Der Eintritt ist frei.
Zeitplan
- Samstag: 10 Uhr Florett U15 Damen und Herren, 11 Uhr Florett-Einzel Damen, 12 Uhr Florett-Einzel Herren, 14 Uhr Florett-Mannschaftswettkämpfe U15, Damen und Herren
- Sonntag: ab 10 Uhr Einzel- und Mannschaftswettkämpfe Degen U15, Damen und Herren.