Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Imponierender Sieg der SG Zweibrücken gegen Saarlouis

Wieder auf dem Feld: Niklas Bayer (am Ball), der eigentlich seine Spielerkarriere beendet hat, setzt sich hier gegen den Saarlou
Wieder auf dem Feld: Niklas Bayer (am Ball), der eigentlich seine Spielerkarriere beendet hat, setzt sich hier gegen den Saarlouiser Kevin Speich durch. Links wartet der von Jannik Reinshagen (Nummer 80) bedrängte Tim Eisel auf ein Zuspiel. Rechts Tim Altmeyer (11).

Die SG Zweibrücken hat ihr letztes Regionalliga-Heimspiel des Jahres gegen Saarlouis gewonnen. Nicht nur der Sieg löste Freude aus, sondern auch die Art und Weise, wie gespielt wurde. Das zuletzt vermisste „Feuer“ war wieder da.

„Super, Nils!“ Norman Dentzer, Torwart des Handball-Regionalligisten SG Zweibrücken, schrie am Samstagabend in der 13. Spielminute das Lob aus seinem Kasten, nachdem Nils Wöschler in der Abwehr wieder richtig zugepackt und verhindert hatte, dass die HG Saarlouis eine Torchance kreierte. Von Beginn an waren die Zweibrücker hellwach, in der Abwehr inklusive des stark haltenden Dentzer, der in den letzten zehn Minuten für einen gleichfalls gut aufgelegten Damian Zajac Platz im SG-Tor machte. Der Lohn für die tolle Abwehrarbeit über 60 Minuten, verbunden mit einer konzentrierten Angriffsleistung war ein verdienter 32:22 (15:9)-Erfolg gegen Saarlouis II.

„Einfach geil“, freute sich SG-Trainer Marek Galla über Sieg und Leistung. Alle hätten „über 100 Prozent gegeben“. Ganz wichtig: „Die haben die Dinger reingemacht“, sprich ihre Torchancen genutzt.

Kroners Knoten geplatzt

Möglichkeiten hatten sich die Zweibrücker auch eine Woche zuvor herausgespielt, sie aber nicht verwertet. Das Angriffsspiel wurde wieder breit angelegt, die Außen waren gut in der Partie und trafen: Kapitän Philipp Hammann netzte von rechts sechs Mal ein, Nico Graeber im ersten Durchgang von der linken Seite drei Mal und im zweiten Durchgang warf sich Max Kroner, der seit Saisonbeginn seine Form suchte, den ganzen Frust der vergangenen Wochen von der Seele. Sechs Mal – darunter tolle Gegenstöße – netzte er den Ball ein. Das 15:9 markierte er per Siebenmeter, das 18:10 – es war sein erstes Feldtor – per Gegenstoß. Wie sehr sich die Mannschaft mit ihm freute, dass der Knoten platzte, zeigte die Reaktion des Kapitäns: Mit einem lautstarken „Yessss“ feierte Hammann Kroners Feldtor.

Den Worten Taten folgen lassen, hatte Hammann zuletzt von allen gefordert. Zweibrücken ließ gegen Saarlouis, das einen schönen, schnellen Handball spielte, Taten sprechen. Die Mannschaft war, wie es im modernen Sport heißt, „on fire“. Das A und O war die Abwehrarbeit. „Für mich das Wichtigste. Ohne Abwehr kein Angriff“, unterstrich Galla, dem die Mannschaft mit dem Sieg ein schönes Geschenk zum 45. Geburtstag bereitete, in den nach dem Spiel noch reingefeiert wurde. Gute Laune war garantiert nach dem beherzten Auftritt, der für eine super Stimmung in der Halle sorgte – wer als Zuschauer dabei war, wird wieder kommen.

Top-Leistung von Dentzer

Tim Eisel lieferte auf der vorgezogenen Abwehrposition erneut eine überzeugende Leistung ab. Aber auch die hinter ihm gestaffelten Abwehrspieler packten zu, machten die entscheidenden Schritte zur Seite, zur Mitte. Und dahinter stand einer, der am Samstag – gestützt auf die stark arbeitende Abwehr – eine Top-Leistung lieferte: Norman Dentzer. Ein beliebter Spruch im Handball lautet bekanntlich „Heber gehen immer“. Ja, aber nicht wenn ein gut aufgelegter Dentzer zwischen den Pfosten steht.

Bis zum 4:4 (10.) war es eine ausgeglichene Partie. Dann taten sich die technisch versierten Saarlouiser, die einige sehr schöne Spielzüge in ihrem Repertoire hatten, zunehmend schwerer, Zweibrückens Abwehrriegel zu knacken. Die SG zog auf 8:4 weg. Ein, zwei Unachtsamkeiten auf Zweibrücker Seite, und Saarlouis kam noch mal auf zwei Tore heran. Aber Graeber machte mit dem Treffer zum 9:6 klar, dass sich die SG-Spieler dieses Mal nicht aus dem Konzept bringen lassen würden.

Als wäre Bayer nie weg gewesen

Das 10:7 erzielte dann einer, dessen Hauptjob mittlerweile der des Mannschaftsbetreuers ist: Niklas Bayer. Weil Tom Grieser verletzungsbedingt die Betreuerrolle übernehmen konnte, schnürte Bayer, der seine Karriere eigentlich beendet hat, noch mal die Handballschuhe. „Die Jungs kennen sich ja bestens“, sagte Galla zu dieser Variante. In der Tat war es so, als wäre Bayer nie weg gewesen. Kongeniale Zuspiele für Hammann, aber auch Stephan Jahn, der noch nie mit Bayer zusammengespielt hatte, profitierte. Denn keiner lotet die Tiefe des Spielraumes aus so stark aus wie Bayer. Er suchte halbrechts den Weg in die Nahwurfzone, Jahn stieß parallel halblinks dazu in die Nahtstelle der Saarlouiser Abwehr. Kurzer Pass, trocken abgezogen: 25:14 für eine klar dominierende Zweibrücker Mannschaft (44.), die dieses Mal von allen Angriffspositionen erfolgreich war.

SO SPIELTEN SIE

SG Zweibrücken: Dentzer, 50. Zajac - Ihl (4), Wöschler (3), Jahn (3) - Hammann (6), Graeber (3) - Eisel (4) - Bayer (1), Leufke, Eberhard (1), Kroner (6/1), Schaum (1), Reitz.

x