Zweibrücken Im Vergleich günstig

Die Prüfer kritisierten, dass die Qualitätskontrolle im Wasserzweckverband zu zeitaufwändig sei. Werkleiter Joachim Becker entge
Die Prüfer kritisierten, dass die Qualitätskontrolle im Wasserzweckverband zu zeitaufwändig sei. Werkleiter Joachim Becker entgegnete, dass die Sicherheit bei der Wasserversorgung oberste Priorität habe.

Die Bürger, die ihr Trinkwasser vom Wasserzweckverband Thaleischweiler-Wallhalben beziehen, können sich freuen: Es steht fest, dass sie es (alle Kosten übers Jahr addiert) zu einem vergleichsweise günstigen Preis bekommen. Das ist ein Ergebnis des sogenannten Benchmarkingprogramms des Landes Rheinland-Pfalz, an dem sich der Wasserzweckverband Sickingerhöhe-Wallhalbtal beteiligt.

Bei der Versammlung des Wasserzweckverbandes am Mittwoch erläuterte Daniel Zipperer von der Aquabench GmbH aus Köln, die im Auftrag des Landes das Benchmarking vornimmt, die Ergebnisse. Grundlage für die aktuelle Auswertung war das Jahr 2016. Das Programm, an dem der Wasserzweckverband teilnimmt, weil allen Teilnehmern bei der Förderung von Projekten ein Sonderzuschuss des Landes von fünf Prozent gewährt wird, vergleicht Wasserversorgungseinrichtungen ähnlicher Größe miteinander und hilft so zu erkennen, in welchen Bereichen ein Wasserversorger Stärken und Schwächen hat. Dabei werden identische Vergleichsmaßstäbe angelegt. Das gilt zum Beispiel bei der Ermittlung der jährlichen Kosten zur Wasserversorgung eines Musterhaushaltes. Hier werden 96 Liter Verbrauch je Tag und Person zugrunde gelegt. Im Wasserzweckverband, wo es größere Wasserabnehmer gibt, liegt der mittlere Jahresverbrauch tatsächlich bei 130 Liter/Tag. Untersucht werden verschiedene Haushaltszusammensetzungen. Ein Single-Haushalt im Versorgungsgebiet zahlt weniger als 100 Euro pro Jahr für Wasser. Bei vergleichbaren anderen Versorgern im Land werden hier schon mal bis zu 180 Euro fällig. Eine Familie mit zwei Kindern liegt im Zweckverbandsgebiet bei 280 Euro Jahreskosten. Landesweit zahlen Familien bis zu 550 Euro für die gleiche Leistung. Das vergleichsweise günstige Angebot wird unter anderem dadurch erreicht, dass weniger Personal eingesetzt wird als in anderen Wasserversorgungsbetrieben. Zudem bescheinigt die Untersuchung, dass das Personal hervorragend geschult ist. „Wir haben richtig gute Leute“, bestätigt Werkleiter Joachim Becker. Mehr Personal, was vom Personalschlüssel her zulässig wäre, bedeute am Ende immer höhere Gebühren. Das sei nicht gewollt. Ein weiterer Pluspunkt beim Wasserzweckverband ist der geringe Wasserverlust etwa durch Wasserrohrbrüche. Mit 7,12 Prozent liegt der Wasserzweckverband unter dem Durchschnitt. „Wir werden nicht nachlassen, diese Menge gering zu halten“, sagte Becker. Es gibt auch Punkte, bei denen der Wasserzweckverband schlechter abschneidet. Zum Beispiel beim Energieverbrauch. „Das lässt sich auch kaum ändern“, erläuterte Becker. Grund ist die Topgraphie des Versorgungsgebietes, die es erfordert, das Wasser den Berg hochzupumpen. „Pumpen bedeutet Energieaufwand“, sagt Becker. Der Empfehlung von Zipperer, die eingesetzten Pumpen regelmäßig auf ihren Energieverbrauch hin zu untersuchen, „kommen wir ja schon nach“, sagte Becker. Über dem Durchschnitt lagen die Kundenbeschwerden. Möglicherweise gibt es besonders kritische Kunden in der Region. Es gibt in jedem Fall eine Erklärung, die im Zusammenhang mit dem untersuchten Jahr 2016 steht. „Das war nach der Fusion, da war der Zusammenlegungsprozess mitten im Gang“, erinnert Becker. Die Umstellungen hatten viele Nachfragen von Kundenseite zur Folge. In der nächsten Untersuchungsrunde erwartet Becker niedrigere Werte. Die Anregung, sich über ein professionelles Kundenbeschwerdemanagement Gedanken zu machen, werde aufgenommen. Zu viel Zeit wendet der Verband für den Zählerwechsel beim Kunden und für die Qualitätskontrolle auf. Bei letzterem, machte Becker deutlich, werde nichts geändert. Oberstes Ziel sei die Sicherheit bei der Wasserversorgung. Deshalb werde das Wasser weiter in Zusammenarbeit mit der Uni Homburg untersucht. „Hier haben wir die Gewissheit, dass bei einem Notfall am Wochenende immer jemand sofort erreichbar ist“, erläuterte Becker. Der Wasserzweckverband hat mit den Vorarbeiten zu einer Zertifizierung des Betriebs (Technisches Sicherheitsmanagement) begonnen. Die Zertifizierung ist künftig gesetzlich erforderlich.

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