Zweibrücken Hundekot auf Wiese: „Hat nichts mit Düngung zu tun“

Pia Kinder geht mit ihrem bayrischen Gebirgs-Schweißhund Olly auf dem Kirchberg in Ixheim spazieren.
Pia Kinder geht mit ihrem bayrischen Gebirgs-Schweißhund Olly auf dem Kirchberg in Ixheim spazieren.

Die Landwirtin Doris Fried fürchtet, dass mit der Einzäunung der Ixheimer Hundewiese mehr Gassi-Gänger die Vierbeiner auf ihren Feldern am Galgen- und Kirchberg laufen lassen. Sie fordert die Stadt auf, Gassi-Routen auszuweisen. Was halten Sie davon?

Der Umwelt- und Servicebetrieb (UBZ) zäunt derzeit die Ixheimer Hundewiese an der Ecke Römer-/ Wachtelstraße ringsum ein. Unter der Grünfläche befindet sich ein Regenrückhaltebecken, die Wiese ist Privatgelände. Die Ixheimer Hundehalter sind darüber erbost, unter anderem Sergej Hamburg äußerte gegenüber dieser Zeitung scharfe Kritik am neuen Zaun: „Ich verstehe das nicht. Warum wird das gemacht?“. Er überlegt, mit seinen beiden Bulldoggen Zeus und Tyson fortan bei den Wiesen und Feldern auf dem Galgen- und Kirchberg spazieren zu gehen.

Hundekot in Heuballen Gefahr fürs Vieh

Das wiederum ruft Fried auf den Plan. Problem: Viele Gassi-Geher lassen die Vierbeiner dann auf den Feldern rennen, die Hunde trampeln nicht nur die Pflanzen nieder, sie hinterlassen auch ihre Häufchen auf den Äckern. „Das hat nichts mit Düngung zu tun“, warnt Fried. Im Gegenteil: Hundekot, so die Landwirtin, ist in der Erntezeit sowohl für Mensch als auch das Vieh hochgiftig. Wenn Fried im Jahresverlauf Heuballen aufschneidet, findet sie darin regelmäßig Hundekot – und Bälle, die die Halter zum Apportieren in Wiesen und Felder werfen.

Die Ixheimer Landwirtin richtet ihre Kritik eher an die Stadt als an die Hundehalter: „Es kann nicht sein, dass Landwirte ihre Grundstücke zur Verfügung stellen. Hundebesitzer haben das Recht auf eine offiziell ausgewiesene Wiese. Die Stadt muss sich da effektiv Gedanken machen“, fordert Fried. Die Stadt kassiere ja schließlich von den Haltern Hundesteuer.

John: Gassi-Routen nicht Aufgabe der Stadt

Stadtpressesprecher Jens John erklärt, dass die Hundesteuer nicht generell für Zwecke eingesetzt werden muss, die den Vierbeinern und ihren Haltern dienen. „Kommunale Steuern sind öffentliche Abgaben, die die Gemeinde ohne Gewährung einer Gegenleistung erhebt“, so John. Im Klartext: Was die Stadt mit den Einnahmen durch die Hundesteuer – pro Jahr rund 240.000 Euro – macht, ist ihre Sache. „Mit der Hundesteuer werden zwei Ziele verfolgt: Zum einen soll sie Einnahmen bringen, zum anderen die Zahl der gehaltenen Hunde begrenzen.“

Die Hundesteuer beträgt 100 Euro im Jahr für den ersten Hund, 150 Euro für den zweiten und 200 für jeden weiteren Vierbeiner. Für gefährliche Hunde, die sich als bissig erwiesen haben oder Wild und Vieh hetzen und reißen können, beträgt die Steuer 650 Euro. Gleiches gilt für die Rassen Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier und Staffordshire Bullterrier. Ausgenommen von der Steuer sind ärztlich angeordnete Vierbeiner – etwa für Blinde –, Rettungshunde, Hunde im Tierheim sowie Jagdhunde.

Stadt finanziert Hundekotbeutel

Die Stadt gebe dennoch Geld für Hundehalter aus, etwa beim Aufstellen von Ständern für Hundekotbeutel an Orten, wo viele Gassi gehen. Aber: Laut John ist das eine freiwillige Leistung der Stadt, die sie nicht erbringen muss. Halter sind selbst verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde zu beseitigen.

Auch offizielle Gassi-Routen oder Hundewiesen, die Fried fordert, muss die Stadt nicht ausweisen. Tut sie auch nicht. John kennt keine Stadt, die das macht. „Der Halter ist in der Pflicht, sein Tier artgerecht auszuführen“, sagt der städtische Pressesprecher. Die Vierbeiner auf Feldern und Äckern auszuführen, ist ebenfalls nicht erlaubt, weil die landwirtschaftlichen Flächen Privatgelände seien. Ausnahme: Die Eigentümer dulden die Hunde auf ihrem Grund.

Telefonaktion

Welche Erfahrungen/Erlebnisse haben sie mit ihrem Hund oder mit fremden Hunden bei Spaziergängen gemacht? Was stört sie? Was finden sie gut im Bezug auf die Vierbeiner? Kennen Sie schöne Gassi-Routen in und um Zweibrücken? Wo hat die Stadt Handlungsbedarf in Sachen Hunde? Rufen Sie am Dienstag zwischen 10 und 13 Uhr an und schildern Sie uns Ihre Erlebnisse. Am Telefon erwartet Sie Mitarbeiter Paul Kreiner: 06332 922150. Oder schreiben Sie eine E-Mail an redzwe@rheinpfalz.de

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