Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Homburger Bergrennen am Wochenende: Fällt der alte Streckenrekord?

Der amtierende Bergmeister Erwin Buck drehte sich im Vorjahr am Streckenabschnitt Brückchen.
Der amtierende Bergmeister Erwin Buck drehte sich im Vorjahr am Streckenabschnitt Brückchen.

120 Fahrzeuge gehen auf die Strecke von Homburg nach Käshofen: Den Verantwortlichen ist es auf den letzten Metern gelungen, ihr Rennen doch noch zu retten.

Zwar fehlt am Wochenende mit Alexander Hin der Bergrekordjäger aus dem Vorjahr, bei der Hatz den Käshofer Berg hinauf. Denn der Elzacher nimmt in der laufenden Saison ausschließlich an Rennen der Berg-Europameisterschaft teil. Auf den Anblick eines Osella FA 30 Sportwagens werden die Zuschauer beim Bergrennen deshalb aber nicht verzichten müssen: Stefan Armbruster, Überraschungssieger aus dem Vorjahr, bringt ein baugleiches Rennauto zur Titelverteidigung auf die Landstraße von Homburg nach Käshofen mit.

Wenn man sich die Teilnehmerliste anschaut, stechen zwei Namen als Armbrusters Konkurrenten hervor. Erstmals seit 2006 kehrt der damals siegreiche Deutsch-Slowene Patrick Zajelsnik an den Käshofer Berg zurück. Er setzt auf einen Norma M20 FC Prototypen mit einen Mugen V8 Motor. Zajelsnik ist, ähnlich wie Alexander Hin im Vorjahr, auf den Bergrennstrecken derzeit erfolgreich auf Rekordjagd. Soll ihm das auch in Homburg gelingen, muss er die Zeit von David Hauser aus dem Jahr 2016 schlagen. Der schaffte im Dallara GP-2 Rennwagen die 2,6 Kilometer lange Strecke damals in 1:05,404 Minuten. Dritter im Wettbewerb um den Gesamtsieg dürfte der Italo-Luxemburger Canio Marchione sein. Der mehrfache Luxemburger Bergmeister fährt einen Osella PA 2000 Sportwagen.

Bergmeister Buck hat noch eine Rechnung offen

Das sind natürlich nicht die einzigen Rennautos, die die Motorsportfreunde auf der saarpfälzischen Rennstrecke begeistern werden. Es werden auch mehrere Teilnehmer mit Formel-Fahrzeugen erwartet, sowie spektakuläre Tourenwagen, die sich unter anderem im KW Berg Cup messen. Darunter der Odenwälder Holger Hovemann in einem Opel Kadett C GT/R V8, der auf einer Chevrolet Corvette basiert und weltweit ein Einzelstück ist. Der amtierende Bergmeister Erwin Buck hat nach einem spektakulären Dreher im Vorjahr am beliebten Streckenabschnitt Brückchen mit seinem VW Scirocco ebenfalls noch eine gehörige Rechnung mit dem Käshofer Berg offen.

Dass er die überhaupt begleichen kann, ist nur einer großen gemeinsamen Anstrengung der Clubmitglieder zu verdanken. Zur Erinnerung: Vor knapp zehn Wochen stand die nun bedeutendste Rennveranstaltung im saarpfälzischen Raum vor dem Aus. Neben zahlreichen Helfern zum Auf- und Abbau hatte der Club mit Jürgen Guckert nicht nur seinen Renn-, sondern auch seinen Sportleiter verloren. Darüber hinaus gibt es mehrere Vorstandsmitglieder, die am Ende ihrer Arbeitskapazität waren.

Ein Ruck geht durch die HAC-Vereinsmitglieder

Mit dem Otterberger Christoph Schwarz fand sich während einer Sondersitzung ein neuer Sportleiter, der in Zweibrücken aufgewachsen ist und seit einigen Jahren begeistert mit einem NSU TT Bergrennen fährt. Den Posten des Rennleiters übernimmt der Wolsfelder Björn Hoffmann vom Eifel Motorsportclub Bitburg. Streckenposten und weitere Helfer werden vom ADAC Saarland zur Verfügung gestellt, der nun Mitveranstalter ist. Zuvor hatten Thomas Krisam, Vorsitzender des ADAC Saarland und Oliver Warken, Sportleiter, ihre uneingeschränkte Unterstützung zugesagt. Unter anderem wollten sie auch mit Sportwarten entlang der Rennstrecke aushelfen.

Damit ging ein Ruck durch die Mitglieder des Automobilclubs. Wenige Tage nach einer Krisensitzung im April wurde die Durchführung des Rennens beschlossen. Clubmitglieder tauschen sich seitdem rege in einer Whatsapp-Gruppe aus und arbeiten Hand in Hand, um das Rennen 2023 zu einem Erfolg zu machen. Der Rennstreckenaufbau erfolgte erstmals nicht, wie in den Jahren zuvor, auf den letzten Drücker. Für den Homburger Automobilclub HAC steht aber noch ein anderes Rennen nach dem Rennen an: Nachdem sich auf der Helferseite viele fleißige Hände gefunden haben, muss sich aufseiten der Vorstandsarbeit noch etwas tun. Es werden neue Kräfte für administrative Aufgaben gesucht, zum Beispiel für die Koordinierung des Rennprogramms.

Info

  • Samstag, 8. Juli, ab 8 Uhr: Training in drei Läufen; Sonntag, 9. Juli, ab 8 Uhr: Rennen in drei Läufen
  • Tickets: Tageskarte 15 Euro für Jugendliche bis 14, Erwachsene 20 Euro. Wochenendkarte 20, beziehungsweise 30 Euro
  • Im Fahrerlager steht ein Simulator, an dem die Besucher ihr eigenes Bergrennen fahren können.
  • Aktuelle Infos bietet die Sportity-App unter dem Passwort: Homburg.
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