Zweibrücken Hoher Unterhaltungswert garantiert
«ZWEIBRÜCKEN.» Ein echtes Saar-Pfalz-Derby in der Handball-Oberliga: Am Samstag empfängt der SV 64 Zweibrücken den TV Homburg (18 Uhr, Ignaz-Roth-Halle). Sportlich ist die Favoritenrolle klar an den gastgebenden Tabellendritten vergeben. „Aber Duelle gegen Homburg waren bekanntlich schon immer etwas Besonderes, hatten immer einen hohen Unterhaltungswert“, sagt SV-Trainer Stefan Bullacher.
Mehr Lokalkolorit im Derby war in der Vergangenheit nur bei den Zweibrücker Stadtduellen gegeben. Einer, der in Zweibrücker Stadt-Derbys im Trikot der VT Zweibrücken-Saarpfalz mitmischte – Alexey Wetz – läuft am Samstag für den TV Homburg auf. Wie berichtet hatten sich die Wege der VTZ und des in Kaiserslautern wohnenden Rückraumspielers, der vergangene Runde wegen eines Kreuzbandrisses pausieren musste, kurz vor Weihnachten getrennt. Am Samstag kann er in der Ignaz-Roth-Halle sicher auf die Unterstützung manches VTZlers setzen. Immerhin hatte Wetz hatte im Sozialgefüge des Drittligisten eine wichtige Rolle, hatte unter anderem die Saisonabschlussreisen geplant. Alexej Wetz ist aber nicht der einzige neue Spieler im Homburger Rückraum im Vergleich zum Hinspiel, das der SV 64 mit 29:21 gewonnen hatte. Robin von Lauppert, der in der A-Jugend-Bundesliga beim SV 64 Zweibrücken ausgebildet wurde, dann zum TuS Dansenberg gewechselt war, hat sich kurz vor Wetz im vergangenen Jahr den Homburgern angeschlossen. Der TV Homburg investiert also, um die Klasse zu halten. Aktuell ist die Mannschaft Vorletzter und muss auch der VTZ in der Dritten Liga die Daumen drücken. Bleibt diese Drittligist, sinkt die Zahl der Absteiger in der Oberliga. Neu ist auch der Mann auf der Homburger Trainerbank. Team-Manager Jörg Ecker coacht die Homburger seit dem 14. Spieltag, nachdem Ex-SV-Spieler Daniel Sorg sein Amt als Homburger Spielertrainer nach 13 Niederlagen in Serie in der Vorrunde zur Verfügung gestellt hatte. Was das spielerische Vermögen der Homburger anbelangt, in dessen Reihen einige gestandene Oberliga-Spieler stehen, „ist die Mannschaft sicher besser, als es der Tabellenplatz vermuten lässt“, sagt auch Zweibrückens Trainer Stefan Bullacher. In zweifacher Hinsicht wurde sein Team vergangene Woche davor gewarnt, das Derby am Samstag auf die sprichwörtliche leichte Schulter zu nehmen. „Gegen Vallendar waren wir sehr fokussiert, haben die Aufgabe ernst genommen. Der Auftritt in Völklingen war von unserer Seite sehr lax. Das wäre ja fast schief gegangen“, beschreibt Bullacher Warnung eins. Warnung zwei war die Sichtung des Videos vom Spiel zwischen Homburg und Illtal am vergangenen Wochenende, das Illtal nur knapp mit 26:24 gewann. „Da hat man gesehen, dass man Homburg nicht unterschätzen darf. Sonst wird es eng“, erläutert Bullacher und hofft, dass sein Team die Warnungen vernommen hat und konzentriert bleibt. Letzteres wird keine leichte Aufgabe. Homburg war schon mit dem Ziel, sehr lange Angriffe zu spielen, nach Budenheim gereist. „Und vermutlich werden sie auch bei uns versuchen, auf lange Angriffe zu setzen“, befürchtet Bullacher. Er hofft, dass die Schiedsrichter die Zeitspielregel entsprechend im Blick haben, damit es ein attraktives, schnelles Spiel wird. Sein Team, das voraussichtlich in Bestbesetzung antreten kann, wird versuchen, hohes Tempo zu gehen.