Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Hiesige Händler liefern die Schulbücher

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Lokale Händler haben den Zuschlag bekommen, die Bücher für die Schulbuchausleihe in der Stadt Zweibrücken und dem Landkreis Südwestpfalz zu liefern. Selbstverständlich ist das nicht (mehr).

Das Land hat verfügt, dass bei Bestellungen über 215.000 Euro europaweit ausgeschrieben werden muss. Umgehen lässt sich das nur, indem man die Aufträge stückelt. Genau das haben die Stadt Zweibrücken und der Landkreis Südwestpfalz getan: Sie haben jede Schule mit einem eigenen Budget zur Beschaffung der Schulbücher ausgestattet, um unter 215.000 Euro zu bleiben. In der Stadt Kaiserslautern etwa wurde dies versäumt, mit der Konsequenz, dass europaweit ausgeschrieben werden musste. Örtliche Buchhändler hatten das Nachsehen und letztlich auch immense finanzielle Einbußen.

Thorsten Höh, Pressesprecher des Landkreises Südwestpfalz, sagte auf Anfrage: „Eine europaweite Ausschreibung wäre erst mit einer Auftragssumme von 215.000 Euro je Auftrag zu veranlassen gewesen. Für jede der neun Schulen in Trägerschaft des Landkreises wurde ein einzelner Auftrag erteilt.“ Dazu gehören die Realschulen plus in Dahn, Hauenstein und Rodalben, Grund- und Realschule plus Vinningen, Integrierte Gesamtschulen in Contwig, Thaleischweiler-Fröschen, Waldfischbach-Burgalben, Ottfried-von-Weißenburg Gymnasium Dahn und Berufsbildende Schule Rodalben.

Während des gesamten Schuljahres 2022/23 wurden laut Höh 9.084 Bücher nachbestellt, die insgesamt 183.512 Euro kosteten. „Für das Schuljahr 2023/24 wurden zahlreiche Bücher von den Schulen neu eingeführt. Die Erstbestellung in den Sommerferien umfasste daher 7.982 Exemplare im Gesamtwert in Höhe von 154.010 Euro“, so der Pressesprecher.

Sechs lokale Händler habe man aufgefordert, dafür ein Angebot abzugeben. Drei Händler seien der Bitte nachgekommen; unter diesen sei die Verteilung auf die einzelnen Schulen ausgelost worden. Die Aufträge verteilten sich Höh zufolge auf die Leseratte in Rodalben, Capito in Zweibrücken und Der kleine Laden in Thaleischweiler-Fröschen. Schulbuchpakete für das neue Schuljahr wurden laut Höh an 2.576 Schülerinnen und Schüler ausgegeben.

Zweibrücken: Vier Firmen beauftragt

Das Schulverwaltungs- und Sportamt der Stadt Zweibrücken hat den Auftrag ebenfalls gestückelt, um unter dem Schwellenwert von 215.000 Euro zu bleiben, erklärt Christine Brunner, stellvertretende Hauptamtsleitern, auf Anfrage: „Da Schulen Schulbücher im Rahmen eigener Budgets anschaffen, liegt der Auftragswert in aller Regel niedriger und der Schwellenwert wird nicht erreicht. Eine europaweite Ausschreibung ist in diesem Fall nicht erforderlich.“

Insgesamt wurden laut Brunner 10.590 Bücher im Gesamtwert von 157.445 Euro bestellt. Folgende Auftragnehmer wurden durch die Schulleitungen beauftragt: Firma Cleemann, Pirminius Werk GmbH, Thalia, Gollenstein Buchhandlung Blieskastel. Im Schnitt nehmen in Zweibrücken rund 2.700 Schüler und Schülerinnen an der Schulbuchausleihe teil.

Neu bei der Beschaffung der Bücher ist, dass „Schulen mit Unterstützung ihres Schulträgers ab dem Schuljahr 2023/24 vor der Anschaffung von gedruckten Lernmitteln ein wettbewerbsoffenes Verfahren durchzuführen haben, sofern deren prognostiziertes Bestellvolumen während des Schuljahres den Auftragswert von 10.000 Euro netto übersteigt“, führt Brunner aus. Dies habe in Zweibrücken alle weiterführenden Schulen und die Grundschule Pestalozzi betroffen. Sie seien verpflichtet gewesen, eine „beschränkte Ausschreibung“ durchzuführen.

Bei einer beschränkten Ausschreibung würden mehrere – grundsätzlich mindestens drei – Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert. Werde dieser Auftragswert nicht erreicht, „kann die Schule mit der Haupt- und allen Nachbestellungen eine Buchhandlung direkt beauftragen. Dies war bei den restlichen Schulen der Fall“, so Brunner. Die Kosten für die beschafften Bücher trage das Land.

Im Kreis gibt’s ein zentrales Lager

Zurück zum Kreis: Die Buchhandlungen lieferten die Bücher nicht direkt an die Schulen, sondern an die Kreisverwaltung, die die Bücher im zentralen Lager des Schulreferats erfasse und packe, betont Thorsten Höh. Ende August gehörten zum Buchbestand des Schulreferats insgesamt rund 30.000 Bücher. Dazu zählten sowohl Bücher in Schülerhand als auch jene im Lager.

„Die Ausgabe der Bücher wie auch deren Rücknahme, Überprüfung und Verwaltung für die erneute Ausgabe beansprucht die Kolleginnen des Schulamtes innerhalb der jeweils eng getakteten Zeiträume sehr stark“, gibt Höh zu bedenken. Die Abläufe hingen dabei „sehr von der Zuverlässigkeit der Ausleihenden ab“. Zu viele Abweichungen gefährdeten den rechtzeitigen Einsatz der Bücher zum Schulstart bei den nächsten Schulkindern. Die Schulbuchausleihe gibt es in Rheinland-Pfalz seit dem Schuljahr 2010/11. Davor war der Erwerb von Schulbüchern jedem selbst vorbehalten.

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