Zweibrücken
Hierhin soll der Zweibrücker Wertstoffhof umziehen
Die Zweibrücker haben zwei Möglichkeiten, Abfälle wie Metall, Altholz und -papier, Kunststoffe, Flachglas oder Elektroschrott loszuwerden: entweder auf der Deponie im Rechenbachtal bei Mörsbach oder direkt in der Stadt – im Wertstoffhof in der Schlachthofstraße. Letztere Anlaufstelle hat bald ausgedient. „Die angrenzende Recyclingfirma Becker & Maurer hat dort Eigenbedarf angemeldet“, sagt Nicole Hartfelder, die Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken. Zwar gehöre dem UBZ beziehungsweise der Stadt das Gelände dort, doch die darauf errichteten Wertstoffhof-Gebäudeteile seien Eigentum von Becker & Maurer.
„Deshalb brauchen wir einen neuen Standort für den Wertstoffhof“, stellt Hartfelder fest. „Denn zusätzlich zu unserer Deponie in Mörsbach wollen wir auch in Zukunft den Bürgern die Möglichkeit bieten, im Stadtgebiet ihre Abfall-Kleinmengen anzuliefern.“
Fläche wird nicht mehr für den Friedhof gebraucht
Inzwischen habe man ein geeignetes Grundstück gefunden: Wenige Schritte von der UBZ-Zentrale entfernt, auf einer zum Teil als Parkplatz genutzten Freifläche an der Ecke Kasernen-/Vogelgesangstraße, breitet sich ein gut 5000 Quadratmeter großes Areal aus. Diese Brache hatte der städtische Tochterbetrieb um die Jahrtausendwende gekauft – als Erweiterungsgelände für den gegenüberliegenden Friedhof. „Seit damals hat sich in der Bestattungskultur aber vieles geändert“, erklärt die UBZ-Chefin. „Heute gibt es fast gar keine Erdbegräbnisse mehr. Da ist eine Ausweitung des Friedhofs nicht mehr notwendig.“
Stattdessen möchte der UBZ hier nun seinen neuen Wertstoffhof ansiedeln. „Wir können dort auf einem Grundstück bauen, das uns schon gehört“, so Hartfelder. Zudem sei die anvisierte Fläche viel größer als die 1600 Quadratmeter umfassende bisherige Anlage an der Schlachthofstraße.
Begrünte Schallschutzwand
„Vorigen Mittwoch hatten wir die Anwohner der Vogelgesangstraße zu einer Bürgerinformation eingeladen“, berichtet die Geschäftsführerin, dass man der Nachbarschaft die Angst vor drohender Schmutz- oder Lärmbelästigung nehmen wolle. „Der neue Wertstoffhof wird exakt denselben Service wie der alte anbieten. Zusätzliche Materialsorten als die, die heute in der Schlachthofstraße zulässig sind, kann man dort nicht abgeben.“ Unter anderem sei eine Schallschutzwand geplant, die komplett mit Pflanzenbewuchs überdeckt werde. „So ergibt sich für die Anwohner sogar noch ein schönerer Blick aus dem Fenster als heute.“ Das Grundstück sei groß genug, um für den Anlieferverkehr die Durchfahrt in Einbahnrichtung einzurichten. „Man fährt vorne rein und hinten wieder raus. So werden Stauungen vermieden“, sagt Hartfelder. In den angrenzenden Straßen müsse man nichts an der Verkehrsführung ändern.
Nachdem der UBZ sein Vorhaben bereits dem Bauausschuss vorgestellt hat, wird der Stadtrat voraussichtlich im Frühjahr 2026 über den entsprechenden Bebauungsplan zu beschließen haben. Und der Flächennutzungsplan muss geändert werden: Dieser sieht für das Gelände bislang noch die Friedhofserweiterung vor. Weitere Verfahrensschritte seien die öffentliche Auslegung der Pläne, zu denen die Bevölkerung Stellung nehmen kann, sowie das Erstellen eines Verkehrs- und eines Lärmgutachtens.
Alter Hof bleibt noch in Betrieb
„Wir rechnen damit, dass das alles etwa ein Jahr dauern wird“, meint die UBZ-Chefin. „Im günstigsten Fall könnten wir dann Ende 2026 mit den Bauarbeiten beginnen und den neuen Wertstoffhof im Sommer 2027 in Betrieb nehmen“, spricht Nicole Hartfelder von ihrem „Wunschtermin“. Mit der Firma Becker & Maurer sei vereinbart, dass der bisherige Wertstoffhof in der Schlachthofstraße erst dann geschlossen werden muss, wenn die neue Anlage einsatzbereit ist.