Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Helexier: Unterlagen fehlen, keine Konzession

Hier werden zurzeit auch Masken verkauft: das ehemalige Evangelische Krankenhaus am Himmelsberg.
Hier werden zurzeit auch Masken verkauft: das ehemalige Evangelische Krankenhaus am Himmelsberg.

Die Stadt wartet immer noch auf Unterlagen der Firma Helexier, die am Himmelsberg eine Privatklinik betreiben möchte. Im ehemaligen Evangelischen Krankenhaus sollen auch Medizinprodukte verkauft werden – laut Geschäftsführer Alexander Jüllig das Kerngeschäft von Helexier.

Wie berichtet, braucht die Firma mit Adressen in Heltersberg, Luxemburg und Dubai eine Konzession von der Stadt, um am Himmelsberg eine Privatklinik betreiben zu können. Wenngleich zwischenzeitlich Unterlagen nachgereicht wurden, fehlen immer noch nötige Dokumente, Nachweise und Bescheinigungen, wie Stadtsprecher Thilo Huble auf Anfrage sagte. Zwischen Helexier und Stadt habe es einen „erörternden und kommunikativen Austausch“ gegeben. „Nach wie vor fehlen zur Konzessionserteilung aber noch diverse Unterlagen beziehungsweise sind nicht vollständig“, so Huble. Einen Termin für die Vorlage der fehlenden Papiere habe Helexier nicht genannt.

Alexander Jüllig zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Wir können viele Arbeitsplätze schaffen. Alle Gelder, welche hier gebraucht werden, kommen von unserer Muttergesellschaft Helexier aus Dubai.“ Kerngeschäft sei der Medical-Equipment-Sektor, also der Verkauf von medizinischer Ausstattung, „da wir daraus entsprechende Gewinne generieren, um Beteiligungen an Krankenhäusern oder komplette Krankenhäuser unterhalten zu können.“ Jüllig weiter: „Bisher bewegten wir uns im Krankenhaussektor ausschließlich im arabischen Raum.“ Seit Jahren kaufe man Medizinprodukte im europäischen Raum, hauptsächlich in Deutschland, und verkaufe sie in Dubai. „Daher haben wir beschlossen, eine Medical-Equipment-Firma in Deutschland zu gründen“, so Jüllig. Das ehemalige Zweibrücker Krankenhaus habe sich als „Mischobjekt“ aus Privatklinik, Ausstellungsräumen und Verkaufsabteilungen angeboten.

„Unser Unternehmen hat zu keinem Zeitpunkt einen Patientenvertrag abgeschlossen, da wir noch nicht die vollständigen Unterlagen zur Konzession als Privatklinik vorgelegt hatten.“ Das erklärt Jüllig zu dem Vorwurf, dass in der „Himmelsberg Fachklinik“, die noch gar keine ist, bereits Krebspatienten stationär aufgenommen wurden und kurz darauf wieder entlassen werden mussten. Die RHEINPFALZ hatte entsprechende Hinweise bekommen. Eine der stationär aufgenommenen Personen wurde nach unseren Informationen vom Himmelsberg nach Pirmasens zur Chemotherapie gefahren.

Ungereimtheiten und falsche Behauptungen

Auf ihrer Homepage hat die Firma Helexier in der Zwischenzeit Einträge geändert. Die Ärzte Ahmed Taha und Peter Djalali – bereits zuvor Mieter im Gebäude mit kassenärztlicher Zulassung – werden nicht mehr mit Doktortitel genannt. In der Rubrik „Über uns“ aus dem Planungs- und Verwaltungsbeirat verschwunden ist der Orthopäde und Chirurg Augustin Betz aus Wadern, der bis vor Kurzem als Mitglied des Gremiums geführt wurde. Auf Nachfrage der RHEINPFALZ zeigte Betz sich erstaunt: „Hier muss ein Missverständnis vorliegen. Ich bin kein Mitglied des Planungs- und Verwaltungsbeirats der Firma Helexier und arbeite auch nicht mit dieser zusammen. Ich bin im Kreiskrankenhaus St. Ingbert tätig und plane auch keine Zusammenarbeit mit Helexier.“ Vor etwa zehn Monaten habe es Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit gegeben. „Diese wurden allerdings von meiner Seite nicht weiterverfolgt“, so Betz. Wie sein Name auf die Helexier-Homepage kam, wisse er nicht. Betz: „Ich selbst wurde darüber nie informiert und auch nicht gefragt.“

Auch der Zweibrücker Rotkreuz-Geschäftsführer Hans Prager war als Mitglied des Helexier-Verwaltungsrats aufgeführt worden, ohne davon zu wissen. Nachdem er widerrufen hatte, wurde sein Name wieder gelöscht.

Nicht gelöscht wurde der Eintrag, dass einer der beiden Helexier-Chefärzte, Thomas Dörr, 1992 die Intensivstation des Nardini-Klinikums Zweibrücken leitete. Nach unseren Informationen stimmt das nicht.

An Produkten nennt Helexier Nahrungsergänzungsmittel und medizinische Ausrüstung wie Röntgengeräte. Verkauft werden aber beispielsweise auch FFP2-, OP- und andere Masken, manche als Restposten.

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