Sportsfreunde RHEINPFALZ Plus Artikel Helen Vedder aus Zweibrücken ist eine echte Teamplayerin

Ausdrucksstark: Helen Vedder (vorne rechts) beim Bundesliga-Auftritt der Gruppe „Sandance“ im Mai 2019 in Großostheim.
Ausdrucksstark: Helen Vedder (vorne rechts) beim Bundesliga-Auftritt der Gruppe »Sandance« im Mai 2019 in Großostheim.

Mit Turnen fing es an, aber Helen Vedder hat schon ganz viele Sportarten ausprobiert. Ihr jüngst abgelegtes Abitur am Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium war gleich doppelt preiswürdig. Seit neuestem fühlt sich die Zweibrückerin auf dem Tennisplatz ganz wohl. Egal ob Turnen, Tanzen, Tennis oder die Schülerhilfe: Ihr ist vor allem das Team wichtig.

Als gestern die letzten Schüler in Rheinpfalz-Pfalz in die wohlverdienten Schulferien gingen, hatte Helen Vedder ihre Schulzeit schon ein paar Tage hinter sich. Denn die 19-jährige Zweibrückerin hat in diesem Corona-Schuljahr am Hofenfels-Gymnasium (HFG) ihr Abitur abgelegt. Und die Abiturienten waren schon im März nach dem Mündlichen fertig. „Dass unsere Schulzeit dann wegen Corona ohne Abi-Ball und Feier zu Ende ging, war schon sehr traurig“, sagt sie rückblickend. „Auch, dass wir uns von unseren ganzen Lehrern nicht mehr richtig verabschieden konnten“, findet sie schade.

Von der Basis Turnen zum Jazztanz in Liga zwei

Helen Vedder ist ein sportliches Allround-Talent: Mit zwei Jahren stand sie das erste Mal auf Skiern, geturnt hat sie bis zum 16. Lebensjahr. Angefangen mit dem Turnen hatte sie im Alter von sieben Jahren bei der VT Zweibrücken, unter den Trainerinnen Birgit Becker und Sonja Rayer. Zwischenzeitlich hatte sie auch mal Leichtathletik und Handball – das spielte ihr drei Jahre älterer Bruder Lennard – ausprobiert.

Sie hat sich selbst in all ihren sportlichen Aktivitäten immer als Teamplayerin gesehen. „Für mich standen immer der Spaß und das Team im Vordergrund“, sagt sie. So ist sie schließlich auch beim Jazz- und Modern Dance gelandet. „Turnen hat richtig viel Spaß gemacht, aber die Freundesgruppe war damals beim Tanzen“, erklärt sie den Sportartenwechsel. In der Gruppe „Sandance“ von Trainerin und Choreografin Susanne Gauf hat sie den Aufstieg bis in die Zweite Bundesliga mitgemacht. Bis sie wegen der Vorbereitung fürs Abitur kürzertreten wollte.

Das indes hat sich gelohnt: Helen Vedder, die mit Mama Tanja (Grundschullehrerin) und Papa Heiko (Vertragsmanager bei einer Krankenkasse) in Zweibrücken Mitte wohnt, hat mit ihren drei Leistungsfächern Sport, Biologie und Französisch ein Einser-Abi (Notenschnitt 1,1) hingelegt. „Klar, im Sport-LK war ganz klar Turnen die beste Sportart“, sagt sie. Die beiden Einser-Noten im praktischen und schriftlichen Sport-Abitur bewiesen aber, dass sie auch alles anderes wie Schwimmen, Leichtathletik oder Volleyball prima beherrschte.

Pierre-de-Coubertin-Preis und noch einer für Französisch

Ihre guten schulischen Leistungen – gepaart mit Engagement bei „Jugend trainiert für Olympia“, dem Mainz-Marathon oder auch Turnaufführungen – wurden gleich doppelt belohnt. Der Landesportbund Rheinland-Pfalz hat ihr für „hervorragende Leistungen im Fach Sport sowie weitreichendes Engagement im organisierten Sport und gesellschaftlichen Leben“ auf Vorschlag der Schule den Pierre de Coubertin-Preis (Gründer der Olympischen Spiele der Neuzeit) verliehen. „Natürlich hab’ ich mich darüber gefreut. Es ist schön, wenn so was offiziell anerkannt wird“, meint sie dazu.

Besagter Preis wird laut Landessportbund etwa 100-mal pro Jahr in ganz Rheinland-Pfalz vergeben. Der Sportbund prüft die Kriterien: Neben sehr guten Noten im Fach Sport geht es auch um das Engagement in und für die Schule. Dazu bekam Helen Vedder vom „Bund der Ehemaligen und Freunde“ des Hofenfels-Gymnasiums auch noch den Französisch-Preis.

Engagiert in der Nachhilfe und beim Kellnern

Dass sie in Teams gut zurechtkommt, beweist sie auch noch an anderer Stelle: Sie gibt seit kurzem Nachhilfe bei der Schülerhilfe. „Eigentlich wollte ich zum Überbrücken bis zum Studium einen richtigen Job, aber das war wegen Corona dann nicht möglich.“ Nachhilfe hatte sie zuvor schon vereinzelt gegeben, „am liebsten in Mathematik“. Mittlerweile hilft sie anderen aber auch bei Englisch, Französisch und Deutsch.

Zu Beginn der Corona-Krise lief bei der Schülerhife erst mal alles online. „Inzwischen sind wir aber auch wieder in kleinen Gruppen vor Ort. Natürlich mit Abstand, Masken und der entsprechenden Hygiene“, erklärt sie. Eigentlich hatte sie, sobald sie alt genug war, immer einen kleinen Job neben der Schule. Im vergangenen Herbst fing sie im Cafe Pastis mit dem Kellern an, trat auch da erst knapp einen Monat vor dem schriftlichen Abitur kürzer.

Pläne: Studieren, Tennis und weiter tanzen

Und in Zukunft? „Ich will studieren gehen, weiß aber noch nicht genau, welches Fach.“ In die naturwissenschaftliche Richtung könnte es gehen, meint sie. Seit sie das Abitur geschafft hat und es zeitlich ein bisschen besser passt, hat sie auch einen neuen Sport für sich entdeckt: Tennis. „Das hab’ ich früher immer mal wieder mit meinen Eltern im Urlaub gespielt. Jetzt hab’ ich mit zwei Freundinnen einfach mal angefangen beim TC Althornbach.“ Trainiert wird sie von TCA-Verbandsliga-Spielerin Elena Bouquet.

Und auch den Jazztanz hat sie noch nicht aufgegeben, obwohl sie nicht mehr wie früher mit einer Gruppe in einer Liga auf Turnieren antritt. „Wir Freundinnen treffen uns auch heute noch zweimal bei Susanne Gauf im Studio zum Training, wir tanzen alle hobbymäßig weiter“, sagt sie. Mit einer kleinen Einschränkung: Corona-bedingt tanzen die Mädels zurzeit nur einmal wöchentlich zusammen.

Elegant: Helen Vedder bei einer Turn-Aufführung in ihrer Schule, dem Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium.
Elegant: Helen Vedder bei einer Turn-Aufführung in ihrer Schule, dem Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium.
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