Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Handballer des SV 64 Zweibrücken gewinnen Spiel und Herzen mit Spendenaktion

SV-Rückraumspieler Christopher Huber (beim Wurf) steuerte sechs Tore zum klaren Heimsieg bei.
SV-Rückraumspieler Christopher Huber (beim Wurf) steuerte sechs Tore zum klaren Heimsieg bei. Foto: Mml Foto: Moschel

Ein klarer 41:23 (21:7)-Erfolg gegen den TuS Dansenberg 2: In der Handball-Oberliga lief es für den Spitzenreiter SV 64 Zweibrücken am Samstag sportlich nach Plan. Aber der Sport rückte in den Hintergrund. Viel beeindruckender war im Zusammenhang mit dem Spiel die Welle der Hilfsbereitschaft für die krebskranke Jayla aus Pirmasens. Rund 9000 Euro wurden bis kurz nach Spielschluss im Rahmen der vom SV 64 gestarteten Solidaritätsaktion gespendet. Es war ein Spiel der Herzen, keines auf Biegen und Brechen war die Partie.

Der TuS hatte vom Anpfiff weg sichtlich Respekt vor den Zweibrückern. Die machten deutlich, dass hier der unangefochtene Tabellenführer auf dem Platz steht. Schneller sowohl auf den Füßen als auch gedanklich, überlegen im Eins-gegen-Eins, kompakt in der Abwehr vor einem gut aufgelegten Benny Berz im Kasten, und mit viel mehr Zug zum Tor als der Gegner: So präsentierten sich die Zweibrücker. „Wir haben heute hoch verloren, auch verdient. Wir haben nicht die Leidenschaft gezeigt, die uns sonst auszeichnet“, sagte TuS-Trainer Sebastian Wächter. Der SV zähle definitiv nicht zu den Teams, bei denen seine Mannschaft was mitnehmen könne.

Bei jedem Tor klingelt’s in der Spendenkasse

SV-Trainer Stefan Bullacher setzte zunächst auf seine erfolgreiche Startformation, die vor Wochenfrist den Tabellenzweiten Saulheim klar geschlagen hatte. Die Jungs um Kapitän Philipp Hammann machten deutlich, dass sie nichts würden anbrennen lassen, schließlich bedeutete jedes geworfene SV-Tor dank großzügiger Spender 105 Euro für Jayla. Mit fünf Euro pro Tor aus der Mannschaftskasse für die Vierjährige spornte sich das Zweibrücker Team in Sachen Torewerfen selbst an. Treffen für den guten Zweck. 41-mal klingelte es im TuS-Tor, das die früheren SV-Torhüter Simon Egelhof und Norman Becker hüteten.

Manches Tor hätte sogar, weil es wirklich schön war, die doppelte Spendensumme verdient. So setzte sich Kian Schwarzer am Kreis mehrfach sehenswert durch. Natürlich fehlte nicht der Kempa-Trick, den die SV-Außen Benny Zellmer (Vorarbeit) und Hammann (Abschluss) fast perfekt beherrschen.

Dettinger führt klug Regie im SV-Spiel

„Ich glaube, das Spiel hat für sich gesprochen“, sagte SV-Trainer Stefan Bullacher angesichts der Überlegenheit seiner Mannschaft. An der änderte sich auch dann nichts, als er blockweise durchwechselte und die Partie nutzte, um an Spielzügen zu feilen. „So Felix komm, übernimm das Kommando“, forderte Bullacher von Youngster Felix Dettinger, als dieser nach 16 Minuten die Regie im SV-Spiel übernahm. Das tat Dettinger und leistete unter anderem gute Vorarbeit für Tom Ihl und Christopher Huber, die schnörkellos warfen oder wie im Fall von Hubers Heber zum 17:6 auch mal mit viel Gefühl abschlossen. In jedem Fall erfolgreich und zielstrebig bis zum Abpfiff wie Tom Grieser und Niklas Bayer im Eins-gegen-Eins, Marc-Robin Eisel mit Zug zum Tor, Till Wöschler vom Kreis mit viel Einsatz und Tim Schaller raffiniert von Außen.

„Das Wichtigste war diese große Solidarität“, bilanzierte Bullacher. Die hatte der SV 64 im Kleinen initiiert und damit eine Riesenwelle ausgelöst, der sich unter anderem alle aktiven Mannschaften des TuS Dansenberg anschlossen, die 770 Euro gesammelt hatten. Auch die Schiedsrichter verzichteten spontan auf ihr Honorar. Sport ist manchmal mehr als zwei Punkte und Tore.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Berz - Bayer (3), Eisel (5/2), Grieser (4) - Hammann (5), Schaller (3) - Schwarzer (5) - Zellmer (4/1), Huber (6), Ihl (4), Wöschler (1), Felix Dettinger (1)

TuS Dansenberg 2: Egelhof, Becker (ab 42.) - Jusufbegovic (1), Poloczek (2), Marco Holstein (2) - Wächter (2), Schulze (1) - Jung (4/1) - Maximilian Dettinger (3), Lamotte (5), Bohm (1), Simgen (1), Timo Holstein (1)

Spielfilm: 9:2 (11.), 15:5 (22.), 21:7 (Halbzeit), 26:10 (37.), 41:23 (Ende) - Zeitstrafen: 0:1 - Siebenmeter: 4/3 - 1/1 - Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung - Lamotte - Zuschauer: 550 - Schiedsrichter: Kull/Hoffmann (Bingen/Bretzenheim).

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