Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: SV 64 Zweibrücken feiert elften Sieg im elften Spiel gegen Mülheim

Benjamin Zellmer trifft zum 4:2 für den SV 64 Zweibrücken gegen den TV Mühlheim.
Benjamin Zellmer trifft zum 4:2 für den SV 64 Zweibrücken gegen den TV Mühlheim. Foto: Laborenz

Handball: Die Rekordjagd geht weiter: Zum elften Mal im elften Spiel blieben die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken am Samstag siegreich. 30:25 (13:9) schlugen sie den TV Mülheim. Freude über den Erfolg, den Rekord genießen. Ja natürlich. Jedoch stand hinter diesem Ja ein kleines „aber“.

Nicht alles im Spiel der Zweibrücker lief so rund, wie es das Ergebnis vermuten lassen würde. Es holperte immer mal wieder an der ein oder anderen Stelle.

„Wir machen ein paar technische Fehler, treffen falsche Entscheidungen bei Gegenstößen, die schlechte Chancenauswertung“, nannte Mülheims Trainer Hilmar Bjarnason drei Gründe, warum es seiner Mannschaft nicht gelang, die Zweibrücker im zweiten Abschnitt, als diese ins Schwimmen geraten waren, noch nervöser zu machen.

Eins zu eins hätte SV-Trainer Stefan Bullacher die Worte seines isländischen Trainerkollegen übernehmen können, um zu erklären, warum es den Zweibrückern trotz erkennbarer spielerischer Überlegenheit nicht gelang, das Spiel deutlicher für sich zu entscheiden.

Schnelles Umschalten klappt nicht

Gerade im Tempogegenstoßspiel offenbart der Spitzenreiter aktuell diese Probleme: Technische Fehler, falsche Entscheidungen und eine schwache Chancenverwertung kennzeichnen derzeit das schnelle Umschaltspiel.

Dass es gegen Mülheim trotzdem zu einem verdienten Sieg reichte, lag daran, dass, wie Bjarnason feststellte, Zweibrücken eine Antwort auf fast alles hatte, was Mülheim probierte. Diese Antworten ließen sich am Samstag an vier Spielern festmachen: Zunächst an Benny Zellmer. Er verwandelte nicht nur die Siebenmeter, sondern in den Minuten, in denen er auf dem Feld stand, sorgte er für Stabilität im Mannschaftsgefüge. „Man hat es ihm nicht angesehen, aber der Junge ist wirklich richtig krank“, dankte Bullacher seinem Routinier, der sich trotz Fiebers in den wichtigen Dienst für die Mannschaft gestellt hatte.

Trainerlob für Eisel und Grieser

Ein Sonderlob des Trainers gab es für Marc-Robin Eisel und Tom Grieser, „die finde ich, heute ein überragendes Handballspiel gemacht haben“, sagte Bullacher. Dass er mit dieser Meinung nicht alleine stand, bewies der Applaus der Fans bei Bullachers Worten. Beide hätten klar gezeigt, dass sie Führungspersönlichkeiten sind. Eisel traf immer dann, wenn es notwendig war. Er traute sich jeden Wurf zu und wurde für diesen Mut belohnt. Er dämpfte immer wieder die Mülheimer Hoffnungen, das Spiel irgendwie doch noch drehen zu können. Grieser lieferte sein bislang bestes Spiel am Kreis ab. Er rackerte, schuf Platz für die Nebenleute, setzte nach und traf. Den ersten Fehlwurf vom Kreis leistete er sich in der Schlussminute.

Überragender Torwart: Ivankovic

Und der vierte entscheidende Mann? Torwart Marko Ivankovic. In der ersten Halbzeit traute sich der Mülheimer Rückraum gar nicht mehr aufs Tor zu werfen, weil der Keeper stets Sieger blieb. Dass der SV mit neun Gegentoren in die Pause ging, lag an 30 höchst unaufmerksamen Sekunden seiner Vorderleute in der 28. Minute, in denen der SV den Gegner zu zwei erfolgreichen Gegenstößen einlud.

Dass Ivankovic nach 34 Minuten mit einer Verletzung passen musste, schien den Mülheimern auch Auftrieb zu geben. Jetzt nahmen sie sich wieder Würfe aus dem Rückraum. Erfolgreich. Vor allem Lucas Freimuth, der sechs seiner sieben Tore aus dem Rückraum in den letzten 25 Minuten erzielte.

Den Grundstein zum Erfolg legten die Zweibrücker mit dem ordentlichen Start zum 6:2 (14.). Der Vorsprung hielt, auch weil Tobias Alt auf der rechten Außenbahn Selbstbewusstsein tankte und traf.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Ivankovic, 34. Berz – Bayer (3), Schaller (3), Eisel (8) – Hammann (1), Zellmer (6/5) – Grieser (5) – Alt (4), Ihl, Wöschler, Dettinger

TV Mülheim: Zelter, Winkel, 59. Stromberg - Freimuth (7), Hommen (1), Mittmann (3) – Langen (2), Backes (2) – Schwenzer (4/2) – Dahmen (1), Rieder (3), Lütkemeier (2)

Spielfilm: 6:2 (14.), 10:5 (20.), 13:9 (Halbzeit), 18:11 (36.), 25:20 (50.), 30:25 (Ende) - - Zeitstrafen: 4:1 - Siebenmeter: 5/4:6/2 - Beste Spieler: : Eisel, Grieser, Ivankovic, Zellmer – Zelter, Freimuth Zuschauer: 350 - Schiedsrichter: Müller/Albes (Nierstein) .

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