Zweibrücken „Halten uns an den geltenden Vertrag“

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Der Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar, der 64 Prozent des Landgestüts hält, weist die Forderung des Landes zurück, sich stärker an der Finanzierung des Gestüts zu beteiligen. „Wir haben uns bislang an das gehalten, was im Vertrag steht, alle Verbindlichkeiten erfüllt. Wenn wir jetzt mehr zahlen sollen, muss ganz neu verhandelt werden“, sagte auf Anfrage der stellvertretende Verbandsvorsitzende, Bernd Eisenmenger.

Wie berichtet, hat der Landesrechnungshof bemängelt, dass die Stadt das Gestüt mitfinanziert. Aus dem Mainzer Landwirtschaftsministerium kam die Forderung, dass die Nutznießer des Gestüts sich mehr in die Finanzierung einbringen. „Wir sind die Hauptnutznießer“, sagt dazu Eisenmenger. Allerdings sei die Existenz des Landgestüts für die ganze Stadt gut. Die historische Anlage mache sie attraktiver, täglich gingen dort Reitschüler ein und aus, und auch der Tourismus profitiere. Eisenmenger merkt an, dass es das Landgestüt gar nicht mehr gäbe, wenn die Pferdezüchter nicht vor acht Jahren in die Bresche gesprungen wären, als das Land die Einrichtung nicht mehr tragen wollte. Bei der Übergabe des Gestüts vom Land an die Stiftung habe mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier auch das Land zugestimmt. Eisenmenger: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da gravierende Fehler passiert sein sollen, wie es im Rechnungshofbericht steht.“ Der Bericht liege ihm nicht vor, auch sei bislang niemand direkt an den Pferdezuchtverband herangetreten mit der Forderung, mehr Geld ins Zweibrücker Landgestüt zu stecken, um die Stadtkasse zu entlasten. „Wir stehen seit acht Jahren zu unserem Wort und erfüllen alles, was wir zugesagt haben“, betont Eisenmenger. Wenn es nun darüber hinaus gehende Forderungen gebe, müssten die vertraglichen Eckpunkte neu geregelt werden. Die Investitionen der Stadt in das Gestüt seien richtig und wichtig. „Durch sie haben wir die Chance, das Gestüt so aufzustellen, dass es rentabel betrieben werden kann.“ Dafür habe der Pferdezuchtverband in den vergangenen Jahren einiges getan. Mehrere große Veranstaltungen mit hoher Publikumswirksamkeit seien im Zweibrücker Gestüt über die Bühne gegangen. Eisenmenger erinnert etwa an den bekannten „Pferdeflüsterer“ Monty Roberts, der unlängst hier war. „Wir sind ständig am Überlegen, was wir machen könnten, um mehr Geld in die Kasse zu bekommen.“ Für Ideen von außen sei man dankbar – für brauchbare, realisierbare Ideen. „Was praktikabel ist, setzen wir gern um“, so Eisenmenger, und: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Der Vorsitzende des Pferdezuchtverbands, Karl-Heinz Bange, teilte auf Anfrage in einer E-Mail mit: „Uns liegt weder ein Bericht des Landesrechnungshofs noch eine Anfrage der Stadt Zweibrücken bezüglich des Landgestüts oder einer eventuellen finanziellen Forderung vor. Sollten solche Forderungen auf uns zukommen, werden wir mit den städtischen Gremien beziehungsweise der Stiftung Landgestüt in entsprechende Verhandlungen treten. Wir Pferdezüchter werden uns an die bestehenden Verträge halten und uns auch weiterhin daran orientieren. Im Übrigen möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass der Verband mit dem Pferdezentrum Standenbühl (...) eine Einrichtung betreibt, der unsere ganze Aufmerksamkeit gilt.“ (sig/Foto: Moschel)

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