Von Thomas Brunner
Halbzeitbilanz: B-Klassist SV Martinshöhe sieht Rückrunde nicht als Selbstläufer
Der SV Martinshöhe, die SG Thaleischweiler-Fröschen und der TV Althornbach bilden die Top Drei der B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West, diese Mannschaften haben in Sachen Meisterschaft und Aufstieg die besten Karten. In höchster Abstiegsgefahr schwebt der SV RW Höhmühlbach, der mit nur drei Zählern aus bisher 16 Spielen das Tabellenende ziert.
Spitzenreiter SV Martinshöhe zeichnet eine auffallend stabile Abwehr aus. Wer in 18 Partien nur 15 Gegentreffer zulässt, macht hinten was goldrichtig. „Wir legen Priorität darauf, dass unser eigenes Tor sauber bleibt“, sagt Spielertrainer Michael Munzinger, selbst wesentlicher Bestandteil des SVM-Defensivblocks. Der Dorfverein, der bei einem Spiel mehr zwei Punkte Vorsprung auf die SG Thaleischweiler-Fröschen hat, spielte denn auch elfmal zu null. Nur in zwei Partien haute es hinten gar nicht hin: beim 4:4 gegen Stambach und beim 5:4 gegen den SV Hornbach. Munzinger sieht den Rest der Runde weiß Gott nicht als Selbstläufer an. „Wir haben uns im taktischen und körperlichen Bereich aber gut auf die Rückrunde vorbereitet“, erzählt er. Es sei noch ein steiniger Weg, die Ausgangssituation sei natürlich gut.
TVA mit sanftem Zickzackkurs
Ein sechster Platz am vierten Spieltag war die schlechteste Platzierung, die der TV Althornbach in der B-Klasse bislang eingenommen hat. Seit dem zehnten Spieltag legt der TVA einen sanften Zickzackkurs zwischen Rang hin zwei und drei hin, in die Winterpause ging der TVA als Dritter. Spielleiter Ralf Stalter zufolge ist das ein gutes Zwischenergebnis, denn Althornbach habe einige Langzeitverletzte verkraften müssen. „Wir schauen in den letzten zwölf Spielen, ob wir uns den zweiten Platz noch schnappen können“, sagt Stalter.
In der Winterpause bekam der TV Althornbach eine namhafte Verstärkung: Vom SV Palatia Contwig kam Christoph Wolf. „Damit haben wir einen schlagkräftigen Spieler mehr“, freut sich Stalter. Genauso positiv sei, dass die Truppe in der kommenden Runde zusammenbleibe, auch Trainer Michael Greinert macht weiter.
Beim TSC Zweibrücken II lässt schon seit der vergangenen Runde ein Blick auf die Jahrgangsangaben der Spielberichtsbögen erkennen, wie die Strategie beim Sportclub aussieht. Der Nachwuchs aus der eigenen A-Jugend soll sich bei den Aktiven bewähren, deshalb startet die zweite Mannschaft auch als U21. Spielertrainer Ahmed El Khadem-Neuhäuser hat sich mit seinem Team den größten Teil der Vorrunde über im oberen Tabellendrittel aufgehalten. Überwintert wurde als Fünfter, der Coach ist damit zufrieden: „Wir haben Lehrgeld bezahlt, aber die Entwicklung der Truppe geht voran. Jetzt müssen noch bessere Ergebnisse eingefahren werden.“
Der Coach wird nun einigen Nachwuchsspielern Spielpraxis bieten, die von Jägersburg zur mittelfristigen Verstärkung der TSC-Landesliga-Mannschaft gekommen sind. Und mit Christoph Kuntz bekommt er einen Zweibrücker Kicker, der während seines Studiums in Mainz bei Mainz-Bretzenheim sogar Landesliga-Erfahrung sammelte.
Stambach arbeitet an Defensive
Der SC Stambach hat bis zur Winterpause pro Spiel durchschnittlich 3,823 Treffer erzielt. Spielertrainer Steven Hörner betont denn auch die offensive Durchschlagskraft seiner Truppe. „Aber in der Abwehr geht’s noch besser. Daran arbeiten wir“, stellt er angesichts von 39 Gegentreffern aus 17 Partien fest. Mit dem achten Platz ist Hörner bisher ganz zufrieden. Es ist die gleiche Position, auf der Stambach die vergangene Runde abschloss. „Wir wollen uns noch etwas verbessern“, setzt Hörner Hoffnungen in die Rückrunde. Dass die zweite Saisonhälfte dem SCS liegt, hat die Spielzeit 2018/19 bewiesen: Damals holten Hörner und Co. 33 ihrer damaligen 44 Punkte. Der SC Stambach kommt zudem verstärkt aus der Winterpause: Mit dem Griechen Christos Katsaros ist ein Abwehrspieler mit Landesliga-Erfahrung aus Nordrhein-Westfalen ins Schwarzbachtal gekommen. Außerdem vermeldet Steven Hörner den Zugang Dustin Erdmanns vom FK Petersberg.
Der SV Hornbach ist als C-Klassen-Meister in die B-Klasse West aufgestiegen. Das Spielertrainer-Duo Sascha Klein/Philip Jakob wollte in der neuen Umgebung nicht nur die Klasse halten. „Ziel war es, unter den ersten fünf, sechs Mannschaften mitzuspielen“, erklärt Klein. Dass man als Neunter überwinterte, sei weniger als erhofft, für einen Aufsteiger aber noch okay. Wie Sascha Klein sagt, hat seine Mannschaft gegen die Teams aus der oberen Tabellenregion stets gut gespielt, es seien aber unnötig Partien verloren gegangen. „Meistens in der letzten Viertelstunde“, weist Klein auf Unkonzentriertheiten gegen Spielende hin. Der SV Hornbach setzt die Runde mit Neuzugang Dennis Bernhardt von der SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim fort.
Neue Spielgemeinschaft zu wenig konstant
Die vor der Runde formierte Spielgemeinschaft aus VfL Wallhalben und FC Mittelbrunn hat von 17 Spielen sieben gewonnen, dazu kommen eine Punkteteilung und neun Pleiten. Zeitweilig lag die Mannschaft auf Rang sechs, zur Winterpause war sie Zehnter. Zu den richtig guten Vorrunden-Resultaten zählen ein 3:2 gegen den SC Stambach, ein 2:0 bei der SG Harsberg-Schauerberg und ein 4:1 gegen Bottenbach. Die SG spielte aber unterm Strich nicht immer konstant, so ging die Rückrunden-Partie gegen Stambach mit 0:7 verloren. Der höchste Erfolg war ein 10:1 gegen Contwig II, die klarsten Niederlagen ein 2:7 gegen Thaleischweiler und ein 1:7 gegen Althornbach.
Dass das denkwürdig durchhängende Schlusslicht SV RW Höhmühlbach seine einzigen drei Punkte ausgerechnet gegen Palatia Contwig II geholt hat, gefällt Stefan Kehl nicht wirklich. Der Palatia-Spielertrainer kann ansonsten mit dem Verlauf der Vorrunde leben. Immerhin setze man in der zweiten Mannschaft ein System um, das verstärkt auf A-Jugendliche aufgebaut sei. Denen müsse man Zeit zur Reife geben.
Kehl & Co. haben aus 18 Spielen fünf Siege und zwei Remis erkämpft, belegen den elften Platz. In der Rückrunde möchte der Spielertrainer die Heimstärke mehr in die Waagschale werfen, sich so von der Abstiegszone absetzen. Auch wenn seine Truppe mehrere zweistellige Niederlagen bezogen hat, ist Kehl zuversichtlich. Denn bis zur Winterpause gab es auch überraschend gute Resultate gegen Teams weiter oben in der Tabelle: ein 4:3 gegen Hermersberg II und jeweils ein 3:3 gegen Harsberg-Schauerberg und den TSC Zweibrücken II.
Für Bottenbach ging’s nach und nach talwärts
Der SV Bottenbach hat die vergangene Saison als Dritter abgeschlossen, ein solches Ergebnis ist heuer nicht zu erwarten. Die Mannschaft hatte einige Abgänge zu verkraften, legte dennoch einen glänzenden Saisonstart hin. Nach einem 3:3 zum Auftakt gegen den SV Hornbach folgten Siege gegen Höheinöd (4:1), Höhmühlbach (4:2) und den SC Weselberg II (8:0). Diese gute Frühform hielt das Team von Spielertrainer Christoph Weller aber nicht dauerhaft durch. Ein 1:4 am fünften Spieltag gegen die SG Wallhalben/Mittelbrunn beendete die Erfolgsserie. In der Folge ging es nach und nach talwärts, überwintert hat der SVB auf Rang zwölf.
Darauf, dass der SV RW Höhmühlbach die Spielklasse halten wird, werden wohl eher nur echte Hardcore-Optimisten richtig Geld setzen. Die Truppe um Spielertrainer Nicky Hosseus hängt abgeschlagen unten drin, der einzige Erfolg bisher war ein 3:2 gegen den SV Palatia Contwig II am fünften Spieltag. Ansonsten wartete die RW-Anhängerschaft vergebens auf Punkte. Dass die eigentlich für Heimstärke und Kampfkraft bekannten Höhmühlbacher diesmal so in die Bredouille geraten sind, erklärt Hosseus unter anderem damit, dass eigentlich als Verstärkungen gedachte Neuzugänge doch nicht „zum Dienst antraten“.
Am Höhmühlbacher Hunsenbusch sei jetzt aber nicht die große Traurigkeit ausgebrochen. Hosseus, der auch in der kommenden Runde Spielertrainer der Rot-Weißen sein wird, gibt sich kämpferisch. „Wir können ja nur gewinnen. Wenn es nach unten geht, machen wir in der C-Klasse halt einen Neuanfang.“
Die „Elf der Hinrunde“ in der Grafik setzt sich aus den Angaben der neun befragten Trainer und Verantwortlichen der Vereine aus dem Raum Zweibrücken zusammen.
So geht’s weiter
Sonntag, 1. März: SC Weselberg - SV Bottenbach, TSC Zweibrücken II - SV Hermersberg II (beide 13 Uhr), RW Höhmühlbach - SV Martinshöhe, SG Wallhalben/Mittelbrunn - SG Harsberg-Schauerberg, FC Höhfröschen - SG Thaleischweiler-Fröschen, SV Hornbach - FK Petersberg II, SSV Höheinöd - SV Palatia Contwig II (alle 15 Uhr), TV Althornbach - SC Stambach (verlegt auf 13. April).
Zwischenbilanz
B-Klasse West Spiele/Tore/Punkte
1. SV Martinshöhe 18 77:15 44
2. SG Thaleischweiler-Fröschen 17 66:28 42
3. TV Althornbach18 76:36 38
4. SG Harsberg-Schauerberg 17 66:30 32
5. TSC Zweibrücken II 17 54:35 31
6. SV Hermersberg II 17 66:32 30
7. SC Weselberg II 17 45:51 28
8. SC Stambach 17 65:39 27
9. SV 1921 Hornbach 16 60:42 26
10. SG Wallhalben/Mittelbrunn 18 46:56 22
11. SV Palatia Contwig II 18 45:89 17
12. SV Bottenbach 16 37:48 16
13. SSV Höheinöd 17 31:63 13
14. FK Petersberg II 16 25:69 12
15. FC 1961 Höhfröschen 17 33:104 12
16. SV RW Höhmühlbach 16 15:70 3.