Zweibrücken „Gut fürs Land, gut für die SPD“

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Der Chef der SPD Zweibrücken, Kurt Pirmann, freut sich, dass der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel den Parteivorsitz abgibt und auf die Kanzlerkandidatur verzichtet. Zwei andere wichtige Sozialdemokraten der Region äußerten sich weniger kritisch über Gabriel.

Pirmann

sagte: „Es ist eine sehr gute Entscheidung von Gabriel den Weg für Martin Schulz freizumachen.“ Das sei gut für Deutschland und gut für die deutsche Sozialdemokratie. Martin Schulz sei der richtige Mann für den Parteivorsitz und der richtige Kanzlerkandidat. Pirmann: „Er ist das Beste, was wir zurzeit zu bieten haben.“ Schulz werde die SPD „wieder dorthin zurückführen, wo sie herkam“. In den letzten Jahren habe die SPD „eine Sprache gesprochen, die die Arbeitnehmerschaft nicht angesprochen hat“. Wer jeden Morgen um 6 Uhr im Betrieb anzutreten habe, der habe sich von der SPD schon lange nicht mehr vertreten gefühlt. Es sei höchste Zeit, dass die SPD wieder Arbeiter-Partei werde. Der Vorsitzende der SPD im Unterbezirk Pirmasens-Zweibrücken, Stéphane Moulin, reagierte zurückhaltender. Er sagte: „Ich kann mit einem Kanzlerkandidaten Martin Schulz gut leben.“ Die Entscheidung Gabriels zeige, „dass er sich Gedanken gemacht hat“. Moulin sagte, unabhängig von der Entwicklung des gestrigen Tages hätte er einem Kanzlerkandidaten Schulz den Vorzug vor Gabriel gegeben, hätte eine Entscheidung der SPD für Gabriel als Kandidat aber auch akzeptiert. Der Unterbezirksvorsitzende hätte sich gut vorstellen können, dass Schulz die Kanzlerkandidatur übernimmt und Gabriel Parteichef bleibt. Aber: „Man muss akzeptieren, dass er als Parteivorsitzender aufhören will.“ Moulin sähe es am liebsten, wenn die SPD nach der Bundestagswahl in der Lage wäre, eine Regierungskoalition anzuführen, zum Beispiel eine Ampel. Sollte es dazu nicht reichen, wäre Moulin dafür, dass ein rot-rot-grünes Bündnis „ernsthaft geprüft“ wird. Vier weitere Jahre Große Koalition wären „nicht so gut“. „Sehr überrascht“ von der gestrigen Entwicklung zeigte sich der SPD-Kandidat für das Amt des Landrats der Südwestpfalz, Peter Spitzer. Er berichtete gestern, dass über die Parteikanäle vorab nichts durchgesickert sei. Spitzer sagte: „Ich hatte fest damit gerechnet, dass Gabriel unser Kanzlerkandidat wird.“ Er habe seine schwierige Aufgabe gut gemacht. Martin Schulz sei als Kandidat „auch gut“, so Spitzer. Der Landrats-Kandidat setzt für die Zukunft aber auf eine Frau: „Ich finde Manuela Schwesig sehr gut. Sie ist für höhere Aufgaben berufen.“ Spitzer hält die aktuelle Bundesfamilienministerin sowohl geeignet für das Amt der SPD-Parteichefin als auch für eine Kandidatur als Bundeskanzlerin. |oy/Archivfotos: Steinmetz (1), Moschel (2)

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