Neunkirchen Glückliche Affengeburt und trauriger Elefantenabschied im Zoo
Im Neunkircher Zoo liegen in diesen Tagen Freude und Trauer nahe beieinander. Erst vor drei Wochen wurde dort ein Orang-Utan-Baby geboren. Am Montagnachmittag, 1. Februar, musste die betagte Elefantendame Kirsty eingeschläfert werden: Der lange Lebensweg des 54-jährigen Dickhäuters hat sich vollendet.
Im Sommer 2005 war Kirsty mit ihrer Artgenossin Judy aus dem Tierpark im irischen Dublin nach Neunkirchen gekommen, wo beide ihren Lebensabend verbringen sollten. Fünf Jahre später erhielt das Duo Zuwachs durch Rani und Buria aus dem spanischen Benidorm. Alle vier Tier-Senioren sind inzwischen an Altersschwäche verstorben. Seit dem 22. Juli 2020 leben im Elefantenhaus des Neunkircher Zoos jetzt noch die 36-jährige Dickhäuterdame Hoa und die drei Jahre ältere Trinh aus Leipzig.
Zoodirektor Norbert Fritsch ist die Trauer um die alte Elefantendame deutlich anzumerken. „Kirsty hatte in den vergangenen Monaten körperlich immer mehr abgebaut.“ Früher vier Tonnen schwer, habe der Dickhäuter „mehrere Hundert Kilogramm Gewicht verloren“. Immer mehr altersbedingte Krankheiten und Beschwerden hätten das gutmütige Tier geplagt. Zuletzt wollte es nicht mehr fressen.
Mehr Freiheiten für Hoa und Trinh
Immerhin: Ab sofort haben die beiden verbliebenen Rüsseltiere Hoa und Trinh die gesamte Elefantenanlage für sich. „Mit ihnen hatte sich Kirsty nie so recht anfreunden wollen“; erzählt Norbert Fritsch: „Sie sind einander ausgewichen. Hoa und Trinh haben sich oft in Ecken zurückgezogen. Jetzt können sie hier freizügiger leben – ohne Einschränkungen.“
„Am späten Montagnachmittag“, so schildert die Zoo-Mitarbeiterin Katharina Kronauer, „wurde Kirsty sanft aus dem Leben begleitet. Im Beisein der ihr über viele Jahre vertrauten Pfleger und Weggefährten.“
1967 in Südostasien geboren, war Kirsty 1972 in den Zoo im schottischen Glasgow gekommen. 15 Jahre später gelangte sie ins englische Chester: Dort schloss sie Freundschaft mit ihrer Artgenossin Judy, der sie über ein Intermezzo in Dublin bis nach Neunkirchen begleitete.
Nachwuchs im Affenhaus
Szenenwechsel: Im Neunkircher Affenhaus hat die Orang-Utan-Dame Struppi bereits am 7. Januar ihr zweites Kind geboren – nach 250 Tagen Schwangerschaft. „Der Kleine entwickelt sich prächtig, Mutter und Kind sind wohlauf“, freut sich Norbert Fritsch: „Jetzt können wir die gute Neuigkeit öffentlich verkünden.“ Im Gegensatz zum großräumigen Elefantentempel ist das Affenhaus aus Corona-Gründen zurzeit für Besucher gesperrt. Gäste können das Familienleben des noch namenlosen kleinen Orang-Buben mit seiner Mama Struppi und Papa Lucu aber durch eine große Fensterscheibe mitverfolgen. Dort gibt es außerdem noch die Affentante Rezeki und Cousine Nanti zu beobachten. „Manchmal braucht man ein bisschen Geduld, bis die Tiere sich der Scheibe gut sichtbar angenähert haben“, sagt der Zoodirektor. Struppis erstes Kind, die Affentochter Surya, lebt seit Sommer 2020 in einem Tierpark in Leipzig.
Saar-Zoos bleiben geöffnet
Im Gegensatz zu den Tierparks in Rheinland-Pfalz sind die beiden saarländischen Zoos in Saarbrücken und Neunkirchen für Besucher weiterhin geöffnet. „Viele Leute wissen das gar nicht“, hat Norbert Fritsch beobachtet. „Aber weil wir hier natürlich keinen Massenandrang anlocken dürfen, machen wir im Moment keine offensive Werbung.“ Mit dem Umsetzen der strengen Corona-Hygieneregeln „kommen wir gut hin“, sagt der Direktor. Mit Ausnahme des Elefantenhauses, das mit Schutzmaske betreten werden darf, sind aktuell alle Tierhäuser nur von außen zu sehen. Ansonsten können sich die Besucher auf dem weitläufigen Neunkircher Zoogelände gut aus dem Weg gehen.
Und auch die Greifvogel-Flugvorführungen in der Zoo-Falknerei gehen weiter: „Dort gibt es ganz viel Platz und frische Luft.“