Meinung Geschäftsschließungen: Warum Behörden nicht ganz unschuldig sind

Die Metzgerei Helbling in Zweibrücken schließt nach rund 50 Jahren Ende des Jahres.
Die Metzgerei Helbling in Zweibrücken schließt nach rund 50 Jahren Ende des Jahres.

Zweibrücken verliert innerhalb weniger Wochen eine Bäckerei und eine Metzgerei. Das ist bitter für die Bürger.

Die Metzgerei Helbling und die Bäckerei Bieber sind bekannt für gute handwerkliche Qualität. Und bei beiden liegen die Gründe für die Schließung nicht im Fachkräftemangel und auch nicht im Konkurrenzangebot der Discounter. Dem Bäckermeister Lickteig sei es wohl schlicht „zu viel geworden“, an zwei Standorten zu produzieren, hört man. Und auch bei Metzgermeister Georg Helbling summieren sich viele kleine Gründe zu einem großen Zuviel. Was keiner laut sagen will: Auflagen, Bürokratie, Dokumentationspflichten, der Zwang zur Annahme von Kartenzahlung und andere Gründe summieren sich, nachdem schon der unsinnige Kassenzettelzwang vor wenigen Jahren nur eine von vielen behördlichen Gängelungen für kleine Betriebe war. Für die Zweibrücker ist das bitter. In einer Stadt mit 33.000 Einwohnern bleiben gerade mal jeweils drei Handwerks-Bäckereien und -Metzgereien übrig. Handwerk mag generell noch immer goldenen Boden haben, in der Nahrungsmittelbranche platzt aber offenbar zunehmend der goldene Lack ab.

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