Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Geschäftsleute: Alte Ixheimer muss jetzt offen bleiben

Die Alte Ixheimer Straße ist wieder frei befahrbar.
Die Alte Ixheimer Straße ist wieder frei befahrbar.

Eigentlich sollte die Sperrung in der Alten Ixheimer Straße nur knapp einen Monat dauern. Es wurde fast ein halbes Jahr daraus. Geschäftsleute sagen: So schnell darf die Straße nicht mehr gesperrt werden.

ie Sperrung für den Abriss des einstigen „Kronprinzen“ und angrenzender Gebäude hatte wesentlich länger als die geplanten vier Wochen gedauert. Im Feierabendverkehr am Mittwochnachmittag wurde die Alte Ixheimer Straße nun wieder freigegeben.

Anliegende Gewerbetreibende äußern sich darüber erleichtert, dass der Verkehr wieder durch die Straße rollt. „Froh bin ich vor allem, weil damit die gesamte Verkehrssituation in der Stadt jetzt wieder entspannter ist“, sagt Sascha Sieber vom gleichnamigen Radsport-Geschäft. Sieber berichtet von Kunden, die auf ihrem Weg zu seinem Fachgeschäft wegen der Baustellen „enorm gestresst“ gewesen seien. „Die Kunden wollen was kaufen und keinen Stress mit der Anfahrt“, verdeutlicht Sieber. Ein „Unding“ wäre es für ihn deshalb, wenn die Alte Ixheimer Straße ein zweites Mal gesperrt würde, wenn auf den Abriss-Grundstücken neue Häuser gebaut werden. Aber dass die alte, verfallene Bausubstanz in der Alten Ixheimer Straße durch Neubauten ersetzt wird, findet Sieber grundsätzlich erst mal gut. „Die Häuser waren definitiv ein Schandfleck. Ich bin froh, dass in der Stadt etwas passiert.“

„Ein Horror, hier überhaupt erst hinzukommen“

Milan Jovic, Inhaber des Restaurants „Blaue Adria“, ist immer noch stark angefressen. Harsche Kritik übt er an Oberbürgermeister Marold Wosnitza: „Ich hatte gehofft, dass er wenigstens mal auf die Leute hier zugeht.“ Jovic sagt, er sei gleich mehrfach schwer getroffen worden. Zunächst wurde die Alte Ixheimer Straße ausgebaut, dann kamen die Corona-Pandemie und zuletzt die Sperrung. Wegen der Baustelle sei viel Kundschaft weggeblieben. „Es war ja auch ein Horror, hier überhaupt erst mal hinzukommen.“ Der Wirt kritisiert das Baustellenmanagement in der Stadt. Und zählt die Baustelle in der Kaiserstraße sowie die Sperrungen vor seiner Haustür, am John-Deere-Werk in Ernstweiler und in der Landauer Straße auf. „Wir waren abgeriegelt von allen Seiten.“ Der Abriss, meint Jovic, hätte schneller ablaufen können: „Die Arbeiter hätten ja auch mal die ein oder andere Überstunde machen oder am Samstag arbeiten können.“

Sauer ist auch Thorsten Albrecht vom Café Pastis. „Ich bin wütend auf die Stadt und den Bauherrn“, sagt er zur RHEINPFALZ. Die Stadtverwaltung habe beim Informationsfluss in Sachen Straßensperrung versagt, der Bauherr beim Abriss ein „dilettantisches Vorgehen“ gezeigt. Albrecht habe schon zu Beginn der Sperrzeit rund ein Viertel seiner Umsätze eingebüßt. Seit dann die Fruchtmarktstraße zweispurig befahrbar war, seien es noch rund 15 Prozent gewesen. „Wissen Sie, mein Hauptumsatz ist das Frühstück“, sagt der Gastwirt. Unter der Woche kämen viele Gäste aus den Orten um Zweibrücken zu ihm − per Auto, versteht sich. Gerade diese Kundschaft habe wenig Lust auf Umwege und Parkprobleme. Es sei vorgekommen, dass Leute Albrechts Café betreten haben, dann aber wegen des Baustellenlärms wieder gegangen sind.

Kleiner grüner Stadtpark?

„Ich finde es schlimm, dass es überhaupt soweit kommen musste, dass der ,Kronprinz’ abgerissen wurde“, meint der Wirt des Café Pastis. Jetzt, da das Gebäude dem Erdboden gleich gemacht wurde, würde sich Albrecht lieber einen kleinen grünen Stadtpark auf dem ehemaligen ,Kronprinz’-Areal wünschen. „Das wäre schön und etwas Gutes fürs Klima. Aber so weit denkt unsere Stadt nicht“, sagt er.

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