Contwig Gesangverein „Liederkranz“: Über hundert Jahre reine Männersache

Eine Foto aus der Chronik zum 100-jährigen Bestehen: Die Jungsänger im Jahr 1956 beim Sängerfest in Rieschweiler.
Eine Foto aus der Chronik zum 100-jährigen Bestehen: Die Jungsänger im Jahr 1956 beim Sängerfest in Rieschweiler.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Contwiger Gesangverein „Liederkranz“ gegründet. Mit einem Jubiläumsfest schaut der Verein am Sonntag auf 140 Jahre zurück. Lange Zeit durften nur Männer singen.

Schon im Jahr 1882 schlossen sich einige Contwiger zusammen, um den Verein aus der Taufe zu heben. Ausschließlich Männer – denn Frauen sollten noch 104 Jahre bis ins Jahr 1986 warten müssen, bis ihnen der Vereinsbeitritt überhaupt gewährt wurde. Während der beiden Weltkriege wurden erste Gesangsaktivitäten erst mal wieder auf Eis gelegt und auch die zunächst vom Verein abgespaltene Arbeitergesangsgruppe wieder aufgelöst.

Auch leidet der junge Verein nach gutem Start in den Anfangsjahren direkt an schrumpfenden Mitgliederzahlen. Zwölf Sänger verloren im Ersten Weltkrieg ihr Leben. Erst in der Nachkriegszeit, im Jahr 1949, schafft es „Liederkranz“ wieder, zum ersten öffentlichen Liederabend einzuladen. Vier Jahre später weiht der Klub seine Fahne und schafft das Vereinsmotto „Dem Wahren, Guten, Schönen soll unser Lied ertönen.“ Zum 75-jährigen Bestehen zieht man per Festzug durchs Dorf, wenig später wird im Contwiger Klingental ein eigenes Vereinsheim samt Festplatz hergerichtet, das später als beliebtes Ausflugsziel gilt. 1979 veranstaltet der Verein erstmals einen Faschingsabend, der zur Tradition wird. Später wird auch eine erste Gesangsgruppe für Frauen etabliert, erst nach der Jahrtausendwende, im Jahr 2001, treten Frauen- und Männerchor beim Gutachtersingen in Dellfeld erstmals gemeinsam auf.

Seit vier Jahren gibt es nur noch einen gemischten Chor

„Vor vier Jahren beschloss die Vorstandschaft dann, dass es nur noch eine Gruppe gibt, Frauen- und Männerchor wurden zusammengelegt“, erzählt Vorsitzender Günter Gingrich. Immer wieder prägten Ausflugsfahrten zu bekannten Gesangsveranstaltungen die Historie. Besucht wurden das Deutsche Sängerfest in Hamburg, der Deutschen Sängertag in Köln oder das Deutsche Chorfest in Berlin. 2007 feierte der Verein 125 Jahre Bestehen, passend zum 700-jährigen Bestehen des Ortsteils Stambach. Übrigens wurde lange Zeit auch ein Kinderchor unterhalten, der vor zwölf Jahren sogar ein eigenes Musical aufführte.

„Momentan haben wir noch etwa 100 Mitglieder, davon 21 aktive Sänger“, erklärt Gingrich. „Die Zahlen blieben in den letzten zehn Jahren eigentlich stabil“, zeigt er sich zufrieden. Auch Monate der Unterbrechung durch die Corona-Pandemie konnten daran nichts ändern. Auch zeigt sich Gingrich erfreut darüber, dass der Verein erst dieses Jahr durch die Gemeinde einen neuen Übungsraum in der Grundschule zur Verfügung gestellt bekam. Hier wird jeden Montag um 20 Uhr geprobt, Chorleiterin ist Claudia Hoyer. Gingrich blickt zuversichtlich auf das Jubiläumsfest am Sonntag in der Waldhütte im Klingental. Los geht’s bereits um 11 Uhr, ab 14 Uhr wird’s musikalisch, wenn die Zweibrücker Stadtkapelle auftritt.

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