Zweibrücken / Kaiserslautern
Gernot Rumpf: Der Bonzetierbändiger
Es gibt kaum eine Pfälzer Stadt ohne Rumpf: Vor allem kennt man die Tierplastiken des 1941 geborenen Künstlers. Gernot Rumpfs Bronzeplastiken sind gegenständlich, einfach und haben Charakter - und das Ergebnis eines langen Prozesses.
Mehrere Monate arbeitete er an Entwurf des Zweibrücker Stadtlöwens. „Die linke Tatze ist angehoben , sie stützt sich auf eine Brücke mit zwei Bögen, um die Verbundenheit mit Zweibrücken zu demonstrieren“, erklärte er. Wichtig war ihm, dass das 2,50 Meter lange und über 600 Kilo schwere Tier nicht zu hoch wird, damit die Kinder es nicht nur streicheln, sondern auch darauf reiten können.
Ein Löwe musste es sein, weil er im Zweibrücker Wappen fest verankert ist. Von den Zweibrücker Löwen, dem Lions-Club, wurde die Plastik gespendet. Wer ganz nahe an den Löwen rangeht, sieht zwei kleine Bronzemäuse, die sich in den Brückenbögen verstecken. Was hat das mit Zweibrücken zu tun?
Vor 40 Jahren hat Rumpf einen Bronzealtar für den Dom zu Xanten entworfen. Als Symbol der Bescheidenheit platzierte er eine Maus, die bei der Montage einem zufällig anwesenden Knaben ins Auge sprang. „Daraus ist die wiederkehrende Maus als eine Art Unterschrift entstanden“, sagt Rumpf, der damit vor allem Kinder zur Entdeckungstour durch seine Figurengruppen lockt. Daneben will er „künstlerisch kritische Dinge schaffen, die realistische, aber auch surrealistische Anklänge haben. “
Rumpf wurde in Kaiserslautern in eine Künstlerfamilie geboren, wuchs aber in Lachen-Speyerdorf auf, wohin die Eltern kriegsbedingt umgezogen waren. Nach dem dem Abitur lernte er an der Meisterschule Kaiserslautern das Steinbildhauer-Handwerk und studierte 1964 bis 1970 Bildhauerei an der Münchner Akademie, dort entstanden die ersten Bronzefiguren. 1965 gründete er seine Werkstatt in Lachen, in der er bis heute tätig ist. 1973 wurde er Dozent, 1979 Professor an der Uni Kaiserslautern.
Aus der Werkstatt des Pfalzpreis-Trägers für Plastik stammen auch viele Brunnen: der Kaiserbrunnen in Kaiserslautern, der Weinbrunnen in Bergzabern, der Geißbockbrunnen in Deidesheim, der Tabakbrunnen in Hayna, der Lutherbrunnen in Ludwigshafen, der Lederstrumpfbrunnen in Edenkoben und der Ochs- und Esel-Brunnen in Dannstadt-Schauernheim, Nicht zu vergessen die wasserumspülten Elwetritsche-Darstellungen in Neustadt und Obermoschel, sowie jenes Einhorn, das in Kaiserslauterns japanischer Partnerstadt Bunkyo-ku auf die Mythologien im alten Europa verweist. Auch in Duisburg, Essen, Fürth, Geislingen an der Steige, Heidelberg, Konstanz und Mainz sind Werke des detailverliebten Skulpteurs zu bestaunen, ganz zu schweigen von einem 1989 eingeweihten Löwenbrunnen in Jerusalem.
Ein Pfälzer in der Welt also, der rund um den Globus von pfälzischer Kreativität und Humorigkeit kündet.
Obwohl er auch mit sakralen Plastiken hervortrat, sind die Brunnen das Markenzeichen des zurückhaltend-freundlichen Traumbildners. Bei vielen Werken geht ihm seine Frau Barbara zur Hand, mit der er vier Kinder hat. Nach Zukunftsplänen gefragt, antwortet er: „Ich will schon immer mal ein Porträt meiner Frau machen. Es wäre schön, wenn wir das endlich zusammen angehen könnten.“