Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Geocaching auf zwei Rädern: Mountainbike-Schnitzeljagd beim Alpenverein

Sogar Mountainbikes mit Elektroantrieb sind erlaubt, sagen Michel Hofer, Frank Messmer und Michael Raab (von links) vom Alpenver
Sogar Mountainbikes mit Elektroantrieb sind erlaubt, sagen Michel Hofer, Frank Messmer und Michael Raab (von links) vom Alpenverein.

Der Zweibrücker Alpenverein plant eine besondere Aktion: eine Mountainbike-Schnitzeljagd. Die Veranstalter verraten, was hinter dem sportlichen Ereignis steckt.

Wie genau die Streckenführung der Mountainbike-Schnitzeljagd am Sonntag, 1. Juni, aussieht, das möchte Michael Raab vom Zweibrücker Alpenverein noch nicht verraten. Kein Wunder – schließlich würde das den Reiz der Tour vorwegnehmen. Klar ist aber: Es wird eine abwechslungsreiche Runde, die durch die Stadt, ihre Randgebiete und teils auch durch naturbelassene Waldabschnitte führt. In kleinen Teams sollen sich die Teilnehmer auf den Weg machen, verschiedene Stationen anfahren und dort Rätsel lösen.

„Für jedes korrekt gelöste Rätsel gibt es Punkte. Und wer als Erstes ins Ziel kommt, bekommt einen zusätzlichen Bonus“, erklärt Frank Messmer, Leiter der Mountainbike-Abteilung des Alpenvereins. Er war es auch, der die Idee zur Schnitzeljagd eingebracht hat. „Ich kenne das Prinzip noch aus dem Leichtathletikverein und fand: Das könnten wir hier auch mal auf zwei Rädern ausprobieren“, sagt er mit einem Schmunzeln. Michael Raab war sofort begeistert.

Den Fahrweg darf jeder selbst bestimmen

16 Rätselstationen sind entlang der Strecke verteilt. Beim Start am Ausgangspunkt – der Hütte des Alpenvereins gegenüber der Westpfalzhalle – erhält jede Gruppe eine Mappe mit Hinweisen und Informationen. Welche Route sie nehmen und welche Stationen sie in welcher Reihenfolge ansteuern, bleibt den Gruppen überlassen. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Strategien – und ganz nebenbei auch ein gewisser Wettbewerbsfaktor.

Die kürzeste mögliche Strecke umfasst rund 30 Kilometer. „Ein geübter Mountainbiker schafft die in etwa zweieinhalb Stunden“, sagt Messmer. „Es handelt sich um eine anspruchsvolle, bergige Strecke mit insgesamt etwa 500 Höhenmetern. Die Route ist abwechslungsreich und zeigt viele schöne Ecken der Umgebung – ideal, um Zweibrücken mal aus einem neuen Blickwinkel zu erleben“, ergänzt Raab.

Navi erlaubt, Wikipedia und Google nicht

Die Rätsel sind eine Mischung aus geografischem Fragen, sportlichen Aufgaben und kreativen Denkspielen. Ein wenig Ortskenntnis kann helfen – ist aber keine Voraussetzung. „Und ich werde auch einen Schatz verstecken – ähnlich wie beim Geocaching“, verrät Raab, wie er für zusätzliche Spannung sorgt.

Kleine Hilfsmittel sind ausdrücklich erlaubt. Die Teilnehmer dürfen unterwegs Passanten nach dem Weg fragen, Wanderschilder analysieren und ihr Handy-Navi nutzen. Auch E-Bikes sind gestattet – ein wichtiger Punkt, denn dadurch wird die Veranstaltung für viele zugänglicher. Was jedoch tabu ist: die Lösungen online zu suchen. „Das bringt sowieso nichts – die Aufgaben sind so gestaltet, dass sie sich nicht googeln lassen“, sagt Raab.

„Zweibrücken wäre die ideale Radfahrstadt“

Raab, Messmer und Mitorganisator Michel Hofer, Beisitzer im Alpenverein, sind passionierte Radfahrer. Sie kennen die Region und die Bedingungen auf den Straßen und Wegen gut. Dass es regelmäßig Kritik an der Fahrrad-Infrastruktur gibt, überrascht sie nicht. Zuletzt meldete sich etwa Bürgermeisterkandidat Nicolas Perrault von der Linken zu Wort.

„Zweibrücken hat sich in den letzten Jahren etwas verbessert“, findet Raab. „Es gibt mehr Radwege und auch mehr Bewusstsein für das Thema. Aber im Vergleich zu Städten wie Freiburg ist das immer noch wenig.“ Dabei sei gerade Zweibrücken aus seiner Sicht bestens geeignet für den Radverkehr: „Die Stadt ist kompakt, man kommt schnell überall hin. Und die Hügel sind mit heutigen E-Bikes kein Hindernis mehr.“ Auch in puncto Sicherheit sieht er Nachholbedarf. „Es gibt natürlich die erfahrenen Radfahrer, die sich auch im Verkehr sicher fühlen. Aber viele – gerade Familien oder ältere Menschen – wünschen sich einfach geschützte Radwege, die vom Autoverkehr getrennt sind.“ Ein sicherer Radverkehr sei für die Lebensqualität in der Stadt entscheidend, betont Raab. „Wenn man will, dass mehr Leute aufs Rad steigen, muss man ihnen die Angst nehmen.“

Nachwuchsproblem inzwischen Vergangenheit

Die Schnitzeljagd ist nicht nur eine nette Freizeitbeschäftigung – sie verfolgt auch ein klares Ziel: neue Mitglieder für den Alpenverein zu gewinnen und das Vereinsleben zu beleben. Zwar zählt die Zweibrücker Sektion mittlerweile rund 900 Mitglieder, doch gerade der Nachwuchs war lange Zeit ein Sorgenkind. „Früher hatten wir Schwierigkeiten, junge Leute für den Verein zu begeistern“, erinnert sich Messmer. „Aber das hat sich deutlich gebessert. Vor allem mit der Gründung der Mountainbike-Abteilung haben wir viele neue Gesichter gewonnen.“

Rund 30 Aktive zählt die Abteilung mittlerweile. Viele kommen aus Zweibrücken, einige aus dem benachbarten Saarland. Die Gruppe trifft sich regelmäßig zu gemeinsamen Touren, organisiert Fahrtechniktrainings und beteiligt sich an überregionalen Veranstaltungen. Die Atmosphäre sei familiär, der Austausch rege – „und das Radfahren verbindet einfach“, sagt Messmer. Dass dennoch viele Menschen gar nicht wissen, dass es in Zweibrücken überhaupt eine Sektion des Alpenvereins gibt, erstaunt ihn. Mit Aktionen wie der Schnitzeljagd soll sich das ändern. „Wir wollen sichtbar sein, offen für alle – und vor allem zeigen, dass Alpenverein heute mehr ist als nur Wandern in den Bergen.“

Anmeldung

Die Teilnahme an der Mountainbike-Schnitzeljagd ist kostenlos und steht auch Nicht-Mitgliedern offen. Wer dabei sein möchte, sollte sich vorab per E-Mail bei Frank Messmer anmelden: fmessmer@gmx.net. Kurzentschlossene sind ebenfalls willkommen – auch eine spontane Teilnahme am Veranstaltungstag ist möglich. Start ist am Sonntag, 1. Juni, um 9 Uhr an der Gustl-Groß-Hütte

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