Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Genesungshilfe für den Zweibrücker Coach klappt nicht

War am Samstag noch der treffsicherste Zweibrücker: Der Halbrechte Tom Ihl (beim Wurf, hier gegen Philipp Mohra) kam bei der Hei
War am Samstag noch der treffsicherste Zweibrücker: Der Halbrechte Tom Ihl (beim Wurf, hier gegen Philipp Mohra) kam bei der Heimniederlage gegen den TV Offenbach auf sechs Tore.

Zwei kleine Serien standen beim Duell zwischen der SG Zweibrücken und dem TV Offenbach zur Disposition. Beide rissen am Samstagabend.

Die aushilfsweise von einem Trainer-Trio gecoachten Herren der SG Zweibrücken unterlagen dem TV Offenbach in der heimischen Westpfalzhalle mit 24:29 (13:11). Damit verlor Zweibrücken sein erstes Regionalliga-Heimspiel, der TV Offenbach gewann sein erstes Auswärtsspiel in dieser Runde. Auf Zweibrücker Seite blieben einfach zu viele Waffen stumpf. „Schade, wir hätten gerne mit einem Sieg zu KP’s Genesung beigetragen“, sagte SG-Kapitän Philipp Hammann, der das Coaching an der Bank übernahm. Er vertrat – gemeinsam mit den Teamkollegen Tom Grieser und Nils Wöschler, die selbst spielten – den erkrankten SG-Trainer Klaus-Peter Weinert. Aus der Genesungshilfe wurde aber nichts. Denn die Zweibrücker Handballer verloren dieses Mal deutlich das ewig-alte Duell, das in den vergangenen beiden Spielzeiten immer lange auf Messers Schneide gestanden hatte.

Das stand es auch am Samstag wieder bis zur 49. Minute. Tom Ihl verkürzte für die Zweibrücker da auf 21:22. Drehen konnte Zweibrücken die Partie aber nicht mehr. Der schnelle und sehr bewegliche Andreas Benz im linken Rückraum der Offenbacher brachte die Gastgeber mit zwei Toren binnen einer Minute auf die Verliererstraße. Benz, der für seine Leistung von Hammann und TVO-Coach Tobias Job ein Extra-Lob bekam, legte mit diesen beiden Toren deutlich offen, was phasenweise ein großes Problem der Zweibrücker Defensive ist: das schwache Zweikampfverhalten. Nicht auf jeder, unterm Strich aber auf zu vielen Abwehrpositionen. Das nutzte Christoph Kunz, um die Offenbacher Führung auf 25:21 auszubauen.

Offenbacher Team braucht Plan B gar nicht

Zweibrücken gab einmal mehr nicht auf. Aber die Waffen, um die Partie noch drehen zu können, blieben stumpf. Es wurde mit einer ganz offenen Deckung probiert – erfolglos. Offenbach marschierte in den Schlussminuten einem klaren Erfolg entgegen. Unterm Strich verdient, bestätigte TVO-Trainer Job, verwies aber auf das lange eng stehende Spiel. In den beiden vergangenen Spielzeiten – mal hatte Offenbach knapp die Nase vorn, mal Zweibrücken – hatte der siebte Offenbacher Feldspieler jeweils eine entscheidende Rolle gespielt. Dieses Mal verzichtete Job auf diese Variante. „Als Plan B hatten wir sie dabei“, sagte er. Benötigt wurde sie nicht, weil ein Teil von Plan A aufging: „Wir wussten, dass Zweibrücken Probleme bekommt, wenn gewechselt werden muss“, sagte Job.

Entscheidend für den Erfolg sei eine gute Defensivleistung im Verbund mit dem Torhüter gewesen, analysierte der Gästetrainer. TVO-Torwart Florian Pfaffmann bewies, dass er sich auf die Zweibrücker Angreifer bestens vorbereitet hatte, entschied das Torwart-Duell für sich. Auch weil er sich auf eine stabile Deckung verlassen konnte, deren Bewertung durch die beiden Schiedsrichterinnen Sophie Hugger und Helena Nitzke nach dem Abpfiff für Diskussionsbedarf mit den Referees von Zweibrücker Seite sorgte. Als nicht glücklich empfand Hammann deren Linie in Halbzeit zwei, fügte allerdings an: „Das hatte mit der Niederlage nichts zu tun. Für die gibt es andere Gründe.“

Zweibrücker sind nicht gedankenschnell genug

Zum Beispiel den, dass Zweibrücken, bedingt durch die letztlich unbefriedigende Abwehrleistung kaum zu Tempogegenstößen kam. Sogenannte einfache Tore, wie das 7:5 durch Max Kroner (15.), den Torwart Damian Zajac nach einer von seinen insgesamt neun Paraden perfekt angespielt hatte, waren Mangelware. Dass dieser Gegenstoß vor der Pause gelaufen wurde, hatte damit zu tun, „dass wir in der ersten Halbzeit hinten noch gut gestanden haben“, resümierte Hammann. Das schlug sich auch noch in der 13:11-Halbzeitführung nieder.

Das elfte Gegentor war aber auch Beleg für ein Puzzlestück, das letztlich die Niederlage mitbedingte: Offenbach war oft gedankenschneller als die Zweibrücker. Joshua Eberhard hatte Zweibrücken mit 13:10 in Führung geworfen. Sechs Sekunden vor dem Halbzeitpfiff. In diesen sechs Sekunden schalteten der TVO und Benz viel schneller um. Letzterer verkürzte und sorgte auch mit dieser Aktion für Diskussionsbedarf. Durch die Niederlage bleibt Zweibrücken vorerst im letzten Tabellendrittel stecken.

So spielten sie

SG Zweibrücken: Zajac, Dentzer - Ihl (6), Wöschler (2), Eberhard (2) - Becker (1), Eisel (1) - Grieser (3) – Kroner (5/3), Reitz, Leufke, Jahn (4), Graeber, Schaum.

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