Zweibrücken Geliebte Clementine vor dem Arsenal-Marsch
Zum gemeinsamen Frühjahrskonzert fanden sich am Sonntagnachmittag in der nahezu ausverkauften Aula der Hauptschule Nord vor 150 Besuchern der Liederkranz Contwig mit drei Ensembles – dem gemischten Chor, dem Frauenchor und dem Männerchor – und die Stadtkapelle Zweibrücken zusammen.
„Das Bindeglied zwischen dem Chor und dem Orchester ist Claudia Hoyer“, erzählte Volker Lehner von der Stadtkapelle. „Sie leitet den Liederkranz Contwig, spielt aber auch seit letztem Jahr als Klarinettistin in der Stadtkapelle mit.“ Die Idee zu einem gemeinsamen Konzert ergab sich da fast schon von selbst, zumal die Stadtkapelle im Vorjahr gute Erfahrungen bei einem gemeinsamen Konzert mit der Stadtkapelle aus Zell am Hamersbach gemacht hatte. Auf dem Programm des Liederkranzes Contwig standen Lieder rund um die Themen Frühling und Liebe. Eine Hommage an das Leben der Pfälzer Musikanten auf der Walz war dabei, die in mehreren a cappella vorgetragenen Strophen ein Panorama des Wanderlebens der Musiker und Handwerker entwarf, während „Clementine“ die Zuhörer sogar in den fernen Wilden Westen entführte. Ein schöner einheitlicher Chorklang zeichnete die Männerstimmen in diesem Liebeslied aus. Die Ballade schilderte mit schönen lautmalerischen Klangfarben in sicherem Vortrag, präzise gehaltenen Tempi und schöner Formgebung das Leben einer Frau, die einsam in den Bergen lebt. Verhaltene Rufe „O My Darling“, schon in der Nähe zum Sprechgesang, mündeten in Klangbögen, die eine neue Strophe einleiteten. Die beschrieb den Weg zu der geliebten Clementine, bis ihr Geliebter sie nach zahlreichen Mühsalen endlich wieder in die Arme schließen konnte. Malerische Akzente steuerten ein Summchor und Anneliese Hilzensauer am Akkordeon bei. Die Liebe hatte auch ein in deutscher Sprache gesungenes baskisches Liebeslied zum Thema. Hohe Männerstimmen beschworen eine kleine Schwalbe, sich als Liebesbote auf den Weg zu machen, während die tiefen Männerstimmen eine pittoreske Begleitung summten. Nach einer etwas schülerhaft gestalteten Strophe gewannen die Stimmen gegen Ende Kraft und Festigkeit. Sehr humorvoll war das Lied über das Rentnerschicksal in Pfälzer Mundart. In schönem, einheitlichem Chorklang und sicher gehaltenen Tempi sang der Männerchor über den Nachbarn, der statt die erhoffte Ruhe zu finden, nun statt vom Chef von seiner Frau zu Hause herumkommandiert wurde. Stimmungsvoll war die Klage über all die „Könntest du mal“ und „Tätest du das mal bitte“, die seine Frau tagein tagaus äußerte und ihn von früh bis spät in Haus und Garten auf Trab hielt, kaum dass er mal die Zeit fand, sich beim Schoppen bei seinen Freunden darüber zu beklagen. Aber auch die Stadtkapelle kam musikalisch zu Wort. Sehr eindrucksvoll interpretierte sie unter Leitung von Björn Weidmann die Telemark Fantasy des niederländischen Komponisten Kees Vlak. Der „Hagar-Sang“, ein Motiv aus Edvard Griegs „Peer Gynt Suite“, war in dieses Werk integriert, in dem die Kapelle stimmungsvoll und lautmalerisch mit reichen Klangfarbenschattierungen in tänzerischen Rhythmen ein Panorama des ländlichen Lebens und des erwachenden Frühlings in einer imaginären Landschaft zwischen Schweden und Norwegen nachzeichnete. Breit flutende Hymnen und fröhliche Tanzweisen bestimmten das Klangbild. Sehr malerisch war der Arsenal-Marsch von Jan van der Roost, 1996 uraufgeführt anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Blasorchesters der belgischen Eisenbahn. Und zum Abschluss erklang, inzwischen schon zur Tradition geworden, der Fliegermarsch von Nico Dostal.