Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Gebürtiger Zweibrücker erfindet Grill zum Zusammenstecken

Ist in Hengstbach aufgewachsen und lebt mittlerweile in der Nähe von Düsseldorf: Christian Battel. Foto: Thorsten Klein
Ist in Hengstbach aufgewachsen und lebt mittlerweile in der Nähe von Düsseldorf: Christian Battel.

Christian Battel liebt Sport in der Natur – und das Grillen im Freien. Der gebürtige Zweibrücker hat beides verbunden und „den spontansten Gasgrill der Welt“ erfunden, wie er sagt. Der Grill hat den Namen Skotti, ist 2,5 Kilogramm schwer und ist dank Stecksystem binnen einer Minute aufgebaut.

Für die einen ist der Wald mystisch, gar unheimlich. Für die anderen bietet er Schutz, steht für Abenteuerlust, für Natur und eine gesunde Umwelt. Für Christian Battel ist er noch mehr. Die Bäume sind für ihn ein Rückzugsort, Inspiration und so etwas wie eine zweite Heimat. Sein erstes Baumhaus hatte er in Kindestagen im Zweibrücker Stadtteil Mittelbach-Hengstbach gebaut. In Hengstbach ist er aufgewachsen. Inzwischen hat er in Meerbusch bei Düsseldorf seinen achtjährigen Zwillingen ein Baumhaus gebaut – sie sollen die Natur so erleben wie ihr Papa. Auch Battel zieht sich gerne in das Baumhaus seiner Kinder zurück. Um nachzudenken, sagt der 41-Jährige.

Seit Weihnachten auf dem Markt

Nachdem er den „spontansten Gasgrill der Welt“ fertiggebaut hatte, ging er im Baumhaus mit einem Freund auf Namenssuche. Schlicht sollte er sein, leicht zu merken. Einige Stunden Diskussion und einige Stubbis habe es gebraucht, bis klar war: „Der erste zerlegbare Grill der Welt heißt Skotti.“ Seit Weihnachten ist Battels Erfindung auf dem Markt. Er hat die Größe eines Laptops, auseinandergebaut die Dicke der RHEINPFALZ, wiegt 2,5 Kilo, der Grillrost besteht aus drei Millimeter dickem Edelstahl. Der Grill ist mit Gas, Holzkohle oder Holzfeuer zu erhitzen – auf ihn passen handgezählte 15 Würstchen. Und er sei dank seines Stecksystems binnen einer Minute aufgebaut. „Multifunktional“, nennt Battel sein „liebstes Spielzeug“. Er sei „ein Grill fürs Leben“ und soll „mehrere Generationen halten“. Unzerstörbar sei er – und binnen weniger Minuten heiß und überall einsetzbar. Er habe den Grill sogar schon auf seinem Snowboard aufgebaut. „Vorne auf der Spitze stand Skotti“, sagt er. Dank seines geringen Gewichts sei er auch beim Wandern, Klettern, Fahrrad- oder Kanufahren, am Strand oder beim Festival einsetzbar. Beim Angeln eigne sich der Grill auch als Heizung.

Nach dem Abitur nach Köln

Die Einsatzmöglichkeiten des Grills entspricht der Bandbreite von Battels Hobbys. Outdoor muss es sein. Der 41-Jährige liebt Sport im Freien. Nach seinem Fachabi in Zweibrücken zog er nach Köln, studierte an der Deutschen Hochschule für Sport- und Präventivmedizin. Nebenher verdiente er mit Baumfällarbeiten etwas Geld. Nach dem Studium arbeitete er im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement, betreute Angestellte und Prominente, bot Personal-Coachings auf Mallorca an und machte Expeditionen nach Kanada, Rumänien, in den Kaukasus. Nach 15 Jahren wurde ihm das zu eintönig. Seine Tätigkeiten seien zwar abwechslungsreich, aber nicht mehr spannend gewesen, sagte er.

Grill mit individueller Gravur

Vor zwei Jahren, als beim Grillen mit der Familie an einem See nahe Meerbusch etwas schiefgeht, tüftelte er los. Mehr als ein Jahr lang entwickelte er seinen Grill, investierte sein Erspartes, ließ Skotti produzieren. Das Konto sei nahezu leer gefegt gewesen, ehe er einen Grill verkauft hatte. An der Stelle stockte seine Erzählung. Dann sagte er: „Mein Leben ist überwiegend gut. Ich bin ein lustiger Kerl, und ich habe immer an die Idee geglaubt.“ Für 159 Euro gibt es den Skotti-Grill im Online-Shop (www.skotti-grill.eu).

Unabhängig vom Grill-Geschäft denkt der ehemalige Zweibrücker bereits an die nächste Investition. Sein neues Büro soll ein Baumhaus sein, ein Ort der Ideen in der Natur, den auch seine abenteuerlustigen Kinder besuchen können.

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